Drei Premieren beim Sika-Cup

Die internationale Frauenhandball-Elite gibt sich von heute bis Sonntag zum 53. Mal in Bad Urach ein Stelldichein. Drei deutsche Teams und drei Premierengäste tummeln sich beim Sika-Cup.

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Die Szenerie im internationalen Frauenhandball dreht sich immer schneller: Mannschaften die gestern noch finanziell gut aufgestellt schienen und sportlich erfolgreich waren, sind heute nicht mehr vorhanden. Neue Turniere schießen wie Pilze aus dem Boden - genauso schnell verschwinden sie wieder. Dazu kommt die Termindichte im internationalen Handball, die in diesem Jahr auch den Sika-Cup nicht verschont. Das dänische Team aus Holstebro, das bereits zugesagt hatte, muss am Turnier-Wochenende in der Heimat den Supercup spielen. Die Veränderungen betreffen aber nicht nur einzelne Clubs sonder zum Teil ganze Ligen. So ist zum Beispiel die Liga in Dänemark, einst mit Abstand die stärkste der Welt, wegen der fehlenden finanziellen Mittel längst nicht mehr so dominant. Dafür gewinnen andere Ligen, wie zum Beispiel die deutsche Bundesliga, enorm an Renommee.

Das alles sind Rahmenbedingungen, mit denen Turnierleiter Jürgen Binder klarkommen muss, wenn es an die Zusammenstellung des Teilnehmerfeldes für den Sika-Cup geht. Es ist ihm auch in diesem Jahr gelungen, ein starkes und sehr ausgeglichenes Turnier zusammenzustellen, mit acht Mannschaften aus fünf Nationen.

Drei deutsche Mannschaften nehmen am Sika-Cup teil: Der TSV Bayer 04 Leverkusen, der im Halbfinale der Deutschen Meisterschaft nur durch ein Tor in letzter Sekunde am späteren Meister Thüringer HC scheiterte. Frisch Auf Göppingen spielte die beste Bundesligasaison seiner Geschichte: Platz sechs und damit Play-Off um die Deutsche Meisterschaft gespielt und im Pokals das Final Four in eigener Halle erreicht. Der Lokalmatador TuS Metzingen hat in seiner ersten Bundesligasaison den ersehnten Klassenerhalt geschafft und strebt nun mit neuem Trainer und entsprechenden Verstärkungen in der Tabelle weiter nach oben.

In den 60er- und Anfang der 70er-Jahre schrieb mit Swift Roermond zuletzt eine holländische Mannschaft mit Turniersiegen und Finalteilnahme beim Internationalen Frauenhandballturnier in Bad Urach Turniergeschichte. Nun schickt sich der Frauenhandball aus den Niederlanden an, international auf sich aufmerksam zu machen. Schon seit einigen Jahren wird dort hervorragende Jugendarbeit geleistet und immer wieder trifft man junge Spielerinnen aus diesem Land in Spitzenclubs aus ganz Europa. Zuletzt hat die Nationalmannschaft für Furore gesorgt, als man Rekordweltmeister Russland aus der WM-Qualifikation eliminierte. Grund genug also, den amtierenden holländischen Meister und Pokalsieger, Sercodak Dalfsen, zum Sika-Cup einzuladen. Viele Parallelen gibt es zum schwedischen Frauenhandball, wo vor allem auch die Nationalmannschaft bei den letzten Großereignissen auf sich aufmerksam machte. Man darf also gespannt sein auf den dreifachen schwedischen Meister Skuru IK.

Ein hochinteressantes Projekt ist auch der dänische Club Kopenhagen Handball. Durch die Übernahme der Lizenz vom Traditionsverein Frederiksberg IF wurde diese Mannschaft erst im Mai dieses Jahres gegründet. Durch den Verzicht zweier anderer Mannschaften nimmt man in der kommenden Saison aber bereits am Europacup teil. Verantwortlich für dieses Projekt ist der ehemalige Trainer des HC Leipzig, Martin Albertsen.

Zwei Favoriten auf den Turniersieg beim Sika-Cup kommen aus Russland: Titelverteidiger Zvezda Zvenigorod, die es in der Champions-League immerhin unter die letzten Acht schaffte und der elffache russische Meister (zuletzt fünf Jahre in Folge) Dinamo Volgograd.

Turnierprogramm

Den Auftakt um 16.30 Uhr macht heute die TuS Metzingen, die mit dem russischen Meister Dinamo Volgograd gleich einen der Turnier-Favoriten zum Gegner hat. Im zweiten Spiel ab 17.05 Uhr dann ein rein skandinavisches Duell zwischen Handball Kopenhagen und Skuru IK aus Schweden. Um 17.40 Uhr dann der erste Auftritt von Bayer 04 Leverkusen im Spiel gegen den holländischen Meister Sercodak Dalfsen. Und zum Abschluss des ersten Blocks hat der Titelverteidiger Zvezda Zvenigorod seinen ersten Auftritt im Spiel gegen Frisch Auf Göppingen.

