Steigerung nach Katastrophenstart

In der Frauenhandball-Bundesliga besiegte die TuS Metzingen die Bad Wildungen Vipers nach schwacher erster Hälfte mit 32:23. Das Spiel beginnt mit 20-minütiger Verspätung, weil der Gast im Stau hängt.

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  • Gejubelt wurde erst im zweiten Abschnitt richtig, hier von den Damen Vollebregt (links) und Michielsen.  Eibner 1/3
    Gejubelt wurde erst im zweiten Abschnitt richtig, hier von den Damen Vollebregt (links) und Michielsen.  Eibner Foto: 
  • Anna Loerper machte alle Siebenmeter rein – auch wenn es hier auf den ersten Blick anders aussieht. 2/3
    Anna Loerper machte alle Siebenmeter rein – auch wenn es hier auf den ersten Blick anders aussieht. Foto: 
  • Delaila Amega (links) stand am Ende für die TuS Metzingen am Regiepult. Die junge Holländerin steigert sich kontinuierlich.  3/3
    Delaila Amega (links) stand am Ende für die TuS Metzingen am Regiepult. Die junge Holländerin steigert sich kontinuierlich.  Foto: 
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Banges Warten in der Öschhalle. Die Partie begann mit 20-minütiger Verspätung, weil die „Schlangen“ aus Bad Wildungen sich auf den deutschen Autobahnen in selbigen tummelten. 19.37 Uhr tauchten sie vor Metzingens Handballtempel auf, hatten also noch ein bisschen Zeit, sich auf die eigentliche Aufgabe einzustimmen.

Bei der TuS Metzingen waren die zu Wochenbeginn erkrankten Anna Loerper und Tonje Loseth mit an Bord. Es fehlte Stina Karlsson, die sich in Bietigheim vor Wochenfrist am Ellenbogen verletzt hat. Eine Überdehnung samt leichtem Anriss der Bänder wird sie sechs Wochen außer Gefecht setzen. Für sie kommt die EM-Pause genau richtig.

Mit nur elf Spielerinnen waren die Vipers aus Bad Wildungen angereist, darunter zwei Keeperinnen. Wechselmöglichkeiten waren also dünn gesät. Trotzdem konnte die staugeplagte Rumpftruppe die TusSies zu Beginn mächtig ärgern. Sechs Minuten waren gespielt und es stand 0:4. Anouk Nieuwenweg hatte mit zwei Siebermetern den Startschuss gegeben. Es waren sage und schreibe 13 Minuten gespielt, ehe die Pink Ladies das erste Feldtor bejubeln durften. Luca Szekerczes traf zum 3:4.  Bis zur ersten Führung musste man bis zur 20. Minute warten: Anna Loerper per Siebenmeter zum 8:7. Überhaupt waren die ruhenden Bälle ein Thema. Deren drei musste Bad Wildungen bis dahin als Verlust buchen.

Die TuS Metzingen konnte die anfängliche große Streuung minimieren – zumindest zeitweise. Katharina Beddies hatte das 10:7 markiert (23.), Sicherheit gab das aber nur bedingt. Bad Wildungen kam ran auf 12:11 (28.), hatte in Nicoleta Laura Vasilescu die auffälligste Akteurin, sie traf bei Bedarf auch aus dem Stand. Bei Metzingen sorgte kurz vor der Pause Marlene Zapf mit zwei sicher platzierten Gegenstößen noch für das einigermaßen beruhigende 14:11. Luft nach oben war aber noch viel vorhanden. Zu viele Sachen waren daneben gegangen im Aufbau.  

Im zweiten Abschnitt ging es zügig voran. Die TusSies konnten ihre Favoritenrolle endlich als solche interpretieren. Die Angriffe liefen bedeutend besser, Jasmina Jankovic im TuS-Tor schnappte sich auch Freies. Das 19:12 aus der 38. Minute (Beddies) gab die Richtung für den Rest der Partie vor. Marlene Zapf lief heiß, haute die Gegenstöße sauber ins Netz. Bei Maren Weigels 27:19 (50.) war der Fall endgültig besprochen. Csaba Konkoly wechselte durch, Wendy Obein parierte nun für „JJ“. Delaila Amega führte Regie, Kelly Vollebregt schoss durch die Halle, Annika Ingenpaß erzielte ihr erstes Heimtor für die TusSies.

In der 57. Minute durfte man sich auch in einer 4:6-Situation bewähren. Hat aber nichts ausgemacht. Der 32:23-Sieg am Ende war standesgemäß, gefeiert wurde er aber kein bisschen, weil bereits am Freitag das Rückspiel im EHF-Cup gegen Ankara ansteht. Sechs Tore muss die TuS aufholen. Man hofft, dass dann Julia Behnke wieder am Start ist, die gegen Bad Wildungen raus musste, weil ihr schlecht wurde.

Stimmen zum Spiel

„Wir sind schlecht in die erste Halbzeit gestartet, haben dann aber Moral gezeigt und konnten über die Abwehr ins Spiel zurückkommen. Am Ende habe ich viel gewechselt, weil wir uns da ja schon für den Freitag vorbereiteten“, sagte TuS-Trainer Csaba Konkoly. Anna Loerper gab zu Protokoll: „Wir haben die Pflicht erfüllt, es lief aber bei weitem nicht alles rund. Das war zu einem Teil auch der hohen Belastung in der englischen Woche geschuldet.“ Marlene Zapf, die wie Anna Loerper sechs Mal treffen konnte, stellte ebenfalls die Abwehrleistung in den Vordergrund. „In der zweiten Halbzeit haben wir uns mächtig gesteigert – vor allem hinten.“

TuS Metzingen gegen
HSG Bad Wildungen Vipers

32:23

TuS Metzingen: Obein, Jankovic – Zapf (6), Amega, Szekerczes (2), Loerper (6/4), Loseth (4), Ingenpaß (1), Weigel (2), Vollebregt (2), Obradovic (1), Michielsen (3), Beddies (4), Behnke (1).

HSG Bad Wildungen Vipers: Duijndam, Brütsch – Stockschläder (4), Nieuwenweg (3/2), van Rossum, Schmidt-Robben (2), Bolze (2/1), Nagy (1), Vasilescu (8/2), Haggerty (2), Zuber (1).

Siebenmeter: 4/4 – 8/5 (Nieuwenweg, Bolze und Vasilescu scheitern).
Zeitstrafen: Loseth, Obradovic, Michielsen (2) – Schmidt-Robben (2), Vasilescu (3 = Rot 58.).
Schiedsrichter: Thomas Hörath, Timo Hofmann (Zirndorf, Bamberg).
Zuschauer: 960.

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