Metzingen:

wolkig

wolkig
14°C/8°C

TuS-Führungstor reicht nicht

Regionalligist SV Stuttgarter Kickers ist mit einem glanzlosen 3:1 (1:1)-Sieg bei Landesligist TuS Metzingen in die dritte WFV-Pokalrunde eingezogen. Der Underdog verkaufte sich teuer und hielt 70 Minuten mit.

JONAS SCHULZ |

Dirk Schuster, der Trainer der Stuttgarter Kickers, ist ein ruhiger und besonnener Mensch. Aber gegen Ende der ersten Halbzeit explodierte der Ex-Nationalspieler (vier A-Länderspiele für DDR, drei A-Länderspiele für BRD) in der Coaching-Zone und faltete seine Mannschaft zusammen. Grund: Zu diesem Zeitpunkt stand es 1:1, was für Schusters Team gegen einen Regionalligisten, der am kommenden Samstag gegen den FC Memmingen sein erstes Punktspiel zu bestreiten hat, viel zu wenig ist. Am Ende gewann der Ex-Bundesligist zwar noch mit 3:1, doch mit Ruhm bekleckert hatten sich die "Blauen" an diesem Abend im Metzinger Otto-Dipper-Stadion vor 400 Zuschauern wahrlich nicht.

Man sagt in Fußballerkreisen ja bekanntlich, dass man immer nur so gut spielen kann, wie es der Gegner zulässt. 70 Minuten lang machten die Gastgeber, betreut von Trainer Erol Türkoglu und dessen "Co" Claudio Mastrangelo, den Kickers das Leben sehr schwer. Schon mit der Aufstellung zweier Stürmer (Erkut Alici, Benjamin Plangger) demonstrierten die Übungsleiter, dass man sich gegen den großen Gegner nicht verstecken, sondern mitspielen wollte. Dass in dieser Saison im Offensivspiel die große Stärke der neuformierten TuS-Mannschaft liegen kann, zeigten die Liotti-Zwillinge gleich in der dritten Minute: Enzo spielte einen tollen Ball in die Gasse auf seinen Bruder Carlo, der sich behaupten und via Innenpfosten zur ebenso frühen wie auch überraschenden Führung für die Ermstäler einschoss. Die Kickers wirkten überrascht. Marcel Rapp, der einst als eine der größten Defensivhoffnungen im deutschen Fußball galt, konnte einen Schuss von Ercan Acar aus kurzer Distanz gerade noch zur Ecke klären (7.). "Die TuS-Führung ging in Ordnung. Wir hatten Glück, dass diese nicht noch höher ausfiel", resümierte denn auch Schuster über die flotten zehn Metzinger Anfangsminuten.

Danach kamen die Stuttgarter besser ins Spiel. Alessandro Abruscia traf aus zwölf Metern das Außennetz (10.). Michele Rizzi verlängerte einen Freistoß von Marchese an den Pfosten, den Nachschuss drosch Denis Videc knapp drüber (12.). Der Ausgleich fiel dann aber erst durch einen 25-Meter-Freistoß, den Marchese genau im Winkel versenkte - ein tolles Tor (25.). Der Favorit bestimmte nun das Spiel, die schnellen Metzinger Entlastungsangriffe wurden seltener. Dennoch wechselte man mit 1:1 die Seiten.

Im zweiten Durchgang fand Metzingens Benjamin Plangger zunächst aus 16 Metern seinen Meister in Kickers-Torwart Daniel Wagner (49.), ehe die Gäste noch mehr Dampf machten. Der eingewechselte Ex-SSV-Stürmer Daniel Reule traf aus drei Metern das leere Tor nicht (56.), ehe die großen Momente von TuS-Keeper Michael Hoffmann kamen. Erst lenkte er einen Freistoß von Reule mit den Fingerspitzen noch an den Pfosten (62.), dann klärte er gegen die jeweils durchgebrochenen Brandstetter (64., 76.) und Reule (67.) in höchster Not. Nach dem Doppelschlag von Marchese (68.) und Marcel Ivanusa (71.) war die starke Metzinger Moral allerdings gebrochen. Zwar hätte das Schuster-Team das Ergebnis noch höher gestalten können, doch machte es den Eindruck, als ob sich die Kickers, die insgesamt nicht mehr als nötig taten, mit dem Resultat zufrieden waren.