Bevor die Mannschaften zu ihrem zweiten Spiel antreten, gibt es eine Neuheit beim Sika-Cup: Jeweils vor dem Spiel werden die Mannschaften den Zuschauern in der Ermstalhalle nochmals kurz vorgestellt und der Veranstalter und die Stadt Bad Urach, vertreten durch Turnierleiter Jürgen Binder und den Schirmherrn des Turniers, Bürgermeister Elmar Rebmann, überreichen ihre Gastgeschenke an die Teams. Den Abschluss des Freitags bildet das Duell aus dem "Ländle", TuS Metzingen gegen Frisch Auf Göppingen (21.15 Uhr).

Weiter geht der Sika-Cup am Samstag um 10.30 Uhr wenn mit Skuru IK und Sercodak Dalfsen die beiden jüngsten Mannschaften des Turniers aufeinander treffen. Um 11.05 erneut eine schwere Prüfung für die TusSies im Spiel gegen Zvezda Zvenigorod. Das dritte Spiel des Tages bestreiten dann Handball Kopenhagen und Bayer 04 Leverkusen. Den ersten Block am Samstag beendet dann Frisch Auf Göppingen gegen Dinamo Volgograd.

Nach dem Vorrunden-Modus jeder gegen jeden, muss jede Mannschaft am Samstag vier Mal antreten. Die Spielzeit von zwei mal 15 Minuten macht das ganze abwechslungsreich und gibt Raum für Überraschungen. Ob der großen Leistungsdichte sowie aufgrund der unterschiedlichen Spielauffassungen ist das ganze nicht nur für die Trainer und Spielerinnen eine große Herausforderung, sondern bietet unglaubliche Abwechslung für die Zuschauer.

Nachfolgend nur einige Highlights: Die TuS Metzingen muss um 13.15 Uhr gegen Handball Kopenhagen ran, um 15 Uhr hat es Bayer 04 Leverkusen mit dem russischen Meister Dinamo Volgograd zu tun. Um 17.10 Uhr dann das deutsche Duell zwischen Frisch Auf Göppingen und Bayer 04 Leverkusen. Zum Schluss des zweiten Turniertages dann nochmals zwei Aufreger: Zvezda Zvenigorod will Revanche für die in der Meisterschaft knapp erlittene Niederlage gegen Dinamo Volgograd nehmen. Den Schluss bildet die Begegnung der TuS Metzingen gegen Sercodak Dalfsen.

Anschließend tut etwas Entspannung gut, wenn beim Turnier-Hock Ernest and the Hemingways aufspielen.

In den letzten Vorrundenspielen am Sonntagvormittag entscheidet sich dann endgültig, wer welchen Rang in der Abschlusstabelle belegt und eventuell das Halbfinale erreicht. Häufig sehr spannende Spiele, die das frühe Aufstehen rechtfertigen. Begonnen wird um 9 Uhr (siehe Spielplan).

Das erste Play-Off-Spiel Tabellen-Erster gegen Tabellen-Vierter beginnt um 11.40 Uhr. Im zweiten Play-Off-Spiel stehen sich ab 12.45 Uhr der Tabellen-Zweite und der Tabellen-Dritte gegenüber. Gespielt wird bis zur Entscheidung, wenn notwendig mit Verlängerung und Siebenmeter-Werfen.

Im 14.30 Uhr findet das kleine Finale mit dem Spiel um Platz drei statt. Um 16 Uhr schließlich Abschluss und Höhepunkt, das Finale um den Sika-Cup.

Anschließend an das Finale findet die Siegerehrung sofort in der Halle statt. In diesem Jahr umrahmt vom Fanfarenzug Bad Urach. Bei der Siegerehrung werden nicht nur die besten Mannschaften, sondern auch die besten Spielerinnen des Internationalen Frauenhandballturniers um den Sika-Cup ausgezeichnet.

Ein erstklassiges Teilnehmerfeld braucht erstklassige Schiedsrichter. Das wird auch beim Sika-Cup 2013 wieder der Fall sein. Aus der Schweiz kommt mit Robin Sager/Stefan Styger ein EHF-Gespann. Aus dem Elitekader des DHB kommen die Gespanne Hanspeter Brodbeck/Simon Reich sowie Phillipp Dinges /Daniel Kirsch und aus dem Frauenkader des DHB Miriam Jarke/Sandra Senk.

Wer ist Favorit?

Titelverteidiger Zvezda Zvenigorod hat sich Konkurrenz aus dem eigenen Land mitgebracht: Dinamo Volgograd, russischer Meister der letzten fünf Jahre. Diese beiden Teams haben eine leichte Favoritenstellung. Dahinter wird es aber sehr eng, weil das Teilnehmerfeld sehr ausgeglichen ist. Durch den Turnier-Modus sind aber Überraschungen immer möglich.

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