SSV stoppt Überflieger der 3. Liga im Testspiel Fußball: Reutlinger 1:1 beim FC Heidenheim
Bei beißender Kälte erreichte Fußball-Regionalligist SSV Reutlingen im Testspiel bei Zweitligaanwärter 1. FC Heidenheim ein gerechtes 1:1. Anton Makarenko konnte in vorletzter Minute ausgleichen.
SSV-Trainer Roland Seitz hatte mächtig umgestellt: Cosic spielte innen in der Kette, Fecker außen, Makiadi nahm den Schreckinger-Part vor der Abwehrkette ein und Makarenko spielte auf der linken Seite offensiv, weil Alban Meha am Mittwoch im Regionalliga-Nachholspiel gegen den SC Pfullendorf gesperrt ist. Hämmerle begann auf der rechten Seite, Tucci und Blessin - hängende Spitze - bildeten das Sturm- Duo. Das klappte ganz gut. Blessin verteilte die Bälle, sollte nur im Strafraum auch mal abziehen, denn er legte zweimal quer, als er gute Schusspositionen hatte. Makarenko arbeitete viel, aber er fühlt sich vorne wohler. Der 1. FC Heidenheim begann mit seiner B-Elf, alles Spieler, die hungrig sind. Aber nach Blessins Vorarbeit hatte Makiadi eine gute Chance, doch er verzog. Dann rettete FCH-Keeper Baum vor Tucci, ehe der SSV einmal nicht aufpasste: nach Eckball konnte Christian Beisel aus acht Metern unbedrängt einköpfen. Doch auch Hämmerle zog ab und Baum klärte, ehe sich beide Teams auf dem glänzend bespielbaren Kunstrasen neutralisierten. Der SSV hielt gut mit, Linse musste gegen Endler und Heidenfelder auf der Hut sein, erledigte seinen Job glänzend, ehe Blessin frei war und erneut quer legte.
Nach der Pause kam Heidenheims A-Elf, die zuletzt für so viel Furore in der 3. Liga gesorgt hatte, dabei acht der letzten neun Spiele gewann. Beim SSV wurde nach einer Stunde flott durchgewechselt - nur Tucci und Makarenko blieben drin - ein Luxusproblem für Seitz. Bogdanovic und Grujic spielten innen, Schreckinger und Oytun waren die Sechser, Bentele wirbelte rechts, Meha links und vorne spielte das Duo Tucci/Makarenko. Bogdanovic hatte aus den Fehlern des letzten Punktspiels gelernt- man verschob gut, aber Torwart Walter musste zwei Mal eingreifen. Auch beim Kopfball des ehemaligen SSV-Stürmers Patrick Mayer war Walter auf dem Posten, ehe der SSV eine Top-Chance versiebte, als Tucci und Makarenko alleine auf Bodemer hätten zulaufen können, jedoch der Pass ins Leere ging. Den Konter musste man ausnützen. Bodemer hielt noch einen Tucci- Kopfball, ehe Walter nach Eckball umknickte und verletzt ausschied - es sieht nicht gut aus (Diagnose Außenbandriss droht). Feldspieler Oytun ging ins Tor, hielt gleich einen Kopfball, ehe sich der SSV aufraffte: Makarenko kam von links - er traf den Pfosten. In der 89. Minute war es wieder Makarenko, der nach Tuccis Vorarbeit aus spitzem Winkel unhaltbar traf. Doch in der letzten Minute kam Jarosch frei zum Kopfball und diesen Ball muss nicht einmal ein Klasse-Torwart halten. Aber Feldspieler Ümit Oytun streckte sich als Interimskeeper, flog und boxte das Leder aus dem Winkel zur Ecke - eine Meisterleistung, sogar sensationell zu nennen.
FCH-Trainer Frank Schmidt lobte: "Ich habe das gesehen, was ich sehen wollte, das war ein guter Test. Wir ließen nicht viel zu, vergaben vor der Pause einige Chancen. Geärgert hat mich das Gegentor, da passte die Zuordnung nicht."
Tobias Linse war zufrieden: "Nur bei der Standardsituation stimmte es nicht, sonst haben wir gut gegen den Ball gespielt." Auch Trainer Roland Seitz zeigte sich zufrieden: "Heidenheim hat zwar nach der Pause mehr Druck entwickelt, aber wir hielten gut dagegen, hätten sogar bei den beiden Konterchancen mehr machen müssen."
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Autor: WOLFGANG GATTIKER | 15.03.2010
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