Das Warten auf die Konkurrenz
Am 11. Juli ist das Ermstal wieder fest in Läuferhand. Mittendrin rennt Lokalmatadorin Pamela Veith aus Dettingen. Sie will ihren Titel über die königliche Distanz von 42,195 Kilometer verteidigen.
Sie startet zwar seit diesem Jahr für den TSV Kusterdingen, das ändert aber nichts an der Tatsache, dass Pamela Veith als Dettingerin beim Ermstal-Marathon als Lokalmatadorin Heimvorteil genießt - zumal sie die Strecke genau kennt. Im vergangenen Jahr durfte sie nach 3:10:52 Stunden einen ungefährdeten Sieg über die Marathon-Distanz bejubeln.
Ob es mit der Titelverteidigung klappt, steht in den Sternen - wobei dieser Tage aber einiges auf einen Alleingang hindeutet. "Da hat sich noch gar keine Frau angemeldet", stellte Pamela Veith nach einem Blick ins Internet fest. Ihr wäre sehr daran gelegen, wenn sich das ändern würde. Konkurrenzlos will sie nämlich nicht gewinnen.
Dabei war es vor Wochen noch gar nicht klar, was beim Heimrennen für Veith überhaupt drin ist. Ein Ermüdungsbruch in der Ferse, der gänzlich ohne Vorwarnung kam, legte die Langstreckenspezialistin für fünf Monate lahm. Jetzt läuft es wieder ganz gut, obwohl sie moniert, dass "vom Tempo her noch etwas Rückstand da ist."
Davon war am vergangenen Wochenende allerdings wenig zu sehen, als die 36-Jährige bei nicht gerade tollen Bedingungen beim Boss-Halbmarathon nach 1:30:08 Stunden ins Ziel kam. Das "sei ganz gut gelaufen", meinte die Rekonvaleszentin, die den restlichen Läuferinnen nicht einmal den Hauch einer Chance ließ.
Gewissheit, dass es nach der Zwangspause wieder stetig aufwärts geht, gab schon vor Wochen ein Sechs-Stunden-Lauf in Stuttgart-Schmiden - ein echter Belastungstest. 71,299 Kilometer waren nach den sechs Stunden zurückgelegt, Pamela Veith holte sich nicht nur die Frauenwertung, sondern hatte in der letzten Stunde auch noch sämtliche Männer aufgesammelt, die sich vor ihr auf der Strecke tummelten.
Die Ultraläuferin fühlt sich also gewappnet für das Rennen vor der Haustür - zumal auch noch der Arzt mitläuft. Dr. Dirk Baumgärtel aus Reutlingen hat sie nach dem Ermüdungsbruch behandelt. "Jetzt ist es ganz gut, dass ich mit ihm rennen kann", meint Veith, wobei man noch dabei ist, eine gemeinsame Linie zu finden. Er hat sich scheinbar einiges vorgenommen und "seine Patientin" grübelt noch, ob sie ihm folgen will. Von der Drei-Stunden-Barriere ist die Rede - ein ganz schönes Pfund.
Viel wichtiger ist ihr allerdings, wie schon eingangs erwähnt, dass sich noch etliche Marathon-Mitstreiterinnen finden - allein unter Männern wäre dann doch nicht so ihr Ding. Dorethea Frey, die Siegerin von 2008, käme ihr sehr gelegen. Das ist allerdings eine richtig Schnelle.
Nicht mit dabei ist heuer die Dettingerin Marlene Kühne, die im vergangenen Jahr über die Halbmarathon-Distanz siegte. "Ich habe leider keine Zeit", vermeldet die Studentin. Prüfungen stehen vor der Tür, die die ganze Konzentration erfordern.
Info Voranmeldungen zum Ermstal-Marathon sind noch möglich bis zum 3. Juli unter:
Dort gibt es auch Information über die Strecken, die im Angebot sind.
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Autor: WOLFGANG SEITZ | 23.06.2010
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Pamela Veith ist nach einem Ermüdungsbruch wieder flott unterwegs. Der Ermstal-Marathon könnte da genau richtig kommen. Foto: Michael Koch
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