"Wir sind ein Medaillen-Kandidat"

Die Olympischen Spiele sind für Sie und ihr Nationalteam eine Premiere: Handball-Torfrau Jasmina Jankovic (29, Niederlande) hat große Ambitionen in Rio.

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  • Bereit fürs erste Spiel bei den Olympischen Sommerspielen am Samstag gegen Frankreich: Das Frauenhandball-Nationalteam der Niederlande mit TusSies-Torfrau Jasmina Jankovic (oben links). 1/3
    Bereit fürs erste Spiel bei den Olympischen Sommerspielen am Samstag gegen Frankreich: Das Frauenhandball-Nationalteam der Niederlande mit TusSies-Torfrau Jasmina Jankovic (oben links). Foto: 
  • Urlaubsfeeling bei Olympia: Jasmina Jankovic an der Copacabana in Rio. 2/3
    Urlaubsfeeling bei Olympia: Jasmina Jankovic an der Copacabana in Rio. Foto: 
  • Im Olympischen Dorf: Jasmina Jankovic vor den riesigen Ringen, die im Athletendorf installiert wurden. 3/3
    Im Olympischen Dorf: Jasmina Jankovic vor den riesigen Ringen, die im Athletendorf installiert wurden. Foto: 
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Sie waren lange verletzt, mussten daher auch viele Höhepunkte der letzten Bundesligasaison mit den Metzinger TusSies von außen als Zuschauerin verfolgen. Wie geht es Ihnen gesundheitlich, sind Sie wieder in der früheren Verfassung und beschwerdefrei?

JASMINA JANKOVIC:  Mir geht es super. Ich kann alles wieder mitmachen und bin beschwerdefrei. Auch bezüglich der Spieleinsätze merke ich, dass ich normal im Tor stehe, ohne dass mich Zweifel plagen.

Die Olympischen Spiele stellen eine Premiere für Sie dar, es ist Ihre erste Olympia-Teilnahme? Sicherlich der Höhepunkt Ihrer Karriere, nicht wahr?

JANKOVIC: Es ist für Holland überhaupt das erste Mal, dass eine Handball-Mannschaft an Olympia teilnimmt. Dementsprechend ist es auch für mich das erste Mal und ich freue mich riesig darauf. Verschiedene EM- und WM-Teilnahmen sind die bisherigen Höhepunkte in meiner Karriere.

Was ist sportlich drin für Sie und Ihre niederländische Nationalmannschaft in Rio de Janeiro?

JANKOVIC: Wir sehen es so, dass wir ein Medaillenkandidat sind. Freilich sind zehn von zwölf teilnehmenden Mannschaften Anwärter auf Edelmetall in Rio, weil jeder jeden schlagen kann. Somit müssen wir ab dem ersten Turniertag von Spiel zu Spiel schauen und uns auf jeden Gegner taktisch so gut wie möglich vorbereiten. Los geht es am Samstag (16.30 Uhr MEZ) gegen Frankreich.

Gibt es etwas, auf dass Sie sich ganz Besonders freuen in Rio de Janeiro? Werden Sie auch bei Wettkämpfen anderer Sportarten zuschauen?

JANKOVIC: Ich freue mich einfach sehr, hier bei Olympia in Rio zu sein. Man sieht hier die größten Sportler, kann Leute wie die Tennis-Asse Rafael Nadal und Novak Djokovic treffen. Das ist doch klasse. Ansonsten hatten wir an den Ruhetagen auch Trainingseinheiten und müssen uns stets auf das nächste Spiel vorbereiten. Aber wenn es eventuell klappt, würde ich gerne zu einem Basketballspiel der USA oder bei den deutschen Handball-Männern vorbeischauen.

Wo übernachten Sie? Im Olympischen Dorf? Das scheint ja einige Mängel vorzuweisen. Manche Athleten sind gleich wieder ausgezogen.

JANKOVIC: Wir übernachten ganz normal im Olympischen Dorf. Anfangs war nicht alles super, darunter aber nichts, worüber man sich beschweren sollte – zumindest nicht im Team-Niederlande-Gebäude.

Die Millionenmetropole Rio de Janeiro gilt als heißes Pflaster. Fürchten Sie um Ihre Sicherheit?

