Anwohner fordern rasche Lösung für Lärmschutz an der US-Schießanlage

Die erst kürzlich gebaute Lärmschutzwand an der US-Schießanlage hat für Siedlungen in Böblingen nichts gebracht, im Gegenteil: Die Lärmbelästigung ist gestiegen.

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Ulrich Durst am Zaun vor der Schießbahn.  Foto: 

Es schien, als sei das Problem erledigt. Im Sommer 2016 haben die US-Streitkräfte in Böblingen eine Lärmschutzwand an ihrer Schießbahn bei der Panzerkaserne errichtet – nach jahrelangem Bemühen der Bürger­initiative Schießlärm und der Stadtverwaltung. Für die zwei Kilo­meter entfernte Gemeinde Schönaich brachte die Dämmung tatsächlich Erleichterung.

Nicht so für die nur wenige hundert Meter von der Trainingsanlage entfernten Siedlungen  Tannenberg und Rauher Kapf. Die Situation sei sogar noch schlimmer geworden, sagt Ulrich Durst, Sprecher der Bürgerinitiative: „Für uns wirkt sich die Lärmschutzwand kontraproduktiv aus.“ Der Schusslärm habe sich verdichtet. Messungen der Immissionsschutzstelle der Bundeswehr bestätigen die Wahrnehmungen der Anwohner. Die fühlen sich durch den Einsatz eines Kampfhubschraubers zusätzlich belästigt. Die Amerikaner üben mit ihm offenbar Befreiungsaktionen beim Häuserkampf. Der Lärm sei sogar noch in der Böblinger Stadtmitte zu hören.

Im September hat ein Runder Tisch mit Vertretern der US-Streitkräfte, der Bundeswehr und der Kommunen getagt. Der Böblinger OB Wolfgang Lützner machte deutlich, dass ein dringender Handlungsbedarf bestehe.

Abhilfe könnte eine Abschrägung der Lärmschutzwand bringen. Diesen Vorschlag haben Mitarbeiter der  Immissionsmessstelle der Bundeswehr gemacht. Dadurch würden die Schallwellen nach oben abgewiesen, der Krach weit über die Köpfe der Anwohner hinweg gelenkt werden.

Ob die Amerikaner alsbald tätig werden, da haben die Mitglieder der Bürgerinitiative allerdings so ihre Zweifel. Schon zuvor hatte es, auch wegen der komplizierten Strukturen, Jahre gedauert, bis die Streitkräfte eine Entscheidung getroffen haben. Zuständig ist derzeit die Kommandostelle der US-Army im bayerischen Grafenwöhr. In den vergangenen Jahren haben die Amerikaner rund 180 Millionen in ihre Kaserne investiert – so in eine neue Schule für die Kinder der Armeeangehörigen aus der ganzen Region Stuttgart. Da, so die Anwohner, müsste die vergleichsweise niedrige Investition an der Wand eigentlich leicht zu finanzieren sein.

Am 20. November tagt wieder der Runde Tisch. Durst erwartet eine rasche Lösung. Die Anwohner wollten nicht weiter hingehalten werden. Lützner hat verstanden. Die Geduld der vom Schießlärm geplagten Bürgerschaft sei absolut am Ende, hat er den US-Militärs beim letzten Treffen verdeutlicht.

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