Brief an die Reutlinger Fans

Die Fußball-Derbys zwischen Ulm und Reutlingen waren schon immer von hohem sportlichen Interesse. Vor dem Oberliga-Spiel am Samstag haben Polizei und Verein einen offenen Brief an die Fans gerichtet.

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Szenen in der Innenstadt wie bei Straßenschlachten, Pyrotechnik auf den Rängen und extrem aggressive Unbelehrbare in den Fankurven. Reutlinger (oben rechts) und Ulmer Fans (unten rechts) bereiteten der Polizei beim Derby oftmals arge Probleme.

Wenn am Samstag der Schiedsrichter um 14.30 Uhr das Fußball-Derby zwischen Ulm und Reutlingen anpfeift, dann könnte es im Donaustadion in der Friedrichsau eine Oberliga-Saisonrekordkulisse geben. Die Spiele zwischen den beiden SSV-Teams waren immer schon von hohem sportlichen Interesse.

Duelle dieser beiden in den letzten Jahren jeweils finanziell arg gebeutelten Mannschaften haben aber vor allem für unschöne Szenen auf und neben den Rängen gesorgt. Vor, während und nach den Spielen gab es oft teilweise heftige Auseinandersetzungen, die erst durch die Polizei beendet werden konnten.

Der Oberliga-Kick wird auch in diesem Jahr als Risikospiel eingestuft, weshalb Polizei und Verein einen neuen Weg gewählt haben.

Auf Initiative des neuen Ulmer Fußball-Vorstands um Thomas Oelmayer gibt es bereits im Vorfeld einige Anstrengungen für eine friedliche Sportveranstaltung.

Beispielsweise wurde auf der Internet-Homepage des SSV Reutlingen Fußball ein offener Brief von Polizei und SSV Ulm 46 Fußball eingestellt, in dem auf die Brisanz der vergangenen Jahre hingewiesen, vor allem aber der Appell ausgesprochen wird, gemeinsam "ein spannendes Fußballspiel ohne störende Einflüsse" erleben zu wollen. Polizei und Heimklub setzen auf "kooperativen und kommunikativen Umgang miteinander", heißt es weiter.

Für die Polizei ist das ein normaler Vorgang, wie ein Sprecher des Polizeipräsidiums gestern sagte. Für den SSV Ulm 1846 Fußball aber steckt dahinter ein klares Signal, nicht weitermachen zu wollen wie in der Vergangenheit. Die Ulmer Vereinsvorstände Oelmayer und Roland Häußler fahren deshalb am Donnerstag nach Reutlingen, um sich mit dem dortigen Vorstand und dem Fanbeauftragten zu treffen.

"Wir wollen schon offen erörtern, warum die Derbys zwischen Ulm und Reutlingen immer so heiß sind", sagt Oelmayer, der das zudem als Botschaft gedeutet haben will, "dass wir uns schon im Vorfeld um die Problematik kümmern."

Der Austausch auf Vereinsebene sei wichtig, weil nicht die Vereine verfeindet seien, sondern einzelne Randalierer den Sport für ihren Krawall ausnutzen würden.

Für den Samstag gibt es das Problem des frühen Anpfiffs (am 14.30 Uhr soll das Derby starten) im Ulmer Donaustadion. Etwa 250 Reutlinger Fans sind angekündigt, die um 13 Uhr zur besten Einkaufszeit in der Innenstadt am Ulmer Hauptbahnhof ankommen - sofern die Züge am Samstag auch wirklich fahren und kein weiterer Lokführer-Streik den Schienenverkehr komplett lahmlegt. Die Reutlinger Fußball-Anhänger werden - kein Lokführer-Streik vorausgesetzt - von der Polizei begleitet in Shuttlebussen direkt ans Donaustadion in die Ulmer Friedrichsau gebracht.

Beim Einlass kündigt der SSV Ulm 1846 Fußball schärfere Kontrollen an. Er distanziert sich von "extremistischen und antidemokratischen Bestrebungen" und wird deshalb konsequent allen Personen den Zutritt ins Donaustadion verwehren, die eine derartige Gesinnung zum Ausdruck bringen, heißt es abschließend.

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