TVN-Splitter

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Große Lücken

Überraschend überschaubar war das Publikumsinteresse am Samstag in der Paul-Horn-Arena. Nur 940 Zuschauer tummelten sich im weiten Rund, die oberen Stehränge wurden nicht einmal aktiviert - die Tribünen blieben drin. Keine Frage, jene die da waren, haben sich vorbildlich verhalten und gingen mit der Erkenntnis nach Hause, dass auch in der zweiten Liga beste Unterhaltung geboten wird. "Jetzt muss jeder noch einen mitbringen, dann haben wir wieder eine gute Kulisse." Wenn es nur so einfach wäre, wie es Hallensprecher Dirk Ackermann vorgeschlagen hat.

Aber wo waren denn die TVN-Fans? Es seien 30 000 auf dem Marktplatz in Bad Urach bei Christina Stürmer, behauptete Alexander Faller vom regionalen Fernsehsender RTF, darunter auch TVN-Fans. Glatt gelogen, später bewies er allerdings hellseherische Fähigkeiten. "Den hält er", meinte er lapidar, als Bobby Schagen in Minute 26 zum Siebenmeter gegen Magnus Becker antrat. Und der hielt tatsächlich. Respekt.

Großer Lärm

Eine ältere Dame wendete sich vor dem Spiel an Sebastian Buck, den Pressebevollmächtigten des TVN. Es sei zu laut in der Halle, man könne sich nicht einmal unterhalten. Und just, als sie ihr Anliegen vorgebracht hatte, hatte der DJ "Thunderstruck" von AC/DC aufgelegt. Das geht nun mal gar nichts leise. Recht geben muss man der Dame trotzdem. Konversation geht nur mittels Schreien. Ein bisschen weniger laut - und alle sind zufrieden. Ausnahme AC/DC, darauf könnte man sich verständigen.

Dressmen

Der TV Neuhausen hat etliche Sponsoren, unter anderem auch einen weltbekannten Herrenausstatter aus Metzingen. Und jener hat "die Jungs" vom TVN nun eingekleidet. Sie stehen damit in einer Reihe mit den ganz großen der Sport-Zunft. Vorgeführt haben das edle Tuch zunächst nur Geschäftsführer Dieter König und Sportdirektor Alexander Trost, Trainer Markus Gaugisch hat sich vor der Pressekonferenz in Schale geworfen - allerdings auf das Sakko verzichtet. Die Spieler sollten später ebenfalls Boss-gewandet ihren Auftritt haben. Hoffentlich haben sie beim Feiern das neue Outfit nicht gleich versaut. Obwohl es erst Spiel Nummer zwei war, hatten sie nämlich Grund dazu.

Bescheidener "Magi(er)"

TVN-Keeper Magnus Becker war der gefeierte Held an diesem denkwürdigen Abend. 21 Paraden wurden für ihn notiert, darunter jene drei in Serie nach Wiederanpfiff. "Das habe ich noch nie gehabt", wusste er sicher - und hoffte, dass das Kunststück irgendjemand gefilmt hat. Gerne würde er damit nämlich sein Profil auf Facebook aufmotzen. Ob es sein bestes Spiel war, wusste er nicht. Er habe das Spiel seines Lebens gemacht, mutmaßte zumindest Sascha Ilitsch. "Das kann der gar nicht wissen, der kennt mich doch noch gar nicht so lange", konterte der "magische Magnus". Trainer Gaugisch wusste, dass gegen Erlangen schon ähnliches mit seinem Keeper passiert ist, dem er diese Leistung von Herzen gönnte - weil er sich vorbildlich reinhänge, akribisch arbeite. Standing Ovations waren der Lohn für den außergewöhnlichen Auftritt. Applaudiert haben auch jene, die Mitte der ersten Hälfte noch seine Auswechslung gefordert hatten. Im Sport funktioniert das Kurzzeitgedächtnis bekanntlich nur bedingt. Jene, die beim Pokalspiel gegen Bietigheim vor Ort waren, haben aber sofort wieder gewusst, dass die beiden Schiedsrichter schon da am Start waren. Manche Sachen, meist die negativen, prägen sich dann doch nachhaltig ein.

Jongleur

Zu beobachten war es vor dem Spiel. Nordhorns Bobby Schagen jonglierte sehr gekonnt den Ball - mit den Füßen. Der Mann stammt aus den Niederlanden und deshalb kann seine Rückennummer durchaus eine Bedeutung haben. Der Mann trug hinten die 14, wie früher bei der TuS Metzingen, als es noch keine TusSies waren, im übrigen Wendy Smits. "Kennst Du Johan Cruyff", hatte sie einst den Pressemann gefragt. Was für eine Frage. Einer der besten Fußballer der Welt, der 1974 mit seinen Kameraden das WM-Finale gegen Deutschland trotzdem verloren hat. Hätten sie gewusst, wer beim Weltmeister die 14 trug? Bevor das große Rätselraten beginnt, hier die Auflösung: Uli Hoeneß war es. Damit wäre der Exkurs in die Fußballwelt beendet.

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