„Ohne Fußball kann ich nicht sein“

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Robert Michnia blickt keineswegs im Groll auf seine Trainerzeit beim FV Bad Urach zurück. Nach schlechtem Start kam aber die Trennung.  Foto: 

Trainer Robert Michnia und der A-Ligist FV Bad Urach gehen nach fast dreijähriger Zusammenarbeit getrennte Wege. Die Zittelstätter waren nach dem Bezirksligaabstieg als einer der Meisterschaftsfavoriten in die neue Kreisliga A1-Saison gestartet, blieben aber bislang hinter ihren Erwartungen zurück. Dementsprechend trennte man sich nach dem sechsten Spieltag. Urach rangiert momentan mit elf Zählern auf Tabellenplatz acht der Münsinger Kreisliga A1.

Robert Michnia, der Saisonstart war nicht gerade perfekt, aber die Trennung kam doch etwas überraschend. Was sind die Gründe?

Robert Michnia. Der Start war holprig, aber nicht ganz unerwartet, da wir verletzungs- und urlaubsbedingt auf mehr als zehn Spieler nicht zurückgreifen konnten. Wichtige Stützen wie Luigi Mannolo oder Nelson de Brito sind zudem langzeitverletzt und diese Qualität war einfach nicht zu kompensieren. Überraschend war die Trennung nicht ganz, denn es gab in letzter Zeit schon den einen oder anderen Dissens. Ich denke sogar, dass ich den Fehler gemacht habe, bei den damaligen Gesprächen zur Vertragsverlängerung nicht auf meinen Kopf gehört zu haben. Denn es ist normal, dass es nach fast drei Jahren gegenseitige Abnutzungserscheinungen gibt.

Hätte der 3:1-Auswärtssieg in Münsingen, nach der Partie folgte ja bekanntlich die Trennung, nicht einen positiven Schub für die kommenden Aufgaben gegeben?

Ich bin mir sicher, dass der Erfolg in Münsingen ein Startschuss gewesen ist, genau wie die Rückkehr des einen oder anderen verletzten Spielers. Ich hatte absolut den Anspruch, sofort an die Tabellenspitze der A1 zurückzukehren. Ich wünsche der Mannschaft, dass ihr dies auch ohne mein Zutun gelingt.

Was waren die Gründe für den eher durchwachsenen Start in die neue A1-Saison?

Wir hatten in meinen Augen eine sehr gute Vorbereitung, denn die Mannschaft hat absolut mitgezogen. Die Gründe lagen in den Personalproblemen, die wir kurz vor Saisonbeginn bekommen haben. Unsere Leistungsträger konnten wir nicht adäquat ersetzen.

Wie hat die Mannschaft Ihren Rücktritt aufgenommen?

Ich denke, dass dies immer unterschiedlich ist. Mich hat es aber schon gefreut, dass sehr viele Spieler sich nach der Trennung persönlich bei mir gemeldet, sich für die Zusammenarbeit bedankt und diese auch wertgeschätzt haben.

Sie waren seit 2015 in Urach Chef-Coach, wie fällt Ihr Rückblick aus?

Urach war eine Erfahrung, die ich nicht missen will. Ich denke schon, dass ich dazu beitragen konnte, dass sich die Rahmenbedingungen des Vereins, wie zum Beispiel in puncto Training oder auch die Kaderstärke, weiterentwickeln konnten. Ich habe beim FV Bad Urach tolle Menschen kennengelernt, die sehr viel Herzblut in ihren Verein stecken. Die Mannschaft war manchmal eine Herausforderung, aber wir haben immer gemeinsam eine Lösung für Schwierigkeiten gefunden. Sportlich bleibt im Rückblick natürlich der bittere Abstieg aus der Bezirksliga in der vergangenen Saison, als wir wegen nur eines Tores runter mussten und die absolute Rekordsaison vor zwei Jahren, als wir ohne Niederlage die Meisterschaft in der Kreisliga A1 feierten. Deswegen bleibt der FV Bad Urach bei mir mit Sicherheit in absolut positiver Erinnerung.

Wie geht es nun weiter – machen Sie Pause oder wollen Sie so schnell wie möglich zurück auf den Fußballplatz?

Das eine oder andere Gespräch habe ich mal geführt, denn ganz ohne Fußball kann und will ich nicht sein, dazu liebe ich dieses Spiel zu sehr. Vielleicht tauche ich demnächst ja irgendwo wieder als Coach auf, aber der Verein muss zu mir passen.

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