Offensive findet nicht statt

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Viel Diskussionsstoff gab es beim SSV in Pforzheim, von links: Di Biccari, Dirk Prediger (verdeckt), Maximilian Rohr, Fußball-Chef „Dino“ Schuster, Sportdirektor Giuseppe Ricciardi und Denis Lübke.  Foto: 

Beim 0:0 in Pforzheim am Samstag gab es kaum positive Aspekte: beide Teams zeigten eine gute Defensivleistung, die Sturmreihen kamen aber nie zum Zug, das heißt, es gab keine Offensive auf beiden Seiten. Die Teams hätten ohne Torsteher antreten können.

Das war nix, aber es gibt auch positive Aspekte: der SSV spielte zum drittenmal in Folge zu Null, blieb also ohne Gegentor und ist seit 303 Minuten ohne einen Gegentreffer. Die Defensive hat sich stabilisiert.

Fußball-Chef „Dino“ Schuster sagte: „Toll wie Milisic und Vogler das Zentrum zumachen, aber das war auch alles positive in dieser Partie.”

Die Bälle in die Tiefe kamen nicht an, deswegen war SSV-Trainer Class stinksauer, wechselte in der Pause zweimal aus, denn wenn Vorgaben nicht eingehalten werden, wird er wütend und wird zum Steh-Auf-Männchen.

Es gab eine echte Chance in der 12. Minute: Pass von Schneider zu Prediger, der acht Meter vor dem Torwart steht, den Ball aber auf dem  „Acker” verstolpert, da war mehr drin. Der ehemalige  Pforzheimer: „Klar, den Ball hätte ich besser mitnehmen müssen, da spielte der Platz keine Rolle, aber es war ein schwaches Spiel, es war auch nicht mein bestes Spiel. Wir spielten zu Null, doch es lief wenig, gab viele Fehlpässe auf beiden Seiten.”

Beim SSV bildete Avdic die Spitze, Schneider spielte dahinter, die  Abwehrreihe war präsent, ist nun eingespielt, das gibt Hoffnung. Man verlor zu schnell die Bälle, schlug sie oft wie der 1. CfR  planlos nach vorne, da stand keiner - so verpufften die Angriffsversuche beider Teams  schon 40 Meter vor dem Tor - harmloser und planloser geht es nicht mehr. Pforzheim wollte ein 0:0 erreicht auf Kosten der Fußball-Fans, die fast einschliefen. Die Fans sahen Abspielfehler auf schlechtem Rasen und Torschüsse Richtung Eckfahne. Nur in der 71. Minute gab es einen Aufreger: Pass von Reutlingens Andy Maier - er spielte stark- zu Avdic, der aus 18 Metern abzog - Salz hielt mühelos.

SSV-Keeper Jurkovic war arbeitslos, konnte sich sonnen, fing lediglich einige Flanken ab. Selbst Standards brachten keine Gefahr, das war nix.

Reutlingens Rohr war wieder überall, hat Qualität, die Gäste hatten eine Kopfballüberlegenheit.

Erstaunlich: der SSV, der zu Hause noch auf den ersten Sieg wartet, ist auswärts mit acht von zwölf Punkten ungeschlagen. Das Spiel wäre für den verhinderten Niang maßgeschneidert gewesen, aber er musste ja passen.

SSV-Sportdirektor Giuseppe Ricciardi sagte: „Das war ein ganz schwaches Spiel, unsere Defensive war gut, wir ließen ja überhaupt nichts zu, die langen Bälle kamen aber nicht an, das war wenig  auch vom Gastgeber.“

SSV-Spielmacher Marco Di Biccari sprach von gerechtem Unentschieden, er habe sich gut eingelebt. Aber so könne man kein Tor erzielen. CfR- Coach Markus Zörrer sagte: „Salz fehlte uns, aber zufrieden sind wir nicht, wir konnten keine Bälle festmachen, sorgten für wenig Gefahr, hinten hatten wir alles im Griff.” Jochen Class mit Klartext:” Ich muss mich bei den Fans entschuldigen, die da 90 Minuten ertragen mussten. Positiv: dreimal spielten wir zu Null, hinten sind wir nun stabil, das haben wir hinbekommen, auch mit vielen Trainingseinheiten.  Nun muss die Offensive  trainiert  werden. Ich verlangte, dass die Spieler in die Tiefe gehen, doch sie kamen dem Ball entgegen - das war so nicht besprochen. Da müssen wir uns im Winter überlegen, noch einen Stürmer zu verpflichten. Im Mittelfeld gabs kaum Zugriff.”

Das ganze hatte mit Oberliga-Fußball wenig zu tun, der SSV ist hinten kompakt, doch ohne Offensive. Diese fand die Partie über nicht statt.

So spielten sie

1. CfR Pforzheim: Salz - Stark, Sturm, Saito, Hadzic (67. Reisig) - Gudzevic,  Durmus, Grupp, Schwaiger (81. Masurica) - Bode (72. Torun) - Tardelli

SSV Reutlingen: Jurkovic - Schramm, Vogler, Milisic, Lübke (65. Maier) - Eiberger (77. Plattenhardt), Prediger (46. Colic), Rohr, Di Biccari, Schneider (46. Kuengienda) - Avdic

Zuschauer: 370

Ecken: 3:1

Schiedsrichter: Marcel  Göpferich (Bad Schöneborn)

Gelb: Schwaiger, Torun - Milisic, Lübke

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