"Hoffe" wird befördert

Der langjährige Torwart Michael Hoffmann bleibt bei der TuS Metzingen in der Verantwortung: Er wechselt vom Feld, wo er sein Team als Kapitän anführte, als Co- und Torspieler-Trainer an die Seitenlinie.

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Keineswegs wird sich Michael Hoffmann zur Ruhe setzen. Vielmehr rückt der langjährige Keeper in den Trainerstab der TuS Metzingen auf. Foto: Eibner

"Es war kein Abschied, auch wenn das so rüber kam. Ich werde bei der TuS Metzingen bleiben und künftig im Trainerstab mitwirken", stellt Michael Hoffmann klar. Gemeint ist das letzte Heimspiel der Metzinger Landesliga-Fußballer in der abgelaufenen Saison, als die Hausherren Überraschungs-Meister VfB Bösingen mit 4:0 aus dem Stadion fegten, und Hoffmann unter Standing Ovations seiner Mitspieler und der Zuschauer in der 64. Minute gegen Mike Kemmler ausgewechselt wurde.

Es war ein Bild mit Symbolcharakter, denn Kemmler wird Hoffmann in der kommende Spielzeit nach zwei Jahren, die er überwiegend als Nummer zwei auf der harten Metzinger Reservebank zubringen musste, im Tor der Ermstäler ablösen. Auch die Kapitänsbinde, die der 29-jährige Hoffmann in den letzten drei Spielzeiten stets über den linken Oberarm gestreift hatte, wird künftig ein anderer Metzinger tragen.

Vor dem Anpfiff an jenem 25. Mai wurde Hoffmann von den Verantwortlichen für sein 300. Pflichtspiel im blau-weißen Trikot geehrt, das er seit seinem Wechsel vom SSV Reutlingen II an den Bongertwasen im Sommer 2001 überzog. Genau genommen waren es sogar 308 Einsätze, die Ehrung wurde verspätet vorgenommen. Statt eines Abschieds wird der in Dettingen wohnende "Mister TuS" seinem Verein ("Mir liegt die TuS sehr am Herzen, wenn man so lange für einen Klub spielt wie ich es für diesen Verein getan habe, schüttelt man das nicht so einfach ab") erhalten bleiben und in der kommenden Saison als Co- und Torspieler-Trainer unter "Headcoach" Maik Schütt fungieren.

"Das ist eine reizvolle Aufgabe, auf die ich mich sehr freue. Von Maik, der trotz seiner jungen Jahre schon namhafte Stationen und herausragende Kompetenzen vorzuweisen hat, kann ich viel lernen", bekennt Hoffmann, der momentan die Torspieler-Trainerlizenz macht, dann die Trainer-C-Lizenz erwerben und eines Tages selber einmal ein Team trainieren möchte. Auch Schütt ist froh, dass "Hoffe" in seinen Trainerstab rückt: "Ich freue mich auf die Zusammenarbeit. Hoffe ist eine Institution bei der TuS. Er ist sehr ehrgeizig und wird uns weiterbringen."

Hans-Michael Traum ist froh, dass es zum Abschluss seiner dreijährigen Arbeit als Sportlicher Leiter gelungen ist, Hoffmann im Verein zu halten: "Es ist kaum einer länger im Verein als Hoffe, so jemanden muss man halten. Er hat für den Verein herausragendes geleistet. Es ist gut, dass er im Trainerstab in die Verantwortung genommen wird. Ich sehe diesen Schritt als eine Beförderung für ihn an." So sei "Hoffe" verantwortlich, wie Mike Kemmler sich entwickelt, dem man zutraut, in die große Fußstapfen seines Vorgängers zu treten. "Mike hat in seinen bisherigen Einsätzen solide gespielt, muss sich nun aber über eine ganze Runde beweisen. Das traue ich ihm zu", spricht Hoffmann positiv über seinen Nachfolger, mit dem er sich in der zurückliegenden Spielzeit ein heißes, aber stets faires Duell um den Platz zwischen den Pfosten geliefert hatte.

Nach der Torwart-Rotation zwischen den beiden Torstehern unter Ex-Coach Erol Türkoglu in der Vorrunde und einer vierwöchigen Verletzungspause Ende 2011, in der "Hoffe" sogar über einen Vereinswechsel nachgedacht hat, "habe ich nach einem klärenden Gespräch mit Neu-Trainer Maik Schütt Gas gegeben", so Hoffmann, "und alle Spiele bis auf das letzte bestritten." Dies sei für ihn vor seinem Abtritt als Nummer eins noch einmal wichtig gewesen, so dass er künftig auch als Backup für Kemmler bereitsteht, sollte dieser sich verletzen. "Ich kann nicht mehr in jedem Training sein, weil ich nun berufsbedingt häufiger unterwegs sein werde. Außerdem erwarten meine Frau Andrea und ich im August unser erstes Kind", nennt der Ex-Eninger triftige Gründe für seine veränderte Rolle bei der TuS. Hans-Michael Traum, dessen Posten Claudio Mastrangelo übernommen hat, und Maik Schütt können mit dieser Lösung gut leben. "Der Verein gewinnt einen Top-Mann für den Trainerstab und einen erstklassigen zweiten Torhüter. Hoffe trägt nun noch mehr Verantwortung und kann viel Erfahrung hinzugewinnen", zeigt sich Traum hochzufrieden.

Abschließend stellt sich die Frage, was aus über einem Jahrzehnt als Nummer eins bei der TuS übrigbleibt. Hoffmann überlegt kurz und nennt "überragende sportliche Erlebnisse" wie den fünften Platz in der Verbandsliga (2003/2004), zwei erst im Elfmeterschießen verlorene WFV-Pokal-Derbys gegen den "großen" SSV Reutlingen (2004 und 2005) und das TuS-Jubiläumsspiel im Jahr 2008 gegen den damaligen Bundesligisten Karlsruher SC (0:4). Aber auch das Miteinander sei nie zu kurz gekommen, so dass zahlreiche Freundschaften zustande gekommen seien. Hoffmann: "Ich freue mich auf die neue Herausforderung und bin froh, dass ich bei meinen Jungs dabei bleibe."

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