Angela Merkel auf dem CDU-Landesparteitag in der Stadthalle

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat am Samstag eine Rede auf dem CDU-Landesparteitag in der Stadthalle Reutlingen gehalten. Sie warnt vor einem rot-rot-grünen Regierungsbündnis nach der Bundestagswahl am 24. September.

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Angela Merkel war am Samstag auf dem CDU-Landesparteitag in der Stadthalle Reutlingen zu Gast.  Foto: 

Drinnen euphorische Beifallsstürme, draußen verhaltenes Klatschen und hie und da Buh-Rufe von einem Häuflein Kritiker, das sich eingefunden hatte: Bundeskanzlerin Angel Merkels Ankunft in Reutlingen könnte kaum mehr Diskrepanzen aufweisen als das, was sich am Samstag kurz nach 11 Uhr vor und in der Stadthalle abspielte. Als die Kanzlerin der Limousine entstiegen war, ging sie schnurstracks in die Halle. Dorthin, wo ihr die CDU Baden-Württemberg einen fulminanten Empfang beim 71. Landesparteitag bereitete. Zu den knapp 300 Delegierten gesellten sich auch mehr als 100 Neumitglieder, die mit Plakaten und frenetischem Beifall ihre Sympathie für die Kanzlerin bekundeten.

Knapp 45 Minuten lang motivierte Merkel die Delegierten zum Wahlkampfendspurt und umriss das Regierungsprogramm der Union, ohne ein einziges Mal den Namen ihres Herausforderers Martin Schulz zu nennen. „Viele Menschen entscheiden sich erst in den letzten Tagen vor der Wahl“, ist Merkel überzeugt. „Die Wahl ist noch nicht entscheiden. Wir haben keine einzige Stimme zu verschenken.“ Gerade jetzt, in unruhigen Zeiten, könne sich unser Land keine Experimente erlauben, warnte Merkel eindringlich. „Rot-Rot-Grün ist nicht gut für unser Land.“

Die CDU wolle ihrem Anspruch als Volkspartei wieder gerecht werden und deshalb um jeden einzelnen Wähler kämpfen. „Dass es Menschen in Deutschland gut geht, ist ein Ergebnis unserer Politik.“ Merkel versprach eine Erhöhung des Kindergeldes für Familien, die keine Steuern bezahlen, stellte Steuerentlastungen für niedrige und mittlere Einkommen in Aussicht und sprach sich für einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz in der Schule aus. Zum Thema innere Sicherheit betonte sie, die Union habe hier „Unglaubliches geleistet“, die Sicherheit der Bürger sei für die CDU weiterhin eines der wichtigsten Themen.

Vor zwei Jahren habe Deutschland „Hilfe in einer extremen Notlage geleistet“, verteidigte Merkel ihre Entscheidung vom September 2015, die Grenzen für Kriegsflüchtlinge aus Syrien und dem Irak zu öffnen. „Wir haben gelernt, dass wir nicht wegschauen können.“

Zuvor hatte CDU-Landeschef Thomas Strobl die rund 330 Delegierten für den Endspurt im Wahlkampf angefeuert. „Wir haben alle Chancen. Es geht um viel. Lasst uns am 24. September zeigen: Auf die Südwest-CDU ist wieder Verlass.“ Das Ergebnis der CDU Baden-Württemberg werde ganz entscheidend sein für das Gesamtergebnis der CDU im Bund. Strobl stellt sich am Samstag zur Wiederwahl als Landeschef. Er hat keinen Gegenkandidaten.

Bundeskanzlerin Angela Merkel wird heute auf dem Landesparteitag der CDU in der Reutlinger Stadthalle zu Gast sein. Zwischen 11 und 12 Uhr wird die Kanzlerin zu ihrer Rede erwartet. Die CDU überträgt die Rede mittels Public Viewing in den Bürgerpark. Reutlingen ist eine von nur vier Stationen der Kanzlerin in Baden-Württemberg während des Wahlkampfes. Am Nachmittag wird gegen 15 Uhr zudem Finanzminister Wolfgang Schäuble, Spitzenkandidat in Baden-Württemberg, seine Rede halten.

Beim Parteitag wird turnusgemäß der gesamte Landesvorstand neu gewählt. Der Vorsitzende Thomas Strobl tritt wieder an. Er hat keinen Gegenkandidaten. Spannung verspricht die Wahl seiner Stellvertreter. Für die drei Posten gibt es vier Bewerber.

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