Ein Prozess, der Zeit benötigt und ein unverkennbarer Druck

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Beim TV Neuhausen wünscht man sich eine noch aggressivere Abwehrarbeit. Hier legen sich (von links) Nick Witte, Jan Reusch (im Fallen), Daniel Reusch (hinten) und Jona Schoch ins Zeug. Foto: Eibner  Foto: 

Schaut man auf die Tabelle der 2. Handball-Bundesliga und die Bilanz des TV Neuhausen aus den vergangenen fünf Spielen, dann kann man nichts mehr schön schreiben. Die Ermstäler sind auf den fünftletzten Tabellenrang abgerutscht und stoßen unmittelbar an die Abstiegsränge an. Der letzte Sieg gelang der Truppe von Trainer Aleksandar Stevic am 22. Oktober beim Thriller gegen den ThSV Eisenach (27:26). Seither blieb man in fünf Partien sieglos, holte nur noch ein Remis daheim gegen den TuS Ferndorf.

Aleksandar Stevic arbeitet mit seiner Mannschaft im Training ständig intensiv an den Baustellen, die ihm während der Partien als verbesserungswürdig auffallen. Sucht man nach Ursachen für die nicht befriedigende Ausbeute, kommt man immer wieder auf die Abwehr zu sprechen. „Hier fehlt uns einfach Qualität im Vergleich zu den Vorjahren. Wir haben keinen routinierten Mann wie früher Ralf Bader, der mit seinem Erfahrungsschatz vieles korrigierte. Unter Stress und bei dem Tempo, das in der 2. Liga gespielt wird, nehmen meine jungen Spieler zahlreiche Situationen nicht so wahr, wie sie es vielleicht in einigen Jahren fast selbstverständlich tun werden. Diese Prozesse benötigen Zeit, und selbst wenn man ständig im Training daran feilt, kann sich nicht so schnell wie gewünscht eine Veränderung einstellen“, erklärt Stevic. 406 Gegentore (im Schnitt 29 pro Partie) sind der zweitschlechteste Wert der 2. Bundesliga, nur Schlusslicht HC Empor Rostock (433) hat mehr kassiert. Auf der anderen Seite bedeuten die erzielten 390 Treffer einen Klassewert, der nur von drei ambitionierten Teams (SG BBM Bietigheim, TV Hüttenberg und TSG Lu-Friesenheim) überboten wird.

„Meiner Meinung nach spielen wir den effektivsten Handball im Offensivbereich seit drei oder vier Jahren in Neuhausen. Und das trotz der Langzeit-Ausfälle von Karl Toom, Tim Keupp und den Einschränkungen von Einsätzen bei Sredjan Predragovic und Jona Schoch“, verweist Stevic auf die positiven Aspekte, die man keinesfalls unter den Tisch fallen lassen sollte. Auch zuletzt bei der 27:33-Niederlage beim Tabellenzweiten TuS N-Lübbecke musste der TVN-Coach schlucken. „Da verfüge ich ohnehin nur über zwei Linkshänder und dann steht einer davon nach elf Minuten mit blutgetränktem Trikot vor mir und muss versorgt werden.“ Andreas Bornemann hatte sich im harten Zweikampf eine klaffende Platzwunde zugezogen, die vom Lübbecker Mannschaftsarzt genäht wurde. „Das war ein feiner Zug der Gastgeber, schließlich haben sie Andreas fast eine Viertelstunde lang versorgt“, lobt Stevic, der am Samstag gegen den Tabellenzwölften TV Emsdetten aber auf den formstarken Rückraumbomber bauen kann. „Aus der Zweiten Mannschaft und der A-Jugend werden voraussichtlich Patrick Euchner und Felix Stahl auf der Bank bei uns sitzen“, kündigt der Neuhäuser Trainer zudem an. Die Gäste gelten als eine Mischung aus jungen deutschen Spielern mit Perspektive und international erfahrenen Cracks. Der Anspruch des TVE ist kein Rang im unteren Tabellenbereich. Die Westfalen wollen mittelfristig zurück in die 1. Liga, aus der sie nach der Runde 2013/14 als Tabellenletzter abgestiegen waren.

Druck hat am Samstagabend ab 20 Uhr aber vor allem der TVN. Mit zwei Punkten will man das Abstiegsgespenst aus der Hofbühlhalle verjagen. Dabei bauen die Ermstäler dringend auf ihre Zuschauer, die zuletzt wieder in größerer Zahl kamen und auf die erneut eine sehenswerte Halbzeitunterhaltung (zwei Tanzgruppen erfreuten zuletzt) wartet.

In der Zuschauer-Tabelle der 2. Handball-Bundesliga belegt der TV Neuhausen den 18. und damit drittletzten Platz. In den bisher sieben Saison-Heimspielen pilgerten 5096 Zuschauer insgesamt in die Hofbühlhalle, was einen Schnitt von 728 ergibt. Pro Spiel fehlen somit 176 Besucher gegenüber der Vorsaison, als 904 Augenzeugen im Schnitt gezählt wurden. Spitzenreiter der Zuschauer-Tabelle ist der VfL Bad Schwartau mit einem Schnitt von 1802 (1707 im Vorjahr). Den letzten Platz belegt Aufsteiger SG Leutershausen, der nur 618 Besucher im Schnitt zu seinen bislang acht Heimspielen anlockte.

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