Furchterregende Quote

Auch überragende Torhüterleistungen helfen dem TV Neuhausen nicht, so lange er sich, wie gestern beim 19:23 gegen Hamm, 25 Fehlwürfe leistet. Die Stevic-Jungs rutschen immer tiefer in den Keller.

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  • Und wieder tanzte der Gegner. Neuhausens Klaus Schuldt konnte es nicht mehr mitansehen und schlich von dannen. Fotos: Eibner 1/2
    Und wieder tanzte der Gegner. Neuhausens Klaus Schuldt konnte es nicht mehr mitansehen und schlich von dannen. Fotos: Eibner Foto: 
  • An den TVN-Keepern lag es sicher nicht. Magnus Becker hielt bärenstark, Simon Tölke (im Bild) auch. Das Neuhäuser Problem liegt sehr viel weiter vorne. 2/2
    An den TVN-Keepern lag es sicher nicht. Magnus Becker hielt bärenstark, Simon Tölke (im Bild) auch. Das Neuhäuser Problem liegt sehr viel weiter vorne. Foto: 
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Es gab am späten Sonntagnachmittag in der Hofbühlhalle etliche ganz arme Fans: Jene, die neben den TVN-Jungs auch noch die vom VfB Stuttgart ins Herz geschlossen haben. Ähnlich den Kickern vom Wasen, geht der TVN dieser Tage sehr fahrlässig mit seinen Chancen um. So zum Beispiel schon im ersten Spielabschnitt, als Neuhausen den Gästen aus Westfalen das Leben mehr als schwer machte. 8:5 führten sehr gut eingestellte Stevic-Schützlinge nach einer Viertelstunde. Man spielte ruhig, hatte einen Blick für den freien Mann und der traf dann auch meistens. Das sollte sich ab da aber ändern.

Sechs Mal wurden in der Folge auch beste Einwurfmöglichkeiten verschmäht - hinzu kamen Siebenmeter von Christian Wahl und Felix Klingler. Wesentlich zielstrebiger agierten die schnellen Hammer, die nach 25 Minuten mit 10:8 führten, oder anders: Neuhausen hatte sich ein 0:5-Zwischenspiel geleistet. In die Kabinen ging es mit 11:13.

Und es ging im zweiten Abschnitt gerade so weiter, mit dem Unterschied, dass der TVN zunehmend Probleme mit dem Torgebälk bekam - es war wie verhext. Magnus Becker hielt wie eine Eins, zeigte 15 Paraden, seine Glanztaten wurden aber nicht mittels Toren belohnt.

So kam es, dass elf Minuten lang gar kein Treffer zu notieren war. Ausgehend vom 13:14 (42.) machte sich dann aber Hamm auf, sich das Spiel zu sichern. Das dachte man zumindest beim 14:19 (47.). Der TV Neuhausen traf einfach nichts mehr - und es war beileibe nicht immer Pech im Spiel, manchmal ging die Harzkugel nämlich auch schon im Aufbau verschütt.

Aufgegeben haben sich die Jungs nicht. Ab Minute 47 stand Simon Tölke zwischen den Pfosten und machte seine Sache ausgezeichnet, parierte fünf Mal in Serie. Es gelang eine Annäherung auf 17:19 (53.), Tölke war auch bei einem Siebenmeter von Zdrahala auf dem Posten. Auf der Gegenseite, das sollte nicht verschwiegen werden, ging auch Hamms Goalie Tomas Mrkva recht erfolgsorientiert seiner Arbeit nach. Als das Publikum richtig in Wallung kam, hatten die Herren Gubatz und Blohme jene Antworten parat, die den TVN ins Tal der Tränen stürzten. Schnelle Treffer von Daniel Reusch und Klaus Schuldt brachten kurz vor dem Abpfiff noch das 19:21, Just und Zdrahala banden bei offener Deckung beim 19:23 den Sack endgültig zu.

Woran es gelegen hat, konnte jeder in der Halle sehen. TVN-Youngster Jona Schoch brachte es auf den Punkt: "Das letzte Bisschen hat im Abschluss gefehlt. Wir müssen die Kugel einfach ins Tor bringen."

TVN-Trainer Aleksandar Stevic sah es ähnlich: "Vom Einsatz her kann ich dem Team keinen Vorwurf machen. 95 Prozent waren gut, fünf haben ganz vorne gefehlt. Wir haben an der Struktur im Spiel festgehalten - die Bälle gingen aber einfach nicht rein. Wenn man 25 verwirft, reicht das in der zweiten Liga nicht. Das müssen wir schleunigst abstellen."

Hamms Trainer Niels Pfannenschmidt war "völlig euphorisiert", sprach von einem "geilen Spiel", schwärmte von den Gegensätzen der beiden famosen Abwehrreihen. Seine 6:0 hat gegen die 3:2:1 gewonnen. Genau das hat einem Großteil der 842 Zuschauer gar nicht geschmeckt.

Spiel-Statistik

TV Neuhausen: Becker, Tölke (ab 47.) - Stüber (1), Schuldt (2), Keinath, Wahl (1), D. Reusch (1), Schoch (1), Wessig (1), Klingler (3), Keupp (1), Michalik (2), Bornemann (5), Maas (1).

ASV Hamm-Westfalen: Mrkva, Doden - Blohme (2), Brosch (2), Fuchs (1), Macke, Ritterbach (2/1), Zdrahala (4/1), Gudat (1), Just (3), Gaubatz (4), Zintel (1), Possehl (1), Savvas (2).

Siebenmeter: 2/0 (Wahl und Klingler vergeben) - 4/2 (Ritterbach und Zdrahala vergeben).

Zeitstrafen: Schoch, Wessig - Brosch (2), Fuchs, Gaubatz.

Schiedsrichter: Thomas Hörath, Timo Hofmann.

Zuschauer: 842.

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