Alles klar: Der TVN bleibt drin

Maßarbeit: In allerletzter Sekunde holte Handball-Zweitligist TV Neuhausen beim 30:30 gegen Hagen den für den Klassenerhalt noch nötigen Punkt.

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Die TVN-Spieler freuten sich wie verrückt über den späten Punktgewinn samt Klassenerhalt  Foto: 

Es war die Szene zwei Sekunden vor Feierabend, über die nach dem Abpfiff heiß diskutiert wurde. „Ich weiß nicht, ob man da Siebenmeter geben muss. Ehrlich nicht“, sagte Lars Hepp, der Trainer des VfL Eintracht Hagen. Sein Kollege Aleksandar Stevic wusste nicht so recht, ob die rote Karte für Simon Ciupinski für ein Foul an Ferdinand Michalik zwingend war. „Den Siebenmeter kann man geben“, formulierte der TVN-Coach vorsichtig. Auf alle Fälle hat ihn „Ferdl“ reingehauen zum 30:30. Der TVN feierte den Klassenerhalt, Hagens Spieler brachen auf dem Spielfeld zusammen. Eine Drei-Tore-Führung aus Minute 58 hatten sie nicht ins Ziel gebracht.

Einig waren sich beide Trainer, dass der Gast an diesem denkwürdigen Samstagabend die bessere Mannschaft stellte. Hepp hatte über weite Strecken „ein verdammt gutes Spiel“ seines Teams gesehen. Stevic sprach von einem „Top-Auftritt“ der Hagener. Die können sich dafür freilich nichts kaufen, am allerwenigsten den Klassenerhalt. „Hätten wir immer so gespielt, wären wir nie in diese Situation geraten“, bemühte Hagens Coach den Konjunktiv. „An den Nichtabstieg haben vor ein paar Monaten nicht mehr sehr viele geglaubt. Wir haben eine Riesen-Rückrunde gespielt“, behielt Aleksandar Stevic den Blick fürs Wesentliche. Und deshalb wurde der Klassenerhalt dann auch gebührend gefeiert.

Der TV Neuhausen tat sich immens schwer gegen aufopferungsvoll kämpfende Hagener. Drei Sachen klappten nicht so richtig: Abwehr, Aufbau, Abschluss. So rutschte der TVN nach dem 8:8-Ausgleich von Cornelius Maas in höchster Zeitspielnot (16.) dick ins Minus. Der Gast war handlungsschneller, hatte in Pavel Prokopec den Antreiber und in Jan von Boenigk den Vollstrecker. Ein 1:6-Lauf führte zum 9:14 (25.). Es spricht für die Stevic-Buben, dass sie über den Kampf noch einiges reparieren konnten. Unter anderem zwei Unterzahl-Tore durch Jona Schoch und dem agilen Felix Klingler brachten das einigermaßen akzeptable 14:16 zur Pause.

Es änderte sich nach Wiederanpfiff nicht sehr viel. 19:20 stand es nach 42 Minuten, Michalik ließ bei den letzten beiden Treffern Präzision bei Strafwürfen walten. Die Partie wurde in der Folge hitziger, aus Neuhäuser Sicht aber nicht besser. Als dann VfL-Coach Lars Hepp bei genauer Durchsicht seines Personals auf Julian Renninger stieß und ihn an den Kreis beorderte, schien der Fisch geputzt zu sein. Der Mann hatte im Nahwurfbereich alle Freiheiten der Welt, traf drei Mal in Serie. Es stand 24:28 (54.). Maas stellte per Doppelpack auf 27:29 (57.), Renningers Konter folgte sofort. Hagen spielte sehr lange Angriffe, wollte den TVN rauslocken, der der Einladung aber nicht folgte. Irgendwie konnte man sich das Spielgerät immer wieder schnappen, vorne wurden Fouls gezogen – und der coole „Ferdl“ schritt zur Tat. Drei Siebenmeter versenkte er in den letzten 90 Sekunden. Macht in der Endabrechnung ein 30:30.

„Mit einer weniger guten Leistung haben wir trotzdem den Klassenerhalt geschafft. Im Handball braucht man manchmal auch ein bisschen Glück. Das hatten wir zum Beispiel in Rostock nicht“, sagte Cornelius Maas. „In der Abwehr sind wir nicht ins Spiel gekommen. Mit viel Moral und Kampf haben wir das Spiel dann aber doch noch gedreht. Dafür muss ich meine Mannschaft loben“, fasste Aleksandar Stevic zusammen. Hagen sei das fokussiertere Team gewesen, seine Mannschaft habe lange gebraucht, um diesen Level zu erreichen. Sie war am Ende aber genau an diesem Punkt angekommen.

Spiel-Statistik

TV Neuhausen: Rebmann, Becker – Stüber, Sokicic, Schuldt, Wahl (1), D. Reusch (1), Schoch (5), Wessig, Klingler (5), Michalik (10/8), J. Reusch, Bornemann (1), Maas (7).

VfL Eintracht Hagen: Mahncke, Müller – Kerssenfischer, Tubic (3), Schneider (3), Rink, Weißbach, Renninger (4), Strohl, Aschenbroich (1), Reinarz (1), Ciupinski (1), Prokopec (10/6), von Boenigk (7).

Siebenmeter: 9/8 (Michalik scheitert) – 7/6 (Prokopec scheitert).

Zeitstrafen: Stüber, Wahl, Wessig, Michalik – Tubic, Strohl.

Rote Karte: Ciupinski (60.)

Schiedsrichter: Philipp Dinges, Daniel Kirsch.

Zuschauer: 843.

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