Steißlinger und die 100
124 Teilnehmer über 100 Kilometer und deren 91 über 50 Kilometer, dazu noch 111 Staffeln, liefen bei der zweiten Ulmer Laufnacht über den Zielstrich. Ralf Steißlinger gewann nach einem "Blindflug".
Veranstaltet vom SSV Ulm 1846 führte die amtlich vermessene Strecke rund um Ulm. Start und Ziel befanden sich im Robert-Epple-Stadion Blaustein. Zielschluss für den um 23 Uhr gestarteten 100-Kilometer-Lauf war am Samstag um 17 Uhr. Entlang der wegen ihren insgesamt 900 Höhenmetern recht anspruchsvollen Strecke waren sieben Kontroll- und 18 Verpflegungsstellen eingerichtet.
Alle Teilnehmer, auch die der letztlich erfolgreichen zwei Zweier-, 84 Vierer- und 25 Achter-Staffeln, starteten gemeinsam, sodass der Wettkampf für die Einzelläufer zu einem wahren "Blindflug" wurde. So auch für Ralf Steißlinger vom TSV Kusterdingen. Bei der Ulmer Premiere im vergangenen Jahr wurde er in 8:41:12 Stunden als Fünfter von 175 Finishern registriert.
"Die Witterungsverhältnisse waren mit 15 Grad ideal, kein Wind, kein Regen, man konnte kurz laufen und musste sich nicht umziehen", berichtete der 43-Jährige nach seiner Rückkehr. Zumal er schon um 7.32 Uhr am Samstagmorgen im Ziel war und dadurch der danach aufkommenden großen Hitze entging.
Über den Rennverlauf war der Ultralauf-Spezialist zu keiner Zeit informiert. Dass er in Führung liegt, erfuhr Steißlinger erst, als es ihm bei Kilometer 93 eine Frau sagte. "Doch ich traute ihr nicht und war mir erst sicher, als der Stadionsprecher bei meinem Anblick rief: Hier kommt der Erste."
Nach kluger Renneinteilung überquerte der Kusterdinger Ultralauf-Spezialist den Zielstrich in der Zeit von 8:32:29 Stunden als gefeierter Sieger. Im Ziel hatte er mehr als acht Minuten Vorsprung auf den Zweiten, Frank Brenggartner (SC Münstertal).
Manfred Drößler (LT Gomaringen) benötigte als Zweiter der M65 13:27:54 Stunden. Robert Rist von den Wanderfreunden Betzingen war 18:10:01 Stunden lang mit strammem Schritt auf der Strecke unterwegs.
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Autor: DIETMAR CZAPALLA | 05.07.2010
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Ralf Steißlinger lief quasi im Blindflug durch die Ulmer Nacht, erfuhr erst im Ziel, dass er sämtliche Konkurrenten hinter sich gelassen hatte. Foto: Czapalla
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