Bittere Lektion für den Aufsteiger

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TuS-Rückkehrerin Shenia Minevskaja skizzierte in knappen Worten das Spiel ihres Teams: „Aufmerksam in der Abwehr und dann schnell nach vorne.“ Das haben die Pink Ladies gegen den überforderten Aufsteiger HC Rödertal fast über 60 Minuten praktiziert, weshalb man sich über das finale 35:18 nicht wundern muss. Beste Spielerin seitens der Gäste war Torhüterin Nele Kurzke – das sagt eigentlich noch mehr über die Dominanz der Gastgeberinnen aus.

Zur besten Spielerin in pink wählte die Fachjury Julia Behnke. Sieben Tore wurden für die Kreisläuferin notiert, die zu Beginn ganz alleine für die Erfolgserlebnisse sorgte. Drei Mal hatte sie bis zur fünften Minute getroffen. Das 3:1 sah aus Sicht der Rödertalbienen noch ganz manierlich .aus, als Katharina Beddies nach zwölf Zeigerumdrehungen auf 10:1 gestellt hatte, wurde nur noch über die Höhe des Sieges diskutiert und es kam sogar Mitleid auf. Es ging gnadenlos weiter. Die TuS war in der Abwehr sehr präsent, und dann ging es sehr schnell nach vorne. Dass bei den Gegenstößen zwischenzeitlich die Präzision nachließ. war nicht mehr als eine Randnotiz. Über Anna Loerpers 14:3 (20.) per Wurf ins leere Tor ging es zur 18:7-Pausenführung.

„Einen besseren Heimauftakt kann man sich nicht wünschen. 60 Minuten sind wir volles Tempo gegangen, bis auf ein kleines Tief in der zweiten Halbzeit. Ich bin mehr als zufrieden“, sagte Julia Behnke. Man hat aus dem Spiel in Neckarsulm gelernt, als die TuS abwehrtechnisch die erste Halbzeit verbummelt hatte. Beim 35:18-Sieg war nur ein kleiner Schönheitsfehler auszumachen: Das Überzahlspiel kann man verbessern, ins Gewicht fiel dieses Manko allerdings gar nicht. Und wer hat es geahnt? Der Trainer natürlich: „Ich bin nicht überrascht, weil ich ja weiß, dass die Mädels immer alles wollen, manchmal sogar zu viel auf einmal. Heute haben wir die Balance gefunden, spielten aggressiv und beweglich in der Abwehr und dann kamen wir zu schnellen Toren über den Gegenstoß.“ Stolz sei er auf seine Mädels, sagte René Hamann-Boeriths auch noch. Alles andere hätte nach dem Gala-Auftritt aber auch verwundert.

Ein kleiner Hänger zu Beginn der zweiten Hälfte konnte von den Rödertalbienen zur kleinen Ergebniskosmetik genutzt werden. 20:11 stand es nach 39 Minuten, 26:13 nach 49. Und hinten raus waren die TusSies dann wieder richtig auf dem Gas. Kelly Vollebregt war im unwiderstehlichen „Konter-Modus“, zwei Minuten vor Feierabend hielt es die 1050 Zuschauer im ausverkauften Haus nicht mehr auf den Sitzen. Sie feierten den 35:18-Sieg – vor allen Dingen aber ihre TusSies.

„Endlich wieder Öschhölle, als wäre ich nie weg gewesen“, strahlte Shenia Minevskaja. „Das Spiel hat zudem gezeigt, warum ich zurückgekommen bin. Der Zusammenhalt in der Mannschaft ist toll, das schnelle Spiel ebenfalls. Wir haben Respekt vor jedem Gegner, waren perfekt auf Rödertal eingestellt, haben in der Abwehr gedoppelt, waren viel aktiver als in Neckarsulm in der ersten Halbzeit.“

Zwei Spiele sind absolviert, zwei machbare Gegner hat die TuS Metzingen deutlich besiegt. Jetzt wartet in Blomberg eine deutlich höhere Hürde. „Die sind extrem heimstark und immer für Überraschungen gut. Wir werden das Spiel mit voller Konzentration angehen“, verspricht Julia Behnke. Trainer René Hamann-Boeriths weiß, dass sein extrem trainingsfleißiges Team alles geben wird. „Wir haben Lust, immer besser zu werden.“ Da kann man sich also noch auf einiges gefasst machen.

TuS  Metzingen
HC Rödertal

35:18

TuS Metzingen: Jankovic, Roch – Zapf (2), Amega (1), Kobylinska (3), Loerper (6/3), Minevskaja (5/3), Ingenpaß, Großmann (4), Weigel (1), Vollebregt (4), Obradovic (1), Beddies (1), Behnke (7)
HC Rödertal: Kurzke, Rammer – Ostwald, Nagy (7/3), Alesiunaite, Selmeci (1), Napolsky (1), Urbicht, Jander, Rode (3), J. Hummel (1), S. Hummel (5), Loehnig
Siebenmeter: 7/6 (Loerper vergibt) – 4/3 (Selmeci vergibt)
Zeitstrafen: Obradovic – Selmeci (2), Urbicht, Rode (2)
Schiedsrichter: Daniela Kuschel, Sandra Senk
Zuschauer: 1050

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