Bestes Gästeteam an der Mosel

Mit einer eindrucksvollen Leistung haben die Metzinger TusSies die Pflichtaufgabe beim Bundesliga-Schlusslicht in Trier gelöst und nach dem 33:19 (20:9)-Erfolg einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

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  • Marlene Zapf (am Ball) überragte mit sechs Toren auf der Außenposition. Die Triererinnen Megane Vallet (links) und Franziska Garcia Almendaris (rechts) können hier nur tatenlos zuschauen. Insgesamt waren die Gäste einfach zu schnell. Fotos: Eibner 1/3
    Marlene Zapf (am Ball) überragte mit sechs Toren auf der Außenposition. Die Triererinnen Megane Vallet (links) und Franziska Garcia Almendaris (rechts) können hier nur tatenlos zuschauen. Insgesamt waren die Gäste einfach zu schnell. Fotos: Eibner
  • Sieben Mal ließ es Kreisläuferin Julia Behnke krachen. Torfrau Edit Lengyel (re.) stand nach der Pause im Tor. 2/3
    Sieben Mal ließ es Kreisläuferin Julia Behnke krachen. Torfrau Edit Lengyel (re.) stand nach der Pause im Tor.
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Die Frauenhandball-Bundesliga ist eine Mehrklassengesellschaft, bei der freilich ein sicheres Mittelfeld fehlt. Die auf den Plätzen eins bis sieben ansässigen Teams spielen die (wohl vier) Europapokalteilnehmer aus. Teams wie die Füchse Berlin oder die SG BBM Bietigheim auf den Rängen acht und neun müssten den Ligaerhalt im Grunde schon schaffen, wenngleich der Abstand nach unten noch kein Polster ist. Schlusslicht Trier braucht fast schon ein Wunder, um nicht abzusteigen. Allem Anschein nach bildet den zweiten Absteiger eine Mannschaft, die aktuell auf den Rängen zehn bis 13 platziert ist.

Bei den TusSies ist eines klar. Sie patzen gegen Teams aus der unteren Tabellenhälfte mit bisher bemerkenswerter Konstanz nicht. Alles, was unterhalb dem sechsten Tabellenplatz angesiedelt ist, hatte gegen die pink-schwarzen Ermstälerinnen nichts zu bestellen, holte nicht ein einziges Pünktchen.

Nur gegen den Thüringer HC, Buxtehuder SV (beide schon absolvierten Saisonduelle ohne TuS-Sieg), HC Leipzig, TSV Bayer 04 Leverkusen und VfL Oldenburg gaben die TusSies zumindest in einem Kräftemessen Punkte ab.

Nicht anders war es am Samstagabend in Trier. Gegen 13.30 Uhr waren die Metzingerinnen an der Öschhalle abgefahren, um ab 19.30 Uhr hellwach auf dem Parkett der Arena Trier zu stehen. Schwächephasen kennzeichneten im Saisonverlauf immer wieder mal das Spiel der Job-Schützlinge - nicht so in der Moselstadt. Vom 1:1-Zwischenstand ging es mit dem Schwung eines Europapokal-Anwärters zum 9:20-Pausenstand. Die Rheinländerinnen wussten gar nicht, wie ihnen geschah, waren chancenlos. 1:7 (9. Minute), 4:14 (19.), 7:17 (25.) und der 9:20-Pausenstand ließen nur noch staunende "Miezen" zurück.

"Speziell in der ersten Halbzeit hat alles bei uns gepasst. Wir agierten aggressiv und beweglich in der Abwehr, verteidigten hervorragend und kamen daher zu einfachen Gegenstoßtoren. Wenn man unbedingt das Haar in der Suppe finden möchte, könnte man die 15 Minuten Leerlauf nach dem Seitenwechsel anführen. Doch danach ging es wie zuvor weiter, sodass der deutliche Auswärtssieg zustande kam", lobt TuS-Trainer Alexander Job.

Die explosiven Angriffsbewegung, die souveräne Defensivarbeit im Mittelblock, eine stark haltende Torfrau Jasmina Jankovic vor der Pause sowie abschlussstarke Werferinnen wie Marlene Zapf oder Julia Behnke stellten die Triererinnen vor eine unlösbare Aufgabe. Dass die ersten Minuten des zweiten Durchgangs den "Miezen" gehörten, war nur kurzfristige Ergebniskosmetik und davon begünstigt, dass TuS-Coach Job in dieser Phase Shenia Minevskaja, Marlene Zapf und Julia Behnke vorübergehend schonte. Denn Alexander Job nutzte den gewaltigen Halbzeitvorsprung und wechselte munter durch, um möglichst vielen Spielerinnen seines Kaders Einsatzzeit zu geben. Näher als bis auf 16:23 (46.) kamen die Rheinländerinnen nicht heran und mussten über 17:26 (49.) und 18:28 (53.) letztlich die haushohe 19:33-Schlappe akzeptieren. Immerhin durfte sich Jessica Kockler im Trierer Gehäuse damit trösten, mehr Glück bei ihren Abwehraktionen gehabt zu haben als Verena Flöck im ersten Durchgang.

Ein dickes Kompliment holten sich die Pink-Ladies nach Spielende von ihren Gastgeberinnen ab, als die Trierer Verantwortlichen von der besten Leistung eines Gästeteams in der laufenden Saison in der Arena Trier sprachen.

Die "Miezen"-Lichtblicke beschränkten sich auf drei Treffer der Kurzzeit-Comeback-Kreisläuferin Silvia Solic (früher TuS Metzingen) sowie zwei Treffern von Andrea Czanik, die sich von einem Bandscheibenvorfall erholt.

Mit dem Sieg in Trier rutscht die TuS in der Tabelle der Frauenhandball-Bundesliga wieder auf den vierten Platz - dem Saisonziel.

Und auch Manager Ferenc Rott war mit seiner TuS zufrieden. "Das Team hat von der ersten Minute an die richtige Einstellung gezeigt. Jetzt müssen wir im Heimspiel gegen die Füchse Berlin nachlegen."

So spielten sie

DJK/MJC Trier: Flöck (1. HZ), Kockler (2. HZ) - Sattler, Mohr, Schneider (5/2), Houben, Czanik (2), Vallet (3), Kordel, Derbach (2), Struijs (2), Solic (3), Garcia Almendaris (2).

TuS Metzingen: Jankovic (1. HZ), Lengyel (2. HZ) - Engel (1), Leibssle-Balogh (1), Covic, Kubasta (1), Loerper (3/1), Putzke (1), Minevskaja (10/6), Zapf (6), Großmann (2), Beddies, Temes (1), Behnke (7).

Siebenmeter: 2/2 (Schneider 2/2) - 7/8 (Minevskaja 6/7, Loerper 1/1).

Zeitstrafen: Mohr, Vallet, Derbach, Struijs - Leibssle-Balogh, Minevskaja.

Zuschauer: 400 (in der Arena Trier, darunter 30 TuS-Fans).

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