Wie viel Licht brauchen wir?

Vor allem Astronomen wünschen sich den Blick in einen unbeeinträchtigten Sternenhimmel. Welche Auswirkungen zu viel künstliches Licht darüber hinaus haben kann, zeigt eine Ausstellung im Rathaus-Foyer.

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Satellitenbilder oder der nächtliche Blick aus dem Flugzeug zeigen es deutlich: Vor allem in Industriestaaten oder in großen Städten wird nach wie vor recht großzügig mit künstlichem Licht umgegangen. Folge: Helle Lichtflecken sind nachts deutlich zu erkennen. Doch selbst am Boden beeinträchtigt zu viel Licht die Arbeit so mancher Sternengucker, die sich an der Lichtverschmutzung stören, weil mit ihr der Blick ins All erschwert ist. Hobby-Astronom Matthias Engel hat sich deshalb des Themas angenommen und nicht nur das Projekt "Sternenpark Schwäbische Alb" ins Leben gerufen, das sich für den Erhalt des dunklen Nachthimmels auf der Alb einsetzt. Der Stuttgarter Maschinenbau-Ingenieur hat mit seinen Mitstreitern auch eine Ausstellung initiiert, die im Umgang mit künstlichem Licht sensibilisieren soll. Sie ist derzeit im Rathaus-Foyer zu sehen. Die Ausstellung zeigt nicht nur Fotografien von Sternenhimmeln. Bei der Eröffnung der Schau am Donnerstag wurde ebenfalls deutlich, dass nach Meinung Engels vor allem in Zeiten eines verantwortungsvollen Umgangs mit Energie besser mit Licht gehaushaltet werden muss. Wobei sich das zu Viel an Licht selbst auf die Tierwelt negativ auswirke. Würden doch beispielsweise Insekten in ihrem Verhalten beeinflusst und Zugvögel, die vor allem in der Dämmerung auf ihren Flugrouten unterwegs seien, abgelenkt. "Es macht die Lichtqualität, nicht die Quantität", erklärte der Hobby-Astronom. Allerdings könne dagegen etwas unternommen werden, indem verschiedene Regeln beachtet würden. So würden beispielsweise Kugellaternen zu viel Licht unnötig in die Umgebung und vor allem nach oben abstrahlen. Sinnvoller seien hingegen Lichtformer, die die Helligkeit dort hinbringen, wo sie benötigt werden.

Darüber hinaus sei der Einsatz von künstlicher Beleuchtung oftmals nicht nur eine sinnlose Energieverschwendung. Laut Engel wirke sich das auch auf den Menschen aus, der biologisch auf den Wechsel von Helligkeit und Dunkelheit eingestellt sei. Die Folge seien seiner Ansicht nach schlechter Schlaf, Beeinträchtigung des Tag-Nacht-Rhythmus und Einflüsse auf den Hormonhaushalt.

Erste Bürgermeisterin Ulrike Hotz wies während der Ausstellungseröffnung zudem darauf hin, dass Beleuchtung Licht ins Dunkel bringe, Sicherheit biete und die Orientierung erleichtere. Dennoch: "Wie viel Licht brauchen wir wirklich?" Würde zu viel Licht doch schaden. Aus diesem Grund wäre man mit einer Lichtkonzeption "unter der Maßgabe des Umweltschutzes, der Energie- und Betriebskostenreduzierung, des Sicherheitsaspektes und der bestmöglichen Lichtfarbe für die jeweilige Situation" auf dem richtigen Weg.

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