Cupverteidiger schwächelt

Acht Spiele gingen gestern beim Sika-Cup in der gut besuchten Bad Uracher Ermstalhalle über die Bühne. Zu früh für eine Zwischenbilanz, Tendenzen zeichnen sich aber durchaus ab.

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Sie sind die Lokalmatadorinnen und deshalb hatten die Mädels von der TuS Metzingen die Ehre, das 53. Internationale Frauenhandballturnier in Bad Urach zu eröffnen. Gegner war der elfmalige russische Meister Dinamo Volgograd. Ein Blickfang waren die TusSies allemal, spielten sie doch in schmucken Röckchen, auch die Darbietung gegen einen der Turnierfavoriten konnte sich sehen lassen - zumindest partiell. "Phasenweise gut zu spielen, reicht gegen einen solchen Gegner nicht", sagte Trainer Alexander Job angesichts der 9:13-Niederlage. "Ich habe genau gesagt, wie ich die Abwehr sehen möchte", führte Job weiter aus, "hätten wir sie nicht so offensiv interpretiert, wäre ein besseres Ergebnis herausgekommen." Da auch noch Gegenstöße weggeworfen wurden, sah er eine Woche vor dem Saisonstart noch Steigerungspotenzial bei seinen Damen.

Gespannt war man natürlich auf den Auftritt von Edit Lengyel, der frischverpflichteten Torhüterin. Sie hatte, wie ihre Mitspielerinnen, Licht und Schatten. Shenia Minevskaja deutete im Rückraum ihr Potenzial an, Cassandra Engel war mit drei Treffern beste Schützin und Ariane Geissmann, ebenfalls neu im Team, meldete sich am Kreis zu Wort.

Nicht gerade glücklich, dass man es gleich im ersten Spiel mit den Russinnen zu tun bekam, die sich auch beim zweiten Auftritt keine Blöße gaben und das schwedische Team, Skura IK Handboll, beim 14:11-Sieg stets im Griff hatte.

Die TuS-Anhänger machten mächtig Dampf mittels Trommeln, die Fans aus Göppingen hatten eine Sirene mitgebracht, die sich regelrecht in die Gehörgänge fräste. Und das Ding stand im ersten Spiel keine Sekunde still. Die Frisch Auf-Damen mussten sich mit Zvezda Zvenigorod, seines Zeichens Pokalverteidiger beim Sika-Cup, auseinandersetzen. Ein richtig gutes Spiel von beiden Seiten. Zügig ging es zur Sache, zunächst mit Vorteilen für Zvenigorod. Die 8:5-Halbzeitführung wog das Team von Trainer Alexander Revva vielleicht zu sehr in Sicherheit, plötzlich drehten die Grün-Weißen vom Hohenstaufen nämlich mächtig am Rad, stellten auf 8:8, holten sich über ein 12:12 das Spiel mit 14:12. Trainer Alexander Knezevic blieb, im Gegensatz zu den ausrastenden Fans, ganz cool. "In 30 Minuten kann man immer mal wieder eine Überraschung schaffen. Wir haben aber nicht nur gewonnen, sondern auch richtig gut gespielt." Klasse war Torhüterin Jasmin Jankovic. Alena Vojtiskova fiel nicht nur durch ihre Größe sondern auch mit überragendem Können auf. Vielleicht falsch, überhaupt zwei Akteurinnen herauszuheben, der Erfolg basierte auf einer enorm starken Teamleistung.

Die packte die Knezevic-Truppe dann auch im mit Spannung erwarteten Derby gegen die TuS Metzingen aus. Auf den Rängen mit Abstand das lauteste Spiel. Die TusSies hatten die Ratschläge und Wünsche ihres Trainers beherzigt, standen in der Abwehr richtig gut, spielten die Angriffe aus und schlossen sie erfolgreich ab. Allerdings nicht alle. Zwei, drei Tore mehr hätten es zur Halbzeit ruhig sein können - so stand es eben "nur" 6:5 für die TuS. Im zweiten Spielabschnitt passte es dann nach diversen Wechseln bei weitem nicht mehr so gut. Frisch Auf Göppingen übernahm ab Minute 18 die Führungsarbeit und landete einen verdienten 17:13-Sieg. Shenia Minevskaja traf fünf Mal für die TusSies, Katharina Beddies jubelte über drei Treffer. Für Göppingen schnürten Nicole Dinkel und Marlene Windisch Fünferpacks.

Bayer Leverkusen setzte sich zum Auftakt mit 16:13 gegen die Holländerinnen aus Dalfsen durch, die per Endspurt das Ergebnis noch erträglicher gestalten konnten. Leverkusen kontrollierte die Partie, hatte in Kim Naidzinavicius und Anne Jochin exzellente Taktgeberinnen, zudem räumte Torhüterin Valentyna Salamakha einiges weg. Bestens integriert sind auch drei A-Jugendspielerinnen. "Wenn alle mitziehen, können wir oben mitspielen. Das geht aber nur als Team." Trainerin Heike Ahlgrimm hat da eher an die kommende Bundesliga-Saison gedacht - beim Sika-Cup kann das aber auch schon klappen.

Die Bayer-Damen holten sich nämlich auch gleich noch Sieg Nummer zwei. Nach dem Auftritt gegen Dalfsen keine Überraschung, eher schon, das Zvenigorod beim 11:15 prompt die zweite Niederlage kassierte, sich schon mächtig strecken muss, wenn es mit dem Unternehmen Titelverteidigung noch etwas werden soll. Bis Mitte der zweiten Hälfte war es eine enge Kiste, ehe Turnier-Dauergast Leverkusen kurzerhand die Initiative übernahm und sich damit eine blendende Ausgangsposition für den weiteren Turnierverlauf sicherte.

Eine solche hat Kopenhagen Handball nicht. Die Mannschaft wurde völlig neu zusammengestellt, irgend etwas scheint aber noch nicht zu passen. So hechelte man gegen Skuru einem 3:7-Pausenrückstand hinterher. Als der Gegner beim 9:9 gestellt war, ging die Kraft aus. Die Schwedinnen siegten mit 12:10. Eine gänzlich andere Dramaturgie wurde gegen Dalfsen gewählt. 9:4 führten die Däninnen nach 15 Minuten, die Holländerinnen freuten sich am Ende aber über einen unerwarteten 13:12-Erfolg.

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