Ulmer Basketballer in Gießen: Siebter Sieg in Folge?

Gießen/Ulm.  Heute können die Ulmer Bundesliga-Basketballer den siebten Sieg in Folge einfahren. Dafür muss sich das Team von Trainer Thorsten Leibenath bei den Giessen 46ers durchsetzen. Einfach wird das nicht.

Die Basketball-Bundesliga (BBL) hat Arbeitszeugnisse für die 18 Klubs ausgestellt. Dabei zeigen alleine die Bezeichnungen der fünf Kategorien, die die Schulnoten darstellen sollen, dass die BBL die Bewertung der jeweiligen Klubs mit einer Portion Lockerheit sieht.

Kategorie 1: Uns scheint die Sonne aus dem Hintern.

Kategorie 2: Unser Leben ist schön.

Kategorie 3: Wir sehen uns als Wechselspiel von Licht und Schatten.

Kategorie 4: Wir sind mit der Gesamtsituation unzufrieden.

Kategorie 5: Bitte weckt uns aus diesem Albtraum auf.

Dass die Ulmer Bundesliga-Basketballer bei diesem "Notenspiel" in die Kategorie 1 eingestuft wurden (zusammen mit Bamberg, Quakenbrück und Würzburg), ist wohl nicht als große Überraschung zu werten. Ein Auszug aus der Begründung der BBL: "Und was die Gründe für den Erfolg angeht, so schließen wir uns Per Günther an, der bezüglich des stimmigen Kaders ohne faule Äpfel sagt, dass beim Zusammenstellen eines Teams manchmal einfach alles passt! Mannschaftssport kann so simpel sein."

Die Giessen 46ers, bei denen die Ratiopharm-Korbjäger heute ab 20 Uhr ihre positive Bewertung rechtfertigen wollen, wurden deutlich schlechter eingeordnet. Sie bewegen sich zwischen Licht und Schatten, mit der Tendenz zur unbefriedigenden Gesamtsituation. Aber Achtung, würde der Ulmer Coach Thorsten Leibenath am liebsten rufen, der sich in seiner Prognose nach dem Hinrundensieg vor vier Wochen ("Gießen kann zum Überraschungsteams der Rückrunde werden") bestätigt sieht: Die Hessen, derzeit auf Tabellenplatz 14, haben nicht nur mit Tai McCullough einen neuen Amerikaner verpflichtet, der Gießen in Korbnähe gefährlicher macht, sondern zuletzt auch gegen Tübingen und in Frankfurt gewonnen. Zwei Erfolge, die für etwas Entspannung beim Urgestein der BBL (seit Gründung der Bundesliga 1966 ununterbrochen dabei) gesorgt haben, aber die Abstiegsangst bei den "Unabsteigbaren" ist längst noch nicht verflogen.

Für Thorsten Leibenath steht die Begegnung unter einem besonderen Stern. Der 36-Jährige war insgesamt sieben Jahre Teil des Teams von der Lahn (als "Co" und Cheftrainer) und hat noch immer eine Wohnung in Lich, 15 Kilometer entfernt von der hessischen Universitätsstadt. Kein Wunder also, dass sich der Coach auf die Begegnung freut.

Die taktischen Grundüberlegungen beider Trainer für dieses Spiel versprechen ein hoch interessantes Duell. Thorsten Leibenath macht klar: "Wir müssen jeden Lauf der Gießener sofort unterbrechen und einen eigenen initiieren. Wir dürfen keinem Rückstand hinterherlaufen." Er muss möglicherweise auf Dane Watts verzichten. Der Amerikaner knickte im Abschlusstraining um. Einer ersten Diagnose zufolge sind jedoch keine Bänder gerissen.

Gießens Coach Björn Harmsen hat Lehren aus der 75:97-Niederlage in der Arena gezogen: "Ulms Schwächen liegen in der Defensive." Dort will er den Hebel mit einer aggressiven Offensive ansetzen. Harmsen hat ansonsten eine hohe Meinung von Ulm: "Sie sind in der Offensive sehr ausgeglichen, bewegen den Ball sehr gut und sind sehr schwer auszurechnen. Das ist das Schöne im Teamsport, wenn man es schafft, selbstlos zu agieren." Dickes Lob für den Tabellenzweiten, mit dem er sein Selbstbewusstsein für das schwere Programm in den kommenden zwei Wochen (fünf Partien) stärken kann. Aber nichts geht in dieser Hinsicht über einen Erfolg. Es wäre der siebte in Folge.


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