Der B- und B-Sturm schlägt zu

Dank den Toren von Bastian Bischoff und Marcel Brandstetter siegte der SSV Reutlingen Fußball gegen den Kehler FV 2:1, obwohl die Spieler nach der Pause platt waren und auf dem Zahnfleisch daherkamen.

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Bastian Bischoff (vorne) hat soeben das 1:0 für den SSV Reutlingen gegen den Kehler FV erzielt. Im Hintergrund jubelt der spätere Torschütze zum 2:0, Marcel Brandstetter. Mit 14 Punkten rangiert der Kreuzeicheklub auf Rang zwei. Foto: Grundler

Der SSV pflegt ein sehr laufintensives Spiel. Das merkte man zum Abschluss der englischen Woche, denn nach der Pause ging fast nichts mehr. Die Jungs konnten nicht mehr so früh pressen und in die Zweikämpfe gehen. Der Gast war spielbestimmend, konnte aber nur ein Tor erzielen, hatte noch eine gute Schusschance. So kam der SSV mit einem blauen Auge davon - nun folgt eine Regenerationswoche.

Es war im siebten Spiel erst der zweite Sieg gegen die Südbadener. Kehl spielte defensiv mit einer Spitze und fünf Mittelfeldspielern, machte die Räume eng. Der SSV bot eine gute erste Halbzeit mit zwei Toren und die fast 1400 Zuschauer waren zufrieden. Trainer Isik: "Es ist toll, wir boten kein gutes Spiel, fast 1400 Fans haben uns bis zum Schluss super unterstützt, das war sagenhaft."

Die erste Halbzeit verlief wie gewohnt: der SSV mit Pressing, Druck und guten Spielzügen. In der 29. Minute sahen die Fans einen sauber herausgespielten Angriff: Baradel zu Ricciardi, der bediente Brandstetter - dessen Schuss wehrte Kornmaier ab, aber Bastian Bischoff stand goldrichtig und schmetterte die Lederkugel aus acht Metern ins Netz. Drei Minuten später folgte der Doppelschlag, als Bischoff eine sensationelle Vorarbeit leistete: Er raste rechts los, per Hacke hob er das Leder über sich und seinen Gegenspieler, passte nach innen - dort stand Brandstetter, vollendete per Heber - viertes Saisontor. Gästetrainer Bora Markovic: "Das Tor alleine war das Eintrittsgeld wert."

Bischoffs Kopfball strich knapp vorbei, ehe in der 39. Minute auch Hammel zum ersten Mal eingreifen musste, als er einen Armbruster-Kopfball per Traumparade über die Latte lenkte.

Nach der Pause hielt Hammel einen Halfmann-Schuss, dann plätscherte das Spiel so dahin: Der SSV konnte nicht mehr, war stehend k.o., die Gäste bemühten sich, kamen aber nur zu einem Tor, als Kevin Sax abzog, der Ball unten im Netz landete (54.). Derselbe Spieler zog in der 73. Minute nochmals ab, diesmal strich die Lederkugel haarscharf vorbei. Glück für den SSV auch bei einem abgepfiffenen Kopfballtor der Gäste. Der SSV hatte nach 50 Minuten den Faden total verloren, weil er seine Tugenden, die er benötigt, nicht mehr abrufen konnte. Selten wurde der Schlusspfiff so herbeigesehnt, denn auch in Überzahl gab es keine SSV-Gefahr mehr. Die englische Woche forderte ihren Tribut. Der SSV muss eben längere Wege gehen als andere Teams - die Laufbereitschaft war nicht mehr so vorhanden. Isik verstärkte mit Ivezic und Thies die Defensive, Wiesner ging ins Mittelfeld, man brachte den Sieg über die Zeit. Es war kein glanzvoller Sieg, die Jungs waren so platt wie selten.

Trainerstimmen

Bora Markovic (KFV): "Wir haben dem SSV Probleme bereitet, ihm das Leben sehr schwer gemacht, setzten immer Nadelstiche. Ich regte mich auf, weil das 2:2 aberkannt wurde, ich weiß nicht warum. Der SSV hat dennoch Klasse, viel Qualität. Wir haben alles abgerufen, stark dagegengehalten. Es war ein intensives, temporeiches Spiel."

Murat Isik (SSV): "Ich bedanke mich bei den tollen Zuschauern, wie sie uns trotz nicht so guter Leistung bis zum Schluss angefeuert haben, das war sagenhaft und verdient größten Respekt. Die Kehler standen kompakt, machten es uns sehr schwer, haben uns zu Fehlern gezwungen. Wir waren auch im Kopf müde, von der Sprintfähigkeit sowieso. Es hat alles zu lange gedauert, wir ließen nicht viele Chancen zu, haben auch wenige herausgespielt. Es war auch ein bisschen Glück dabei. Solche Siege gehören dazu. Zu unserer Spielphilosophie gehört eine große Laufbereitschaft. Doch diesmal waren alle zu müde und platt. Doch am Ende stehen drei Punkte auf unserem Konto."

 


So spielten sie
 

So spielten sie

SSV Reutlingen: Hammel - Schimmel (61. Thies), Hartmann, Wiesner, Baradel - Eiberger (74. Ivezic), Ricciardi, Schaschko, Golinski - Brandstetter, Bischoff (66. Saglam)

Kehler FV: Kornmaier - Maier, Laifer, Kaiser, Karamehmedovic - Halfmann (74. Sert), Arnbruster, Zimmerer, Benchenane, Sax - Weschle (82. Reiss)

Tore: 1:0 Bischoff (29.), 2:0 Brandstetter( (32.), 2:1 Sax (54.)

Zuschauer: 1384 (Oberliga-Saisonrekord)

Schiedsrichter: Fabian Ebert (Neckarhausen)

Gelb-Rot: Laifer ( 87.), Armbruster (beide Kehl, 90+1)

Gelb: Wiesner, Brandstetter, Schimmel - Zimmerer

Besonderheiten: SSV nun mit 14 von 18 Punkten auf dem zweiten Platz, bleibt wie Bruchsal und Nöttingen ungeschlagen.

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