TusSies zerlegen enttäuschenden BVB

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  • Die TusSies legten sich nach getaner Arbeit nieder, feierten ihren 35:17-Heimsieg gegen den ehemaligen Tabellennachbarn aus Dortmund.  1/2
    Die TusSies legten sich nach getaner Arbeit nieder, feierten ihren 35:17-Heimsieg gegen den ehemaligen Tabellennachbarn aus Dortmund. Foto: 
  • Shenia Minevskaja (links) bekam ein Sonderlob vom Trainer für ihre vorzügliche Leistung in Abwehr und Spielsteuerung. 2/2
    Shenia Minevskaja (links) bekam ein Sonderlob vom Trainer für ihre vorzügliche Leistung in Abwehr und Spielsteuerung. Foto: 
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Pressechef Joachim Zühlke überbrachte die Nachricht lange vor Spielbeginn, aufmerksame Beobachter hatten es bereits geahnt, weil Delaila Amega in Zivilkleidung in der Halle war. „Sie kann nicht spielen, hat einen fiebrigen Infekt“, sagte Zühlke. Weil nach der etatmäßigen Spielmacherin Anna Loerper (Muskelfaserriss in der Wade) nun auch ihre zuletzt so starke Vertreterin fehlte, hatte die TuS Metzingen ein immens großes Problem vor dem Verfolgerduell mit dem BVB Dortmund.

Der hatte aber bedeutend größere – obwohl die Bank vollbesetzt war. Es klappte überhaupt nichts beim BVB. Im Aufbau misslangen auch einfachste Pässe, Abschlüsse segelten am Kasten von Jasmina Jankovic vorbei, die dann auch noch einiges in die Finger bekam. Es sollte eine denkwürdige Partie werden – für beide Teams.

Minevskaja steht am Pult

Unter der Regie von Shenia Minevskaja, die später in der Spielsteuerung Unterstützung von Stina Karlsson bekam, führten die TusSies nach vier Minuten 4:0, Torschützin war Katharina Beddies, die auf ihrer linken Seite von der BVB-Abwehr überhaupt nicht beachtet wurde. So traf sie auch nach 13 Minuten zum 9:2. Zwischenzeitlich rieselte etwas Sand ins pinke Getriebe, Marlene Zapfs 16:7 kurz vor dem Gang in die Pause war eigentlich unfassbar. Die TuS, das darf man nicht vergessen, hat in den ersten 30 Minuten aber auch viel richtig gemacht, ließ sich von einer 5:1-Deckung nur vorübergehend beeindrucken.

Man traut es sich kaum zu schreiben, aber nach dem Seitenwechsel hatten die Gastgeberinnen Probleme in Sachen Chancenverwertung, was bei einem 19:9-Zwischenstand nach 37 Minuten freilich nicht zu sehr ins Gewicht fiel. Das Publikum erfreute sich derweil an den Darbietungen von Jasmina Jankovic. Sie parierte einen Siebenmeter von Svenja Huber glänzend, eine Freie von Virag Vaszari noch besser.

Peinlich wurde es, als der BVB plötzlich ohne Torhüterin spielte. Julia Behnke, Marlene Zapf und Jasmina Jankovic trafen in rascher Folge ins leere Gehäuse. Weil auch ansonsten die Ladehemmung behoben war, ganz besonders bei Marlene Zapf, stand es nach 48 Minuten 28:12 – wohlgemerkt gegen einen Gegner, der bis dato eine sehr gute Runde gespielt hat.

Kempa als Krönung

Dortmunds Torhüterin Clara Woltering hatte sogar noch einige Paraden auf dem Zettel, die TusSies waren aber mindestens zwei Klassen besser, ließen die Gegenstöße prasseln. Riesenjubel nach Ina Großmanns finalem 35:17. Damit hatten sämtliche Feldspielerinnen im pinken Trikot getroffen.  Und es war auch der schönste Treffer der Partie. Shenia Minevskaja war Abesenderin bei Großmanns brachialem Kempator. „Das kann man schon mal machen“, schmunzelte TuS-Trainer René Hamann-Boerith, der, wen wundert es, mit seiner Mannschaft rundum zufrieden war. „Wir haben ein sehr hohes Niveau gezeigt über 60 Minuten. Wichtig war, dass wir über die Abwehr gut in die Gegenstöße kamen, weil für den Positionsangriff ja Anna und Delaila fehlten. Shenia hat das beste Spiel gezeigt, seit ich hier Trainer bin, führte klug Regie und war in der Abwehr sehr stark“, sagte Hamann-Boeriths.

Torhüterin Jasmina Jankovic lobte ebenfalls die Defensivleistung. „Wir haben eine sehr gute Abwehr gestellt, unser Spiel über 60 Minuten durchgezogen. Ab der 40. Minute war mir bewusst, dass nichts mehr anbrennen kann. Der Rest war etwas entspannter.“ Ein Blick in die Statistik offenbart, dass die junge Dame erst ab dem 21:9 so richtig an den Sieg glaubte. Vielleicht hat sie vor lauter Paraden aber auch einfach vergessen, auf die Anzeigetafel zu gucken.

Am Sonntag müssen die TusSies in Sachen EHF-Cup in Höörs ran. Eines ist sicher: Die Gegenwehr des schwedischen Meisters wird um einiges größer sein als jene der enttäuschenden Dortmunderinnen.  

TuS Metzingen gegen
BV Borussia Dortmund

35:17

TuS Metzingen: Jankovic (1), Roch - Zapf (7),  Kobylinska (2), Minevskaja (7/5), Karlsson (1), Ingenpaß (1), Großmann (1), Weigel (3), Vollebregt (2), Obradovic (2), Beddies (3), Behnke (5)
BVB Dortmund:  Woltering, Burrekers - Kramer, Grijseels (4), Weisheitel, C. Müller, A. Müller (2), Kockel, Espinola Perez (1), Galinska (3/2), Stockschläder, van Kreij (1), Huber (1/1), Mansson (4), Bleckmann, Vaszari (1)  
Siebenmeter: 6/5 (Minvskaja vergibt) – 4/3 (Huber vergibt)
Zeitstrafen: – / Kramer, Grijseels, Weisheitel, A. Müller, van Kreij
Schiedsrichter: Maike Merz, Tanja Schilha (Oberteuringen, Friedrichshafen)
Zuschauer: 1000

Die Auslosung des Viertelfinals im DHB-Pokal, die am Mittwochabend im Anschluss an das Spiel zwischen dem Thüringer HC und der SG BBM Bietigheim (29:22) vorgenommen wurde, hat der TuS Metzingen ein Derby mit dem TV Nellingen beschert. „Es ist eigentlich perfekt. Die Reise ist für uns nicht weit, für die Zuschauer auch nicht  – und machbar ist es auch noch“, sagte Torhüterin Jasmina Jankovic.

Das Viertelfinale im Überblick:
Thüringer HC  gegen
SG BBM Bietigheim
Bayer Leverkusen gegen
HSG Bad Wildungen
Buchholz-Roseng. gegen
VfL Oldenburg
TV Nellingen gegen
TuS Metzingen
Gespielt wird am 13./14. Januar – aber nur, wenn die TusSies nicht die Gruppenphase im EHF-Cup erreichen. Die jeweiligen Sieger sind für das Final4 in der Porsche-Arena qualifiziert (19./20. Mai). wose

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