Höllentempo und spannendes Finale

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Daniel Geismayr sicherte sich den Sieg auf der Langdistanz bei der Alb-Gold-Trophy. Der Österreicher war am Sonntag in blendender Form.  Foto: 

Dass es nochmals so hart werden würde, das hatte ich mir nicht vorstellen können“, gab der Sieger der Alb-Gold-Trophy mit dreckverschmiertem Gesicht im Ziel zu Protokoll. Der österreichische Staatsmeister und dritte der Marathon-Weltmeisterschaften, Daniel Geismayr (Team Centurion Vaude), hat in einem packenden Finale die 21. Austragung des Marathonklassikers auf der Schwäbischen Alb in 2.55.09 Stunden für sich entschieden. Weitere 1250 Bikerinnen und Biker kamen an einem goldenen Oktobertag ebenfalls auf ihre Kosten.

Höllenritt über die Alb

Vom Start weg in Münsingen wurde ein extrem hohes Tempo auf der Langdistanz angeschlagen und bereits am ersten steileren Berg setzte sich eine Spitzengruppe mit fünf Fahrern ab. Der heftige Regen der Nacht hatte die Strecke teilweise ordentlich aufgeweicht, was sich auf das Höllentempo der Topfahrer allerdings wenig auswirkte. Geismayr und sein Teamkollegen Hermann Pernsteiner, die bereits das Trans-Alp Etappenrennen in diesem Jahr gewinnen konnten, machten auch auf dem Rückweg von Trochtelfingen mächtig Druck. Und auch bei der zweiten Passage der Meidelstetter Meile ließen die beiden mit ihren Begleitern Matthias Leisling (Team Texpa Simplon), Matthias Bettinger (Lexware MTB-Team) und Christian Kreuchler (Biehler Factory Racing) nicht nach. Weitere Fahrer waren nicht in Sicht und so ging es dann ins Finale.

Jeder der fünf Fahrer kannte die Passage mit der Einfahrt in den MTB-Park und den engen Kurven vor dem Ziel aus diversen Teilnahmen in Münsingen. Am besten nutzte schließlich Geismayr seine Erfahrung und seine ausgezeichnete Tagesform, um sich mit einem beherzten Sprint an die Spitze zu setzen. So ging er auf den letzten Singletrail und brachte den Sieg sicher nach Hause. Platz zwei sicherte sich Leissling und der dritte Rang ging an Pernsteiner. Dieser stand etwas wehmütig beim Zielinterview, war es doch sein letztes MTB-Rennen. Er wird zu den Profis auf die Straße wechseln und dann nicht mehr die Fauserhöhe oder den Dachenstein erklimmen, sondern Mont Ventoux und Alpe D’Huez.

„Miss Trophy“ siegt

Bei den Damen gab es einen ähnlichen Rennverlauf. Schon früh konnte sich „Miss Trophy“, Gabi Stanger, von ihren Konkurrentinnen lösen und absetzen. Sie fuhr ein taktisch kluges Rennen und nutzte den Windschatten der Männer um sich weiter vom Rest der Damen abzusetzen. „Ich freue mich sehr über diesen Heimsieg. Schön, dass ich mit meiner Leistung etwas an die Veranstalter und die vielen Unterstützer in der Heimat zurückgeben kann. Das macht einfach die Erfahrung und meine aktuell gute Form – auch wenn ich meine Beine momentan gar nicht mehr spüre“, erklärte die sympathische Sportlerin mit zitternden Knien im Ziel.

Nicht die letztjährige Siegerin Antonia Daubermann sicherte sich Platz zwei, sondern Lia Schrievers (German Technology Racing) kam mit sechs Minuten Rückstand auf den Silberplatz. Das Podium vervollständigte die Hobby-Fahrerin Linda Kagelmacher (Conwy Allstars), die noch vor Daubermann mit Bronze dekoriert wurde.

Weitere vier Strecken wurden in Münsingen im Rahmen der Alb-Gold-Trophy angeboten. Auf der kürzesten Runde mit rund 27 Kilometern siegten am Ende in 1.01.07 Stunden der 17-jährige Luca Effinger aus Reudern und bei den Damen die ebenfalls erst 17 Jahre alte Luisa Daubermann (Augsburg, 1.07.28 Stunden).

Auf der Kurzdistanz über 43 Kilometer war keine Dame schneller als Juniorin Ronja Eibl aus Albstadt. Sie mischte in diesem Jahr schon mächtig die Cross-Country Bundesliga auf und gewann klar in 1.44.14 Stunden. Bei den Männern bewältigte Michael Wanski aus Oberlengenhardt die rund 850 Höhenmeter am schnellsten. Seine Zeit lag am Ende bei 1.33.18 Stunden.

Das vermutlich längste E-MTB-Rennen Deutschlands mit 88 Kilometern fand ebenfalls am Sonntag in Münsingen statt. Die Streckenlänge war für Mensch und Maschine eine ganz besondere Herausforderung und es galt den Akku gut einzuteilen. Am Ende gewann Jens Becker (Conway Racing) in 3.06.09 Stunden bei den Herren und Liane Lessner (Kaputtniks) in 5.15.57 Stunden bei den Damen.

Die gesamte Siegerliste und alle Informationen zum Rennen sind unter www.trophy.alb-gold.de zu finden. Die nächste Austragung findet am 7. Oktober 2018 in Trochtelfingen statt.

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