32 Geburtstagsgeschenke für Till

Vor einer Woche wurde Till Fernow, Trainer des Handball-Drittligisten VfL Pfullingen, 32 Jahre alt, sein Team schenkte ihm in Großsachsen 32 Tore - für jedes Lebensjahr eines und holte in einem furiosen Schlussspurt einen wichtigen Punkt.

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Daniel Schliedermann überzeugte in Großsachsen restlos.  Foto: 

Das war wieder ein Spiel mit Höhen und Tiefen, aber die Pfullinger jungen Wilden zeigten wieder, was in ihnen steckt, wenn man auch als junges Team noch zu viele Fehler einbaut.

Der TV Germania Großsachsen begann furios. Jan Triebskorn, der Schreck des VfL, traf gleich drei Mal zum 3:1, dann stand es 8:4, 9:5 und 12:8. Der Gastgeber zog gar auf 18:13 weg (25.). Immer wenn der VfL herankam, kassierte man 30 Sekunden später ein Tor der schnell agierenden Gastgeber.

Es sah schlecht aus, die Echaztäler kamen nicht richtig ins Spiel. Trainer Fernow ließ dann ab der 20. Minute Torjäger Triebskorn durch Schliedermann, der ein bärenstarkes Spiel bot, und Breckel in Manndeckung nehmen. Eine Maßnahme die fruchtete und bis Spielschluss beibehalten wurde.

Der VfL fand sich, legte einen 4:0-Lauf hin, kam auf 18:17 heran, in der Pause führte der TV noch 19:18 – alles war wieder offen.

In der 34. Minute traf Jabot zum 20:21, erste VfL-Führung. Pfullingen zog jetzt seinen Tempo-Handball durch, zog auf 29:25 weg (49.) – die Zeichen im Rhein-Neckar-Kreis standen auf Auswärtssieg. Breckel hatte einen Hattrick in 80 Sekunden erzielt, Rybakov bekam die dritte Zeitstrafe, musste das Spielfeld verlassen. Aber die Pohl-Schützlinge aus dem Ortsteil von Hirschberg an der Bergstraße haben schon vor einer Woche in der Schlussphase zugelegt, so auch am Samstag. Sie sind das Team der Stunde in Liga 3. Es stand in der 54. Minute 29:29, Klusch traf für den VfL (29:30), ehe Gunst, Ulrich und Zahn eine Minute vor Schluss den TV Germania nach 7:1-Lauf 32:30 in Führung warfen. Alles schien klar, der angestrebte Punkt war in weiter Ferne. Doch da kennt man den VfL nicht. Die Jungs geben nie auf, glauben an sich und ihr Leistungsvermögen.

Sie rissen sich zusammen, mobilisierten die allerletzten Kräfte, hatten doppelte Überzahl. Breckel traf zum 32:31 – noch 58 Sekunden. Man konnte den Angriff des TVG abwehren, hatte Ballbesitz. Jungfuchs Daniel Schliedermann fasste sich ein Herz, zog ab, zwei Sekunden vor Schluss. Das Spielgerät landete im Netz: Ausgleich und Riesenjubel, aber auch aggressive Stimmung und Hektik bei den Fans sowie einigen Spielern – unnötig.

Mit der Schlusssirene eilte Lukas List zurück, prallte mit einem TVG-Spieler zusammen, die Schiris gaben Rot und er muss am Samstag gegen Pforzheim pausieren.

VfL-Spieler Micha Thiemann: „Das war toll, der Punkt ist Gold wert, wir wurden belohnt, hatten die richtige Einstellung und Taktik.“

Gästetrainer Till Fernow meinte: „Die Gastgeber haben uns überrascht, einfach überrannt, das taten sie so noch nie. Das zeugt auch vom Respekt, den wir uns erarbeitet haben. Dazu kam die offene aggressive 6:0-Deckung, die uns vor Probleme stellte. Die gaben Vollgas.“

Fernow weiter: „Wir haben taktisch reagiert siehe Manndeckung, machten aber zu viele Fehler, hatten Ballverluste. So kam es zum 18:13. Wir zeigten viel Kampfgeist, aber 19 Gegentore in einer Halbzeit, so viele wie nie, sind zu viele.“

Zu viele technische Fehler monierte der Coach, der zudem das Kreisspiel intensivieren will. Trotzdem war es für ihn ein gewonnener Punkt, wenn man 58 Sekunden vor Schluss mit zwei Toren zurückliegt.

Der Neuling vom Echaztal hat eine gute Quote, holte 21:21 Punkte, ist Siebter. Das ist kein Grund zum Ausruhen, man hat nur vier Punkte Vorsprung auf den Abstiegsplatz. Doch mit der Moral sollte Abstieg ein Fremdwort bleiben.

Spiel-Statistik

TVG Großsachsen: Jahnke, Fraefel – Hundt (3/3), Gunst (2/1), Ulrich (2), Zweigner (6), Jörres, Triebskorn (7), Schulz (3), Zahn (5), Rybakov, Barrientos (2), Nyström (2).

VfL Pfullingen: Tölke, Schlipphak – Schliedermann (5), Klusch (2), Breckel (5), Hipp, Thiemann (3), Jabot (3), Friedrich (2), Hertwig (4), Hiller (1), List (7/3).

Schiedsrichter: J. und M. Winter.

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