Der Tabellenzweite ist nicht der klassische Aufbaugegner

Handball, 3. Liga: Nach drei Pleiten in Folge will der TV Neuhausen gegen Kornwestheim (Samstag, 20 Uhr, Hofbühlhalle) das Ruder herumreißen. Von Alexander Mareis

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Seine Stärken sind bekannt: Christian Wahl (am Ball) agiert hier noch im TVN-Trikot. Nun kreuzt der Ex-Neuhäuser mit dem SV Salamander Kornwestheim am Samstag in der Hofbühlhalle auf.  Foto: 

Es gibt wahrlich einfachere Aufbaugegner: Nach drei Niederlagen in Folge täte dem TV Neuhausen, der so makellos in die Saison der 3. Liga mit drei klaren Siegen gestartet war, ein Heimsieg am Samstag (20 Uhr, Hofbühlhalle) wahrlich gut. Die anstehende Hürde hat es allerdings in sich. Es kreuzt der Tabellenzweite auf, der SV Salamander Kornwestheim. „Das ist die stärkste Mannschaft, gegen die wir in der laufenden Runde bisher angetreten sind“, lässt TVN-Geschäftsleiter Nico Held keinen Zweifel an der Qualität der Gäste.

Vielleicht ist es ein Vorteil, dass die Ermstäler die Kornwestheimer gut kennen. Deren Linksaußen und Rückraumspieler Christian Wahl stieg in der Vorsaison mit dem TVN aus der 2. Liga ab. Er gehörte allerdings zu den Besten im Team, fiel freilich längere Zeit wegen Verletzungen aus.

Julius Emrich war bis 2012 in der 2. Handball-Bundesliga unterm Hofbühl aktiv und galt seinerzeit schon als einer der besten Kreisläufer im Bundesligaunterhaus.

Peter Jungwirth bringt viel Erfahrung aus der 1. Bundesliga mit, lief einst für den SC Magdeburg, die HSG Wetzlar und den TVB Stuttgart auf. An guten Tagen steuert der Rechtsaußen gut und gerne auch mal 15 Tore für den SV Salamander in einer Partie bei.

Stichwort Tore:  Bei zwei seiner zurückliegenden drei Pleiten in Serie führte der TVN mit sechs Treffern, ging aber sowohl gegen den TSV Neuhausen/Filder als auch in Haßloch leer aus. „Das ist in keiner Weise eine Frage nachlassender Kräfte aufgrund von fehlender Fitness oder Kondition. Im Gegenteil: Die Spieler versichern mir, dass sie sich diesbezüglich in einer besseren Verfassung als in der Vorsaison befinden. Vielmehr liegt es an mangelnder Erfahrung und Cleverness. Wir haben ein verdammt junges Team, das noch lernen muss, mit Vorsprüngen umzugehen. Dazu gehört, dass man niemals zu satt sein darf.  Wenn man mit sechs Toren vorne liegt, muss man den Willen haben, noch weiter davonzuziehen. Ein Spiel ist erst dann entschieden, wenn es abgepfiffen ist“, macht Nico Held klar.

Sein Trainer Anel Mahmutefendic sieht die Lage ähnlich: „Mir war schon klar, dass wir mit unserer jungen Truppe Höhen und Tiefen erleben würden. Die Niederlage in Kaiserslautern-Dansenberg war noch irgendwie verschmerzbar, aber die folgenden Pleiten gegen Neuhausen/Filder und in Haßloch taten sehr weh. Beide Male haben wir 40 oder 45 Minuten gut agiert, sind dann eingebrochen. Das darf vielleicht ein Mal passieren, von mir aus auch zwei Mal pro Saison. Aber nicht zwei Mal in direkter Folge“, so Mahmutefendic.

Den Neuhäuser Coach ärgert dabei, dass man sich primär selbst geschlagen hätte. Unterm Hofbühl ist man felsenfest davon überzeugt, die Qualität zu besitzen, um jeden Drittligagegner zu schlagen. Wenn freilich Nachlässigkeiten das eigene Spiel hemmen und der Gegner daraus Kapital schlägt, sieht die Sache schon anders aus. 

Im Training vor der anstehenden schweren Heimaufgabe gegen Kornwestheim hat sich Anel Mahmutefendic daher darauf konzentriert, der Truppe die eigenen Stärken bewusst zu machen. „Wir haben ebenso wie Kornwestheim Spieler mit Erstligaerfahrung in unseren Reihen. Die Routiniers müssen in dieser Phase den jungen Akteuren vermehrt helfen. Es gilt, nach drei Niederlagen wieder Selbstvertrauen aufzubauen. Wir müssen eine ordentliche Leistung über 60 Minuten abrufen und nicht nur über 45 Minuten.“

Der mittlerweile operierte Tim Keupp wird dem TV Neuhausen gegen den SV Salamander Kornwestheim am Samstag natürlich fehlen. Der Rückraumspieler musste am Außenmeniskus operiert werden, nachdem er sich beim Sieg in Fürstenfeldbruck verletzt hatte. Der Eingriff sei besser als erwartet verlaufen. „In sechs Wochen wird er wohl wieder an Bord sein“, hofft Trainer Anel Mahmutefendic. Keupp läuft bereits wieder an Krücken und wird in der nächsten Woche mit seiner Reha beginnen. alex

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