Ein Derby mit vielen Toren?

Es nimmt kein Ende, die Liga wird laufend von Derbies heimgesucht. Pfullingen trifft auswärts auf die starken Young Boys aus Reutlingen. Die TuS Metzingen will oberhalb des Neckartals nicht verlieren.

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Die Abwehr der TSG Young Boys Reutlingen, die hier den Metzinger Enzo Liotti in die Zange nimmt, will auch am Sonntag zu ungewohnter Zeit (17 Uhr) im Lokalderby gegen den VfL Pfullingen als Sieger vom Platz gehen. Foto: Axel Grundler

Die TuS Metzingen muss nach der knappen 1:2-Niederlage vergangenen Samstag gegen den SV Nehren in Zimmern ran. Trainer Zizino Teixeira-Rebelo schätzt die Kicker nahe Rottweil stark ein: "Zimmern ist in meinen Augen Meisterschaftsfavorit", so der Coach, man wolle selbstverständlich nicht verlieren. "Ein Punkt wäre gut", gibt er als Ziel für Sonntag aus.

Unter der Woche ließ der Portugiese Zweikampfhärte, Pressing und vor allem Torschuss trainieren: "Wir haben gegen Nehren die Chancen nicht optimal genutzt, das 2:0 hätte man nachlegen sollen", hebt der Mann an der Seitenlinie auf die mangelnde Chancenverwertung ab. Die Zimmerer konnten ihr Spiel gegen den SV Villingendorf souverän mit 4:1 für sich entscheiden, werden also vor heimischer Kulisse mit breiter Brust auflaufen. Der SVZ liegt hinter der TuS auf Tabellenplatz drei, ist damit direkter Verfolger der Metzinger Fußballer. Teixeira-Rebelo wünscht sich für Sonntag, dass seine Mannen mehr Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor aufweisen, um somit den einen, oder sogar mehrere Punkte aus Zimmern entführen zu können.

Die aufstrebende TSG Young Boys Reutlingen konnte im Gegensatz zum Lokalrivalen Metzingen ihre Partie siegreich gestalten. Mit einem überzeugenden 4:1 wurde der Nachbar TSG Tübingen aus dem eigenen Stadion geschossen. Die vier Kisten bekamen die TSGler übrigens in weniger als 15 Minuten eingeschenkt. Trainer Thomas Schwend rechnet nicht nochmal mit solch leichtem Spiel für seine Angreifer: "Es wird eine schwere Aufgabe für uns werden, ein Derby ist immer etwas Besonderes", so der Kommandogeber der "jungen Buben".

Apropos Derby und besonders: Bei genauerer Betrachtung trifft dies für die Reutlinger nicht zu, denn nach dem Spiel zu Hause gegen Metzingen (0:1) und dem Schützenfest in Tübingen, ist das Aufwarten des VfL Pfullingen am Sportfreundeplatz in Reutlingen das dritte Derby in Folge für die TSG YB. Doch von wegen Routine oder Selbstläufer für das Liga-Urgestein - Schwend hat mit einigen Verletzen zu kämpfen: "Sabri Gürol und Ercan Acar werden verletzungsbedingt passen müssen", gibt der Coach zu Protokoll. Keeper Ali Erdem ist nach der roten Karte wegen Notbremse noch gesperrt, wie lange dies sein wird, sei noch nicht bekannt. "Nichtsdestotrotz wollen wir das Spiel zu Hause gewinnen", diktiert der Trainerfuchs in die Notizblöcke der Presse. Es wird mit rund 400 Zuschauern gerechnet. Eine prächtige Atmosphäre wäre somit gesichert.

Der andere, am Derby beteiligte Klub ist der VfL Pfullingen. Die Blau-Weißen vom Schönberg konnten ebenfalls mit einem 4:1-Erfolg über Hildrizhausen das heimische Grün verlassen. VfL-Coach Jochen Class stapelt vor dem Aufeinandertreffen mit dem Lokalrivalen betont tief: "Die TSG Young Boys ist haushoher Favorit, ich rechne damit, dass diese Mannschaft in einigen Jahren den Aufstieg schaffen wird", orakelt der Trainer vor dem Derby über die Zukunft der Reutlinger.

Doch Class ist bekanntlich der Trainer des VfL Pfullingen, konzentriert sich deshalb auf seine Mannschaft: "Wir haben viele Verletzte, am meisten tut uns der Verlust des Kapitäns Florian Gekeler weh." Man könne die Ausfälle weitestgehend durch die Breite des eigenen Kaders kompensieren, lässt er wissen.

Angesprochen auf den Umstand, dass sein Team und die TSG YB vier Tore in der letzten Partie erzielt haben, meint Class schmunzelnd: "Ein 4:4 würde ich sofort unterschreiben, einen Punkt zu holen, wäre für uns mehr als zufriedenstellend", legt er die Messlatte für seine Truppe nicht allzu hoch. Doch wer weiß, vielleicht gelingt es dem VfL Pfullingen, die Rolle des Underdog zu nutzen und aus dem Hinterhalt dem Favoriten ein Bein zu stellen. Im Sinne eines spannenden Derbys, wäre dies sicher wünschenswert.

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