JANKOVIC: Nein, hier im Dorf wird man immer gut kontrolliert, dabei läuft viel Security-Personal herum. Außerhalb vom Dorf sind wir noch nicht wirklich oft gewesen, außer unserem fünftägigen Trainingslager in Cabo Frio, rund 150 Kilometer von Rio de Janeiro entfernt. Das war aber wunderschön dort und wir hatten ein tolles Hotel.

Ein weiteres ernstes Thema in Rio ist der Zika-Virus. Einige Sportler haben Olympia deswegen sogar abgesagt. Wie stehen Sie dazu?

JANKOVIC: Sehr relaxt, denn wir haben verschiedene Sachen dabei, die uns davor schützen. Man kann natürlich nicht dagegen geimpft werden, aber viel Insekten-Spray und ein Netz überm Bett während des Schlafens sind Standard. Ansonsten bewegen wir uns trotz des warmen Wetters fast immer mit langen Kleidungsstücken, um Stiche zu vermeiden.

Was haben Sie konkret schon von Rio de Janeiro oder Umgebung gesehen und welche besonderen Erlebnisse gab es bisher in Brasilien?

JANKOVIC: Die Copacabana haben wir gesehen und genauso eben Cabo Frio. Dort in Cabo Frio hatten wir unseren ersten Ruhetag und sind viel am Strand gewesen. Abends führte der Olympische Fackellauf durch die Stadt, das war ein besonderes Erlebnis für uns.

Brasilien ist das Land des Fußballs. In Rio de Janeiro gibt es die bekannten Profiklubs CR Flamengo, FC Fluminense, FR Botafogo und CR Vasco da Gama. Vor zwei Jahren war die Fußball-WM dort. Spürt man noch etwas davon oder überstrahlt Olympia inzwischen den sonst allgegenwärtigen Fußball?

JANKOVIC: Man sieht nur noch Olympia. Überall, wo man hinschaut, erkennt man das Rio-Logo und das macht noch mehr Lust darauf, dass es endlich anfängt.

Die aus Metzingen stammende deutsche Tennisspielerin Laura Siegemund (28 Jahre) tritt auch bei Olympia an. Haben Sie vor, als Metzinger Handballtorfrau ihre Metzinger Sport-Kollegin Siegemund in Rio de Janeiro zu treffen?

JANKOVIC:  Alles ist ziemlich groß hier. Bisher wusste ich das nicht mit Laura. Jetzt, wo ich es weiß, werde ich mal schauen, ob ich sie erkennen kann. Wenn ja, werde ich Laura Siegemund ansprechen und vielleicht kann man mal zusammen shoppen gehen.

Zuletzt sorgte die IOC-Entscheidung, nicht alle russischen Sportler für Olympia zu sperren, für Wirbel. Wie stehen Sie zu dem IOC-Urteil?

JANKOVIC: Ich würde es unfair finden, wenn ich nicht mitmachen dürfte, weil andere gedopt sind. Dennoch hätte ich hier am Eingang alle Sportler nochmals kontrolliert. Wenn man dann etwas findet, dann muss die oder der Betreffende eben wieder nach Hause geschickt werden. Man bekommt übrigens hier im Olympischen Dorf vieles nicht mit, was für Schlagzeilen sorgt, wie zuletzt eine Bombendrohung.

Das ist Jasmina Jankovic

Jasmina Jankovic wurde am 6. Dezember 1986 in Doboj (Republika Srpska in Bosnien und Herzegowina) geboren. Die niederländische Frauenhandball-Nationaltorhüterin hat bosnische Wurzeln. Die aktuelle Torfrau der Metzinger TusSies spielte in ihrer Jugend in den Niederlanden bei HV Ventura und HV Hellas, bevor sie 2004 für ein Jahr nach Dänemark zur GOG Håndbold School ging. Anschließend spielte die Torhüterin bis 2008 beim niederländischen Verein V&L und danach in der Saison 2008/09 beim dänischen Klub Odense Håndbold. Ab 2009 und bis Oktober 2010 stand sie beim SVG Celle in der Bundesliga unter Vertrag. Bis zum Ende der Saison spielte sie beim Buxtehuder SV und stand ab der Saison 2011/12 im Kader von FA Göppingen. Seit Sommer 2014 hütet sie das Tor der Metzinger TusSies.

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