TuS-Coach Erol Türkoglu war mit dem Spiel seiner Truppe sehr zufrieden: "Hinten raus hat die Kraft nachgelassen, aber wir haben ja auch erst in zweieinhalb Wochen das erste Punktspiel. Wir hatten nichts zu verlieren, genauso haben wir auch gespielt. Es war eine tolle Erfahrung für meine junge Truppe, die sich hervorragend präsentiert hat. Wir sind auf einen guten Weg." Dirk Schuster, der die TuS lobte, konnte mit seiner Mannschaft nicht zufrieden sein: "Unser Spiel war viel zu statisch, deshalb haben wir uns sehr schwer getan. Es war nicht mehr als ein Pflichtsieg."

So spielten sie

TuS Metzingen: Hoffmann - Mohr, Samuele Cutruneo (75. Stiefel), Knappe, Geibel, Reitter (86. Caran), Carlo Liotti (58. Rothweiler), Enzo Liotti, Alici (70. Frick), Acar, Plangger (83. Fabio Cutruneo)

SV Stuttgarter Kickers: Wagner - Auracher, Rizzi, Marchese, Brandstetter, Stierle, Rapp (39. Gerster), Abruscia, Pala (46. Türpitz), Gondorf (13. Ivanusa), Videc (52. Reule)

Tore: 1:0 Carlo Liotti (3.), 1:1, 1:2 Marchese (24., 68.), 1:3 Ivanusa (71.)

Zuschauer: 400

Schiedsrichter: Manuel Dürr (Böblingen)

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

Fußball, Landesliga, 28. Spieltag
Pl. Verein Diff. Pkt.
1 VfL Sindelfingen 30 58
2 VfL Pfullingen 30 55
3 TSG Tübingen 17 52
4 SV Zimmern 35 51
5 FC Rottenburg 18 46
6 VfB Bösingen 11 45
7 Young Boys Reutlingen 7 44
8 Holzgerlingen 2 40
9 TuS Metzingen 3 38
10 SV Nehren 0 38
11 SpVgg Mössingen -2 35
12 TV Darmsheim -21 26
13 BSV Schwenningen -25 25
14 TB Kirchentellinsfurt -35 25
15 FV Rottweil -30 21
16 Freudenstadt -40 19
Themenschwerpunkt

TuS Metzingen

mehr zum Thema

Zum Schluss

Wassermelonen-Brot

Der taiwanesische Bäcker Lee Wen-fa mit seinem Wassermelonen-Brot. Foto: David Chang

Grünteepulver, Erdbeeren, Bambuskohle und Lebensmittelfarbe: Daraus hat ein Bäcker in Taiwan ein sogenanntes Wassermelonen-Toastbrot gebacken. mehr

Die Kassette lebt weiter

Robert Schulze, Inhaber des Plattenladens "Bis aufs Messer", hat die Kassette lieb. Foto: Stephanie Pilick

Nicht nur Fans der „Drei Fragezeichen“ haben noch Kassetten. Auch Musikliebhaber und Labels entdecken sie wieder. Also: den Walkman bloß nicht wegschmeißen! mehr

Die "Game of Thrones"-Effekte

Jan Burda, «Visual-Effects-Artist» bei Mackevision zeigt die Arbeit an der Serie Game of Thrones.

Mittelalterliche Burgen, magische Wesen und imposante Landschaften prägen die Fantasiewelt der Serie "Game of Thrones". Gedreht wird in Nordirland, Island und Kroatien - viele der besonderen Bilder stammen aber aus Deutschland. mehr