Teilerfolg mit Schokolade: Ritter Sport mit neuem Umsatzrekord, aber enttäuschendem Ergebnis

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Nicht gesetztDas Ergebnis aber sei unbefriedigend, heißt es aus Waldenbuch. Dem sechsten Umsatzplus in Folge stehe eine weiterhin angespannte Ertragslage gegenüber. „Wir schließen 2015 voraussichtlich nur mit einer schwarzen Null ab“, erklärt Andreas Ronken, Vorsitzender der Geschäftsführung.
Schuld daran seien vor allem die massiv gestiegenen Rohstoffpreise für Kakao und Haselnüsse. Zwar habe der Preis für Haselnüsse nach dem Allzeithoch 2014 Ende vergangenen Jahres wieder ein wenig nachgegeben, liege aber nach wie vor mit rund elf Euro pro Kilogramm weit über dem langjährigen Mittel (6,50 Euro pro Kilogramm). Aufgrund schlechter Ernten infolge des Wetterphänomens El Niño erwarten Fachleute darüber hinaus für 2016 weitere Steigerungen der ohnehin hohen Kakaopreise. Zugleich investiert Ritter Sport verstärkt in den Bezug von nachhaltigem Kakao.
Vor diesem Hintergrund startet Ritter Sport ab März mit einem neuen Preis- und Sortimentskonzept im Tafelschokoladenmarkt. Eine neue Produktkategorie, die „Nuss-Klasse“, mit sechs verschiedenen Voll-Nuss-Sorten und einer unverbindlichen Preisempfehlung von 1,29 Euro für den deutschen Markt ergänzt dann das Sortiment. Für die schon bisher über 20 verschiedenen Sorten gilt weiter die unverbindliche Preisempfehlung von 1,09 Euro.
„Wir engagieren uns seit über 25 Jahren für nachhaltigen Kakaoanbau und nehmen inzwischen auch beim Verbraucher eine größere Sensibilität für dieses Thema wahr“, so Andreas Ronken. „Zur Wahrheit gehört aber auch, dass Nachhaltigkeit Geld kostet. Wer als Verbraucher will, dass es den Menschen am Beginn der Wertschöpfungskette besser geht, muss auch bereit sein, für Lebensmittel etwas mehr auszugeben.“
Neben der eigenen, zur Zeit im Aufbau befindlichen Plantage setzt Ritter Sport vor allem auf den Direktbezug. So fördert das Unternehmen bereits seit 1990 den nachhaltigen Kakaoanbau in Nicaragua und arbeitet inzwischen mit rund 3500 Kleinbauern eng zusammen. Über den langjährigen Zulieferer Fuchs & Hoffmann wird Ritter Sport künftig UTZ-zertifizierten Kakao von der Elfenbeinküste beziehen. Eine Kooperation mit dem französischen Unternehmen Cémoi setzt den Direktbezugs künftig auch für ivorischen Kakao um und garantiert eine Rückverfolgbarkeit bis zur Erzeugerorganisation. Damit kommt Ritter Sport dem selbsterklärten Ziel, bis 2025 die gesamte Produktion auf 100 Prozent nachhaltigen Kakao umzustellen, einen wichtigen Schritt näher und wird – je nach Absatzmenge – 2016 bereits bis zu 30 Prozent nachhaltigen Kakao verwenden.
Neben den hohen Rohstoffkosten sind es insbesondere Währungsschwankungen wie die Abwertung des Rubels im wichtigsten Auslandsmarkt Russland, die das Ergebnis von Ritter Sport belasten. Durch Preiserhöhungen konnten die wertmäßigen Marktanteile zwar stabil gehalten werden, mengenmäßig büßte Ritter Sport in Russland aber rund 17 Prozent ein.
In anderen europäischen Märkten verlief die Entwicklung besser. So stieg der Absatz in Italien um 15, in Dänemark um 12 Prozent. Auch im Rest der aktuell 104 Auslandsmärkte verzeichnet das Unternehmen Wachstum, so auch in China und Kanada. Seit 2009 verdoppelte Ritter Sport die Exporterlöse auf über 160 Millionen Euro – das sind rund 34 Prozent des Gesamtumsatzes. ST