VfL-Motor stottert gewaltig

Der VfL Pfullingen musste die zweite Heimniederlage einstecken. Tabellenführer SG Leutershausen war besser, machte weniger Fehler und hatte in Alexander Hübe im Tor den überragenden Mann.

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Da hatte sich der VfL so viel vorgenommen, aber der Matchplan ging nicht auf, man bot eine schwache Leistung, kam nie ins Spiel. Der Motor geriet ins Stottern. Leutershausen mit der starken Abwehr und einem tollen Torwart Hübe ließ dem VfL keine Chance, der sich nach der Pause wenigstens wehrte, noch einmal bis auf drei Tore herankam.

Vor dem Seitenwechsel gab es Ballverluste, man warf einige Bälle weg, kam nicht in den Gegenstoß, vergab auch vier Siebenmeter. Dazu gab es viele individuelle Fehler, man zog überhastet ab, das Tempospiel kam nicht zum Tragen, man bekam den starken Jochen Geppert (12 Tore) nicht in den Griff, der kaum einen Fehlwurf hatte. Die SG war abgezockter, steht nicht zu Unrecht ganz oben.

Der VfL fand nicht ins Spiel, lag nach 16 Minuten 2:7 hinten - zwei Tore in 16 Minuten zu Hause gab es noch nie. Dabei hielt Tölke, der mit den TVN-Einsätzen drei Spiele in drei Tagen bestritt, einen Siebenmeter, der VfL schoss indes vier Fahrkarten vom Punkt - zu viele. Über Außen ging zu wenig, die 6:0-Abwehr der SG stand prächtig, der VfL brachte sie nicht so in Bewegung, wie es Trainer Fernow vorhatte. Der VfL kam auf 7:10 heran, für Fernow war das der Knackpunkt, als man es versäumte, noch näher aufzurücken, denn der Gast traf viermal, ging mit 14:7 in die Pause.

Der Trainer erhoffte sich mit den VfL-Tugenden den Umschwung nach der Pause, als sich der VfL besser präsentierte, gut mithielt, aber nie eine echte Chance hatte. Die Jungs gaben jetzt alles, am Einsatzwillen fehlte es nicht, aber man hatte Ballverluste, vergab Freie, scheiterte an Hübe, es lief einfach nicht. Es stand 12:18, dann 15:19, der VfL bäumte sich auf. In der 49. Minute stand es 19:22, die Pfullinger waren im Angriff, wären auf zwei Tore herangekommen, der Ball strich vorbei - im Gegenzug traf die SG zum 19:23: die Entscheidung. Die SG zog auf 25:19 weg, der VfL-Widerstand war gebrochen.

Micha Thiemann sah es so: "Wir kamen schlecht ins Spiel rein, die SG hatte einen guten Start, wir brachten sie nie in Gefahr. Wir vergaben Freie und Siebenmeter, es gab keinen Türöffner. Wir haben eben zu viele Bälle verworfen, hatten uns auf den Mittelblock gut eingestellt, aber es gab zu viele individuelle Fehler. Hübe ist einer der besten Drittliga-Torsteher. Doch man darf uns nicht vorwerfen, nicht alles gegeben zu haben."

Gästetrainer Marc Nagel meinte: "Wir wollten gewinnen, wobei ich Respekt vor der tollen Arbeit von Fernow habe, doch die 3. Liga ist eine schwere. Unser Kampfgeist stimmte, Hübe hielt super und Geppert war der Chef auf dem Platz. Der VfL überraschte uns mit der Deckung und dem Angriff, darauf waren wir nicht vorbereitet, bekamen das schnell in den Griff."

Pfullingens Coach Till Fernow gab zu: "Die SG war besser, gewann verdient. Die Fans haben gut mitgearbeitet, aber man kann verlieren - die Art und Weise ist wichtig. In der ersten Halbzeit stimmte die Art nicht, nach der Pause schon. Wir hatten gegen die 6:0 Probleme. Wir müssen noch viel lernen, möchten da hinkommen, wo Leutershausen schon ist. Aus dem Spiel nehmen wir einiges mit, arbeiten es auf, auch ich muss mich hinterfragen, ob ich das Team richtig eingestellt habe. Es war ein kleiner Rückschritt, den wir verdauen. Mit zwei Siegen sind wir im Plan, stecken einem Lernprozess."

Spiel-Statistik

VfL Pfullingen: Tölke, Schlipphak (ab 31.) - Schliedermann (4/1), Wolf (1), Klusch (2), Breckel (3), Keupp (2), Hipp (1), Thiemann (2/2), Jabot (2), Friedrich, Hertwig, Hiller (3), List (3).

SG Leutershausen: Hübe - Wilde (1), Salger (2), Räpple (4), Klee, Pfattheicher (6/2), Lierz, Volk (3), Geppert (12/3), Pestinger, Conrad (1), Ratzel, Karpstein.

Zuschauer: 830.

Schiedsrichter: Homa, Mehl (Stadeln).

Zeitstrafen: VfL vier (List sah nach drei Zeitstrafen Rot in der 47. Min.) - SG neun

Siebenmeter: VfL vergab vier, die SG Leutershausen einen.

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