Ohne Druck nach Solingen

Jetzt geht es richtig los. Mit der ersten Runde im DHB-Pokal beginnt für die Bundesligateams am Wochenende wieder der Ernst des Handball-Lebens. Den TV Neuhausen hat das Los zum Bergischen HC verschlagen.

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Ob Regisseur Ferdinand Michalik (rechts) für den TVN zum Ball greift, ist nicht klar. Die Wade zwickt.  Foto: 

Wenn der TV Neuhausen am Samstag um 15 Uhr in der Klingenhalle zu Solingen auf den Bergischen HC trifft, dann gibt es keine zwei Meinungen, was die Favoritenrolle anbelangt. "Ein Sieg für uns wäre eine Riesenüberraschung", sagt TVN-Trainer Aleksandar Stevic. Daraus leitet sich auch die Vorgehensweise ab: "Wir können völlig befreit reingehen." Gleichwohl sieht es der TVN-Übungsleiter als das erste Spiel der Saison 2015/2016 unter Original-Wettkampfbedingungen an. Deshalb wird Gas gegeben im Härtetest vor dem Saisonauftakt kommende Woche gegen den HC Erlangen.

Eigentlich kommt in der ersten DHB-Pokalrunde, die erstmals in Vierer-Turnieren ausgetragen wird, den Zweitligisten das Heimrecht zu. Neuhausen musste da aber abwinken, weil bekanntlich die Hofbühlhalle noch saniert wird. Deshalb fährt man jetzt zum Erstligisten nach Solingen, der in der vergangenen Saison den Klassenerhalt weitaus früher bejubeln konnte als in den Jahren zuvor. Sein Scherflein dazu beigetragen hat Fabian Gutbrod. Im wahrsten Sinne großgeworden beim TV Neuhausen, spielte der Rückraumhüne eine sehr ansprechende Runde. "Gudi hat einen guten Schritt nach vorne gemacht. Er hat konstant gespielt, das hat ihm zuvor noch gefehlt", weiß Aleksandar Stevic. Seine Geschosse aus dem Rückraum sind hinlänglich bekannt bei seinem alten Klub, weshalb man ihm mit der 3:2:1-Deckung die eine oder andere Möglichkeit verbauen will. Inwieweit den sympathischen Burschen das beeindrucken wird, bleibt abzuwarten. Im letzten Testspiel des BHC beim Neuhäuser Zweitliga-Klassenkameraden in Hamm hat er es unter der Woche acht Mal krachen lassen. Freilich wird der TVN nicht den Fehler machen, sich einzig und allein auf den "Langen" zu konzentrieren. Auch der Rest der Bergischen Löwen gilt als recht bissig und torhungrig.

Ein Anliegen von Trainer Stevic ist es, eine Formation für das erste Saisonspiel gegen den HC Erlangen hinzubekommen. Dem nicht zuträglich ist die derzeitige Personalsituation. Tim Keupp wird nach seinem Muskelfaserriss wohl am Start sein, bei Neuzugang Jona Schoch, der sich bei der Junioren-WM an der Hand verletzt hat, sieht es nicht ganz so toll aus. "Er hat ein bisschen mittrainiert, allerdings ohne Körperkontakt. Bei ihm müssen wir das Risiko abwägen", sagt Stevic. Das gilt auch für Ferdinand Michalik, der seit dem abschließenden Trainingslager in Tailfingen mit Wadenproblemen behaftet ist und die ganze Woche nicht trainierte. Im Pokal würde man ihn zwar brauchen, die nächste Woche beginnende Zweitliga-Saison hat aber Vorrang. Sicher nicht dabei ist Klaus Schuldt, der mit der Uni nach wie vor auf Exkursion weilt.

Sollten Schoch und Michalik ausfallen, würden zwei etatmäßige Mittelspieler fehlen. "Ferdl ist da natürlich kaum zu ersetzen, trotzdem haben wir für die Spielleitung weitaus mehr Optionen als bisher", verrät "Aco" Stevic. Neuzugang Christian Wahl hat es in Oppenweiler zum Beispiel hervorragend gemacht, Youngster Jan Reusch ist ebenfalls gelernter Regisseur. Egal aber, wer nun in die "Bütt" steigt, Stevic will, dass sich seine Mannschaft gut präsentiert und Selbstvertrauen tankt. So etwas geht auch ohne Sieg. Sollten wider Erwarten die "Bergischen Löwen" doch gezähmt werden können, müsste der TVN am Sonntag (15 Uhr) im Finale noch einmal ran. Gegner wäre der Sieger aus der zweiten Halbfinalpaarung: HSG Rodgau Nieder Roden - TV Hüttenberg.

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