„Fit für 100“ kennt kein Alter

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    Bei den einzelnen Übungen wird von den Seniorinnen eine exakte Ausführung verlangt.  Foto: 
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    Ein Blick zum Nachbarn kann nicht schaden. Foto: 
  • Das Miteinander wird in der Gymnastikstunde groß geschrieben, die Seniorinnen machen begeistert mit. 3/4
    Das Miteinander wird in der Gymnastikstunde groß geschrieben, die Seniorinnen machen begeistert mit. Foto: 
  • Isolde Geiselhart leitet mit viel Gespür die Senioren an. 4/4
    Isolde Geiselhart leitet mit viel Gespür die Senioren an. Foto: 
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Wenn Isolde Geiselhart mittwochs im Gymnastikraum der Metzinger Öschhalle zur Übungsstunde bittet, stehen sie bereit, die Seniorinnen und Senioren. Sie warten auf den Beginn bei „Fit für 100“. Eine Sportstunde, die es schon deswegen in sich hat, weil sie ein Angebot für Seniorinnen und Senioren beinhaltet, das gerade auf die ältere Generation zugeschnitten ist. Der älteste Teilnehmer bringt es auf stolze 90 Jahre.

Behutsamer Umgang

Übungsleiterin Isolde Geiselhart geht behutsam mit der Gruppe um. Das Übungsangebot wählt sie sorgfältig aus. Keiner soll überfordert werden, aber auch keiner nachher sagen können, es habe nichts gebracht. „Ich bemühe mich, allen gerecht zu werden“, sagt sie, wohl wissend, dass die Wehwechen ganz unterschiedlicher Natur sein können. Sie  wechselt in ihrem Übungsgut  bei den Inhalten kräftig durch. Mal stehen Übungen mit Ball, Sitzkissen und der Flexibar an, mal stehen Kegel, Pezzibälle oder normale Bälle im Vordergrund. Oft wird das Übungsgut mit Hilfe eines Stuhles absolviert. Gymnastik am Boden vermeidet sie wegen möglichen Schwindelgefühlen der Teilnehmer. „Wichtig ist für die Senioren, dass sie einen festen Termin haben und von zu Hause rauskommen“, sagt sie. Ihr Ziel ist es, „dass jeder Teilnehmer was mitnimmt aus der Stunde, mit Freude kommt und auch mit Freude geht“. Das ist ihr wichtig. Sie sagt auch: „Jeder soll das in der Stunde tun, was ihm gut tut. Es kann überall Pausen geben und es geht keinesfalls nach Leistung.“ Und wenn sich die Senioren dann zufrieden verabschieden, ist es für Isolde Geiselhart eine Bestätigung ihrer Arbeit.

Im Gesundheitssport hat sich in den letzten Jahren sehr viel bewegt. Der demographische Wandel, dass es immer mehr ältere Menschen gibt, ist ein Teil. Dazu kommt ein Gesundheitsbewusstsein der älteren Generation, möglichst lange fit und gesund zu sein. Gleichzeitig haben beispielsweise Sportvereine, Volkshochschulen und auch viele private Anbieter ihr Angebot in Bezug auf die ältere Generation ausgeweitet. Metzingen ist ein typisches Beispiel dafür. Die beiden Sportvereine TuS Metzingen und TV Neuhausen bieten im Gesundheitsbereich 84 Kurse an und bewegen damit 1500 Sportwillige jede Woche. Nimmt man die ansässige Volkshochschule dazu, die mit den beiden Sportvereinen kooperiert, sind es sogar rund 2000. Unterrichtet und betreut werden diese Gesundheitssportler von 45 lizenzierten Übungsleitern, deren Qualifikation vom Krankengymnasten bis zum Sportlehrer reicht. Allein 22 Seniorengruppen sind aufgeführt – eine stolze Zahl.

Gerhard Göhner, hauptberuflicher Sportlehrer mit abgeschlossenem Studium und zweiter Vorsitzender im Vorstand der TuS Metzingen, hat wesentlich zum Aufbau des Gesundheitssportes in Metzingen beigetragen. „Die Senioren sind dankbar für die Angebote, sie suchen ein intaktes Umfeld und Geselligkeit. Sport ist für sie eine gute Möglichkeit für  soziale Anbindung in der Gemeinschaft, wobei die Gesundheit im Vordergrund steht“, sagt Göhner. Und weiter: „Sport kann als Schutzschild wirken vor den großen Lebensrisiken wie Krebs, Herzinfarkt, Demenz oder Schlaganfall.“

Von dem englischen Risikoforscher David  Spiegelhalter weiß man, dass ein Mensch für eine geleistete  Sportstunde mit drei Stunden längerem Leben belohnt wird, während zum Beispiel für zwei Stunden Herumsitzen vor dem Fernseher eine  Stunde abgezogen wird. Wissenschaftlich bewiesen ist das allerdings nicht.

Trotz der  wachsenden Aufgaben für die beiden Sportvereine und die Volkshochschule sind aber gleichzeitig die staatlichen Zuschüsse geringer geworden. Ein Problem ist die Ausbildung zum Übungsleiter. Für die Seminare an den Landessportschulen  müssen die Vereine heute zwischen  800 und 1200 Euro pro Teilnehmer investieren. Über ein Wochenende immerhin noch rund 350 Euro. Da ist ein sorgsamer Umgang mit dem lieben Geld sehr ratsam.

Die beiden Sportvereine TuS Metzingen und TV Neuhausen bieten im Gesundheitsbereich 84 Kurse an und bewegen damit 1500 Sportwillige jede Woche. Nimmt man die ansässige Volkshochschule dazu, die mit den beiden Sportvereinen kooperiert, sind es sogar rund 2000. Unterrichtet und betreut werden diese Gesundheitssportler von 45 lizenzierten Übungsleiter deren Qualifikation vom Krankengymnasten bis zum SportleherIn reicht. Allein 22 Seniorengruppen sind aufgeführt - eine stolze Zahl.

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