Die TusSies sind gerüstet für absolute Hochkaräter

Früher war die TuS Metzingen im internationalen Klassefeld des Bad Uracher Sika-Cups eher der lokale Vertreter mit kleinem Überraschungspotenzial. Inzwischen ist die TuS ein ernsthafter Halbfinal-Anwärter.

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  • Auf sie kommt es beim Uracher Sika-Cup enorm an: Die neue Metzinger Torfrau Edit Lengyel stellt sich sofort hochkarätigen Werferinnen entgegen. Fotos: Eibner 1/2
    Auf sie kommt es beim Uracher Sika-Cup enorm an: Die neue Metzinger Torfrau Edit Lengyel stellt sich sofort hochkarätigen Werferinnen entgegen. Fotos: Eibner
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    Shenia Minevskaja (re., hier im gewonnenen Testspiel gegen den Schweizer Vizemeister Brühl St.Gallen) wird eine Schlüsselrolle beim Uracher Sika-Cup zukommen
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Die TuS-Fans erinnern sich noch gut daran, der damals erboste Manager Ferenc Rott sicherlich auch: Im abschließenden Gruppenspiel hatten sich die TuS Metzingen und Bayer 04 Leverkusen mit einem 14:14-Remis beim 52. Sika-Cup in der Bad Uracher Ermstalhalle getrennt. Das reichte Bayer zum Einzug in die Play-Offs, die TusSies hätten gewinnen müssen. Fast alle Augenzeugen waren sich einig darüber, dass merkwürdige Entscheidungen des Schweizer IHF- und EHF-Gespanns an der Pfeife den Ermstälerinnen den Halbfinaleinzug vermasselt hatten. 13:11 führten die "Pink-Ladies" drei Minuten vor Feierabend, als zunächst Julia Smideliusz eine völlig undurchsichtige Zwei-Minuten-Strafe kassierte, dann ein grotesker Schrittfehler gegen die TusSies verhängt wurde, ehe im abschließenden Leverkusener Angriff Zeitspiel signalisiert, es Bayer 04 aber vergönnt war, beim Einwurf eine halbe Minute nach dem Ball zu suchen. So bitter das unglückliche Remis gegen die Farbenstädterinnen war, so stolz durfte man auf die Tatsache sein, den Großen der Frauenhandball-Welt wie niemals zuvor Paroli geboten zu haben. Bereits gegen die Norwegerinnen von Larvik HK, angetreten mit frischgebackenen Olympiasiegerinnen, hatten die TusSies im Vorjahr beim Sika-Cup einen 12:11-Husarenstreich gelandet. Und 2013 sind die Aussichten auf neuerliche Favoritenstürze in der Bad Uracher Ermstalhalle trotz immer noch vorherrschender Metzinger Personalnot nicht schlecht. Immerhin wurde Anfang der Woche die 30-jährige Ungarin Edit Lengyel vom Erstligisten Kiskunhalas NKSE verpflichtet. Die neue Torfrau ist eine Hoffnungsträgerin für ein ordentliches Turnierabschneiden und wird beim Sika-Cup neben Tanja Noppel und Annika Schwenkschuster aus der zweiten Mannschaft parat stehen. A-Nationalspielerin Shenia Minevskaja soll im Rückraum für Druck sorgen und auf Linksaußen bietet sich Rückkehrerin Ina Großmann nach ihrer Verletzungspause wieder an. Dass die TusSies in Form sind, bewiesen sie zuletzt mit Platz zwei beim 15. Allensbacher Skoda-Cup-Turnier, wo sie erst im Finale von Bundesligarivale Frisch Auf Göppingen gestoppt wurden. Auf die Hohenstaufen-Städterinnen treffen die Schützlinge von Trainer Alexander Job bereits am Starttag des Internationalen Bad Uracher Frauenhandball-Turniers, am Freitag ab 21.15 Uhr. Los geht es für die TusSies bereits um 16.30 Uhr: Im morgigen Eröffnungsspiel des 53. Sika-Cups haben die Job-Schützlinge die Ehre, mit der Partie gegen Dinamo Wolgograd aus Russland das Handballspektakel auf Weltklasse-Niveau einzuläuten.

Für den neuen TuS-Trainer Alexander Job ist die Teilnahme am Sika-Cup im Gegensatz zu den meisten seiner Spielerinnen eine absolute Premiere. Umso größer ist die Vorfreude des Coaches, der von seinen Frauen ganz begeistert ist, ihren Lernwillen, ihre Professionalität und ihre Einstellung über den grünen Klee lobt. Dass es in Bad Urach aber nicht gegen Landesmeister oder nationale Pokalssieger aus der Schweiz oder Österreich - im Frauenhandball nicht unbedingt die Creme de la Creme - geht, sondern gegen Topteams aus Russland und Skandinavien, lässt den Coach erahnen, dass seine Truppe diesmal auch an ihre Grenzen stoßen könnte. So beeindruckend kürzlich der 31:19-Testspiel-Heimsieg gegen den Schweizer Vizemeister LC Brühl St. Gallen in der Öschhalle oder die deutlichen Turnier-Gruppenspielerfolge in Allensbach gegen den Schweizer Cup-Sieger Spono Nottwil oder den SSV Dornbirn Schoren (WHA, Österreichs höchste Frauenhandball-Liga) waren - in Bad Urach wird ein ungleich rauerer Wind wehen.

"Ich freue mich auf den Sika-Cup, weil ich bisher nur Gutes über das Turnier gehört habe. Dabei muss ich gestehen, selbst weder als Zuschauer noch in irgendeiner Funktion jemals dabei gewesen zu sein - ich reise als absoluter Turnierneuling nach Bad Urach", sagt TuS-Trainer Alexander Job. "Ich erwarte mir von meiner Mannschaft eine weitere Steigerung, wir wollen in bestmöglicher Verfassung agieren. Dazu gehört ein mutiges, angstfreies Auftreten gegen die vermeintlich übermächtige Konkurrenz", stellt TuS-Trainer Job klar.

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