Willensleistung nicht belohnt

Der VfL Pfullingen kassierte nach 9:1 Punkten seine erste Niederlage 2016, die SG Leutershausen bleibt nach dem hart umkämpften 29:27 in diesem Jahr ungeschlagen. Es hätte anders kommen können.

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VfL-Trainer Till Fernow war durchaus zufrieden - vom Ergebnis einmal abgesehen.  Foto: 

Leutershausen hatte Respekt vor dem VfL, den haben sich die Echaztäler erarbeitet. Trainer Marc Nagel: "Der VfL ist schwer ausrechenbar, die sind gegenüber dem Hinspiel, das wir klar gewannen, nicht wiederzuerkennen gewesen. Ich bin heilfroh, dass wir die beiden Punkte behalten konnten." Die SG nimmt jeden Gegner ernst, den VfL sowieso, der auf jeder Position gut besetzt ist.

Der Spielverlauf sagt vieles aus, vor allem, wie eng es zuging. Der VfL lag ständig zurück, ging nur einmal (36.) mit 17:16 in Führung, dann stand es 19:19, ehe sich die SG wieder auf drei Tore absetzen konnte. Doch die SG kam einfach nicht weg. Die jungen Wilden des VfL lagen vier Tore zurück (21:25), kamen wieder heran dank toller Moral - sie gaben sich einfach nicht geschlagen, wollten punkten.

Es hieß 27:26, 28:27 - noch 42 Sekunden zu spielen, aber die Gastgeber hatten den Ball und trafen noch einmal. Remischance vorbei, es wäre zu schön gewesen. Chris Jabot konnte doch mitwirken, wenn auch nur kurz. Jan Reusch bekam einen Schlag auf die Nase, konnte nicht mehr mitwirken, aber es ist nichts Dramatisches, Sommer spielte gar nicht, der Trainer wechselte oft.

Micha Thiemann traf sechs Mal: "Wir hätten mit etwas Glück etwas mitnehmen können, trugen aber zum guten Spiel bei, gaben alles. Wir zeigten eine starke Leistung, sind auf dem richtigen Weg." Trainer Till Fernow sieht die verrückte Liga: "Da siegen Balingen und Kornwestheim klar, Haßloch holt gegen Nußloch einen Punkt. Da darf man sich nie sicher sein. Wir haben vier Punkte Vorsprung auf einen Abstiegsplatz, da geht es ganz eng zu. Wir müssen weiterhin punkten, spielen jetzt in Großsachsen und gegen Pforzheim, zwei Große, dann kommen Teams auf Augenhöhe."

Zum Spiel meinte der engagierte Trainer: "Das war eine tolle Willensleistung, wir haben echt gut gespielt, einen Punkt verdient gehabt. Es war ein Spitzenspiel mit Top-Handball und wir waren ein Teil davon. Das muss einen stolz machen."

Fernow weiter: "Ich hatte ein gutes Gefühl und selbst als wir mit vier Toren zurücklagen, kamen wir zurück, das ist ein Wille, eine Leidenschaft, die nicht zu überbieten sind. Wir hatten die Chance auf einen Bonuspunkt, ließen uns nie abschütteln. Ich stellte hinten auf eine 3:2:1 um, das klappte, wir haben ja Varianten. Die SG war trotzdem einen kleinen Tick cleverer, eben auch erfahrener."

Der VfL war taktisch klug eingestellt, lernt auch aus diesem Spiel. Die Jungs sind jetzt so gereift, dass sie auch bei einem Großen, dem Meister, mithalten. Da gibt es nur noch ganz kleine Unterschiede. Diese Entwicklung gibt zu Hoffnungen Anlass, man sollte noch acht bis zehn Punkte holen, dann wäre die Liga gehalten. Das ist machbar.

SG Leutershausen: Hübe, Mangold - Wilde (1), Salger (2), Räpple (8/4), Pfattheicher (7), Volk (5), Geppert (4), Bauer, Spohn (1), Pestinger (1), Conrad, Karpstein, Ratzel.

VfL Pfullingen: Tölke, Schipplock - Schliedermann (1), Sommer, Klusch (2), Breckel, Hipp (1), Thiemann (6/1), Jabot (2), J. Reusch, Freidrich (4), Hertwig (2), Hiller (3), List (6).

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