Veith-Sieg in China

Pamela Veith stand am vergangenen Sonntag, vom chinesischen Leichtathletikverband eingeladen, am Start des Gobi-Ultra-Marathons. Die Dettingerin siegte und träumt vielleicht noch heute.

DIETMAR CZAPALLA |

Die für den TSV Kusterdingen startende Pamela Veith war der Einladung nach China zum Gobi-Ultra-Marathon über 50 Kilometer gefolgt. Für die in Dettingen/Erms wohnende Läuferin eine große Ehre und gleichzeitig eine Überraschung, dass sie der chinesische Leichtathletikverband zum Einladungslauf für die besten Ultras der Welt gerufen hatte.

Nach strapaziöser Anreise erst am Samstag in China angekommen, startete der Ultralauf schon am Tag danach. Im Rahmen des Gobi-Ultra-Marathons galt es 50 Kilometer zu laufen und dabei auch etliche Höhenmeter zu überwinden. Pamela Veith war im Vorfeld bekannt, dass die höchst anspruchsvolle Strecke über Lava- und anderes Gestein, Sand, dorniges Gestrüpp, Matsch und nur wenig Asphalt führen würde. "Ein Abenteuer durch und durch und das wird auf jeden Fall ein Erlebnis ohne Ambitionen auf eine besondere Platzierung", sagte die Ermstälerin zwei Tage vor ihrer Abreise.

Am frühen Morgen nach dem Lauf erreichte uns eine durch und durch euphorische Mail der Ausdauerathletin, direkt aus China, die mit den Worten "muss schnell duschen, nachher ist Abreise, es ist 6.15 Uhr", endete. Was war am Tag zuvor geschehen? Am Start, um 9 Uhr, war "Pami" noch der Überzeugung, dass sie der starken Amerikanerin Megan Arbogast und der nicht minder starken Australierin Jodie Oborne nicht würde das Wasser reichen können. Vom Start weg mächtig aufs Tempo gedrückt, ließ sie diese beiden Favoritinnen gleich mal hinter sich. Die ersten 15 Kilometer durch Wüstensand über Dünen bergauf und bergab, regte sie sich bei Kilometer 26,5 deshalb "tierisch auf", weil ihre eigene Verpflegung nicht deponiert war. Bis Kilometer 30 blieb eine Chinesin an ihr dran, dann musste auch die abreißen lassen.

In der zweiten Rennhälfte noch zehn Männer überholt, "wurde ich immer besser, es lief wie geschmiert". Ab Kilometer 27 wurde es dann ein Einzelkampf und sie musste sich "konzentrieren, um mich nicht zu verlaufen. Wie beflügelt zog ich es durch, es war sagenhaft. Als ich ins Ziel kam, war der Blaue Teppich ausgerollt und man sagte mir, ich wäre die Siegerin. Mit einer Zeit von 4:25:10 Stunden hatte ich gewonnen. Ich sprang im Ziel vor Freude auf und ab, ich konnte es nicht glauben."

Was danach kam, hatte die erfolgsverwöhnte Athletin so noch nie erlebt: "Ich wurde gefeiert wie eine Heldin oder ein Star. Alle wollten ein Foto von mir. Doping-Kontrolle, Pressekonferenz, Massage, Siegerehrung und dann war ich als Letzte im Hotel." Und am Morgen danach, kurz nach dem frühen Aufstehen: "Es ist der Hammer, denke immer noch, ich muss aus diesem Traum erst noch wach werden."

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