Europameisterschafts-Test bestanden

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  • Der Star und seine EM-Hoffnung: Michael Jung reitet mit Lennox erstmals eine Dreisterne-Prüfung und holt sich in Marbach wieder einmal den Sieg. 1/2
    Der Star und seine EM-Hoffnung: Michael Jung reitet mit Lennox erstmals eine Dreisterne-Prüfung und holt sich in Marbach wieder einmal den Sieg. Foto: 
  • Gerd Haiber  2/2
    Gerd Haiber Foto: 
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Die bemerkenswerte Zahl von 200 Reiterinnen und Reitern mit ihren Pferden, Tausende Zuschauer – die Internationale Marbacher Vielseitigkeit hat auch bei ihrer inzwischen 31. Auflage nichts von ihrer Strahlkraft verloren. „Dieses Turnier ist für Pferde und  Reiter hochmotivierend“, sagt der Vielseitigkeits-Bundestrainer Hans Melzer. „Für mich gibt es in Deutschland keine bessere Dreisterne-Auftaktprüfung.“

Und auch der Superstar der Szene nutzt das Turnier immer gern, um seinen Pferden am Saisonbeginn Erfolgserlebnisse zu verschaffen – und so nebenbei auch sich.  Wobei Letzeres für Michael Jung, den Weltranglistenersten, mehrfachen Olympiasieger, Welt- und Europameister in Marbach nur an zweiter Stelle steht. Der Horber war mit Lennox auf die Alb gekommen. Der neunjährige Hannoveraner Dreiviertel-Blüter bestritt seine erste Prüfung auf Dreisterne-Niveau und bestand diesen Eignungstest für die anstehende Europameisterschaft im August in Polen.

„Am Tiefsprung hat er etwas geguckt, da war ich auch etwas zögerlich, ansonsten hat er alles toll gemacht. Er ist jede Kombination sicher auf der Linie gesprungen. Das gibt mir Zuversicht für die Zukunft“, sagte Jung über die Vorstellung von Lennox im Gelände.

Nach Dressur und ebendieser Geländeprüfung ging Jung mit einem hauchdünnen Vorsprung auf den B-Kader-Reiter Felix Etzel am Sonntag in das abschließende Springen. Das lief  für den 23-jährigen Etzel auf Bandit dann nicht gut. Vier Springfehler summierten sich zu einem Gesamtergebnis von 63,2 Minuspunkten und Platz zehn.

Auch Jung blieb nicht fehlerfrei, Lennox hatte einen Abwurf, aber den konnte sich das Paar leisten. 50,2 Minuspunkte konnte niemand toppen, und der Reiter war mit seiner EM-Hoffnung zufrieden: „Er war sehr aufmerksam und hat sich sehr schön reiten lassen. Und das war auch ein anspruchsvoller Parcours mit der dreifachen Kombination zum Schluss.“

Geärgert hat sich indes  Felix Vogg, der vor dem Springen auf dem aussichtsreichen dritten Platz gelegen hatte. Im Parcours sammelte  der  Olympiareiter vom Bodensee, der international für die Schweiz reitet, 13 Punkte – 61,2 Minuspunkte insgesamt bedeuteten Platz acht.

Besser machten es Josefa Sommer mit Hamilton (52,4 Punkte) und die Belgierin Lara da Liedekerke-Meier mit Averouge des Quatre Chenes (55,6 Punkte), die die Plätze zwei und drei belegten.

Erfolgreiches Comeback

Der Sieg sicherte Michael Jung auch den Titel des Berufsreiter-Champions, um den im CIC3* geritten wurde – es war in diesem Championat sein sechster Titelgewinn. Im Jahr  zuvor hatte sich diesen Dirk Schrade geholt. Der in Sprockhövel/Westfalen lebende gebürtige Gomadinger hatte auch vor, diesen zu verteidigen, musste aber vor dem Turnier passen. Sein aktuelles Toppferd, Mr. Tomtom hat sich verletzt.

In der Einsterne-Prüfung setzte sich Vanessa Bölting mit Cloud Nine durch,   mit dem die Münsteranerin schon auf Drei-Sterne-Niveau erfolgreich war. Nach einer verletzungsbedingten Pause war dies eine gelungene Rückkehr in die Parcours. Auf Platz zwei landete Frank Ostholt, der Mannschafts-Olympiasieger 2008 und Bundestrainer der Jungen Reiter, mit dem von ihm selbst gezogenen Jum Jum. Platz drei ging an die Schweizerin Jrina Giesswein mit Chester. Calvin Böckmann gewann in Marbach die internationale Pony-Vielseitigkeit – was keine große Überraschung war. Der 16-Jährige war bereits Europameister und freute sich am Sonntag in seinem letzten Pony-Jahr mit mit Askaban B (35,0 Minuspunkte) über den Erfolg in Marbach. Auf dem Silberrang landete Linn Sophie Mauchert mit Prins Maestro. Dritte wurde Theresa Schulze Wartenhorst mit Pascal S.W.Turnierleiter Wolfgang Leiss durfte nach vier Turniertagen im Haupt- und Landgestüt ein durchweg positives Fazit ziehen: „Der schönste Moment für mich war, als am späten Vormittag des Geländetages plötzlich Tausende Zuschauer auf das Gelände strömten, insgesamt durften wir 11 000 Besucher willkommen heißen.

Die Vielseitigkeitsreiter, die nach Marbach kommen - 200 aus 14 Nationen waren es am Wochenende - wissen, was sie an ihm haben. Seit 20 Jahren ist Gerd Haiber für das Konzept der Geländekurse und den Bau der Hindernisse, 108 waren es aktuell, verantwortlich. Dem Hechinger wurde nun für sein Engagement von Frank Reuter, dem Präsident des Württembergischen Pferdezuchtverbands, die Ehrenmedaille der Landeskommission Baden-Württemberg überreicht, Der Unternehmer aus Hechingen ist seit 1996 Parcoursbauer mit internationaler Lizenz, war bei fünf Jugendeuropameisterschaften für die Strecken verantwortlich, baut die Indoor-Kurse in Stuttgart, Stockholm und Salzburg. Aber Marbach, sagt Haiber, „ist und bleibt etwas Besonderes. Da engagiert sich eine zusammengewürfelte Truppe zwischen zwölf und 80 Jahren. Das ist einfach einzigartig“. Haibers Engagement in Marbach auch. „Seine Arbeit hat dieses Turnier zu dem gemacht, was es heute ist“, sagt der Marbacher Turnierleiter Wolfgang Leiss. 

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