Alle glauben daran

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Auf die Metzinger Abwehr kommt es an. Tonje Loseth (links) wird im Mittelblock kraftvoll zupacken. Ihre Kolleginnen sind aber aufgefordert, es ihr gleichzutun. Foto: Eibner  Foto: 

Selten wurde ein Spiel so schnell abgehakt wie jenes der TuS Metzingen am Mittwochabend gegen die HSG Bad Wildungen Vipers. Der 32:23-Sieg nach Startproblemen wurde registriert, der Blick war aber wahrscheinlich schon während des Spiels gen Tübingen. gerichtet. In der Paul-Horn-Arena empfangen die TusSies morgen (20 Uhr) Ankara Yenimahalle BSK, das Topteam aus der Türkei.  Es geht um den Einzug in die Gruppenphase des EHF-Cups und die Ermstälerinnen schleppen aus dem Hinspiel einen Sechs-Tore-Rückstand mit.

TuS-Rechtsaußen Marlene Zapf gab nach dem Abpfiff am Mittwoch schon einmal unmissverständlich die Richtung vor: „Alle glauben ans Weiterkommen und werden alles dafür geben.“  Die Niederlage am vergangenen Samstag hat doch sehr geschmerzt und schreit geradezu nach Wiedergutmachung. Das Problem: Es kommt eine sehr routinierte Mannschaft, die keineswegs gewillt ist, das Polster aus der Hand zu geben. Angeführt werden die Türkinnen von Yeliz Özel, deren Leistung aus dem Hinspiel TuS-Manager Ferenc Rott schlichtweg als „sensationell“ beurteilt. 36 Jahre alt ist der Dreh- und Angelpunkt im Spiel von Ankara, zeigt aber immer noch, warum sie in früheren Jahren als beste Handballerin der Welt geführt wurde. Zehn Tore machte sie, hat in der Ukrainerin Olga Layuk eine ebenfalls mit allen Wassern gewaschene kongeniale Partnerin im Rückraum.

„Die sind auf allen Positionen nicht schlecht“, stellt Ferenc Rott heraus. Zum Beispiel habe die Französin Armelle Attingre in der Schlussphase praktisch alles gehalten. Das hatte allerdings auch viel mit der TuS  zu tun. „Wir brauchen eine Chancenauswertung“, sagt der Manager. In der Türkei war eine solche praktisch gar nicht vorhanden. Nicht einmal die Sachen aus sieben Metern wurden verwandelt. Problemherd Nummer zwei lag weiter hinten. „Wir müssen geschlossen und aggressiv verteidigen, am besten dem Gegner gleich das Gefühl vermitteln, dass für ihn nichts zu holen ist.“ So stellt sich das Ferenc Rott vor, der außerdem auf Zuschauer, Emotionen und Leidenschaft baut.

Es ist sicher nicht unmöglich, einen Sechs-Tore-Rückstand noch aufzuholen – es klappt aber nur, wenn alles passt. Anna Loerper hat da am Mittwoch schon einmal eine beachtliche Hochrechnung aufgestellt. „Alle zehn Minuten müssen wir ein Tor mehr erzielt haben als der Gegner.“ Dann könnte es in der Tat passen, wobei zu beachten ist, dass bei gleicher Tordifferenz die Anzahl der mehr erzielten Auswärtstore über das Weiterkommen entscheidet.

Es wird, wie so oft bei der TuS Metzingen, auf das Tempospiel ankommen. Jenes hat in Ankara gelahmt. Es fehlten die Balleroberungen. Und das soll sich nun ändern „Die Abwehr muss bessser stehen“, gibt Anna Loerper als Ziel aus. Ob die für den Mittelblock so wichtige Julia Behnke dabei helfen kann, war noch nicht abschließend geklärt. Gegen Bad Wildungen musste sie wegen Übelkeit raus. „Am Donnerstag ging es ihr schon wieder besser. Jule kann wahrscheinlich spielen“, versprühte Ferenc Rott hinsichtlich dieser Personalie Optimismus.

Und wie kann es mit dem Weiterkommen klappen? „Wir müssen schnell in Führung gehen“, sagt der TuS-Manager. Dann gilt es das zu befolgen, was Frau Loerper gesagt hat – und schon wäre die TuS Metzingen in der Gruppenphase des EHF-Cups.

Für das Spiel heute Abend hat die TuS einen Shuttle-Bus  gechartert. Er startet um 18 Uhr an der Öschhalle. Diskutiert wird dabei garantiert über die verschiedenen Möglichkeiten des Weiterkommens der TusSies. Deshalb hier einige Fakten:
Die TuS ist weiter, wenn sie mit mehr als sechs Toren Differenz gewinnt.
Bei gleicher Tordiffferenz zählen die mehr erzielten Auswärtstore.
Sollte die Partie, genau wie das Hinspiel, mit 33:27 enden, gibt es sofort Siebenmeterschießen. Das hat gestern HBF-Boss und EHF-Delegierter Berndt Dugall bestätigt. wose 

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