Reutlinger Daniel Lorch landet auf Platz zwei

Dieser Tage wurden die Landwirtschaftspreise für unternehmerische Innovationen (LoUoI) in Oberkirch verliehen. Auf Platz zwei kam dabei der Reutlinger Forst-Unternehmer Daniel Lorch.

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Unternehmerische Innovationen im ländlichen Raum zu fördern ist das Ziel der Landjugendverbände in Baden-Württemberg, der ZG Raiffeisen Karlsruhe und des Baden-Württembergischen Genossenschaftsverbandes. Seit 19 Jahren prämieren sie herausragende Ideen mit dem LoUoI, dem Landwirtschaftspreis für unternehmerische Innovationen, der mit insgesamt 5000 Euro dotiert ist, heißt es in einer Mitteilung. Dafür bewerben können sich land- oder forstwirtschaftliche Betriebe sowie Gastronomie-, Handels- oder Handwerksbetriebe, einzelne Personen, Gruppen, Verbände oder Kommunen, die in beispielhafter Weise mit landwirtschaftlichen Betrieben zusammenarbeiten und mit ihren innovativen Aktivitäten dazu beitragen, dass in der Landwirtschaft oder in den nach- oder vorgelagerten Bereichen Arbeitsplätze entstehen oder gesichert werden.

Dieser Tage wurde der Preis im badischen Oberkirch verliehen. Nominiert waren sechs Projekte aus ganz Baden-Württemberg. Auch diesmal standen dabei die Themen Arbeitsergonomie und Arbeitssicherheit, Arbeitsökonomie sowie ein gemeinsames Wirtschaften auf Augenhöhe im Vordergrund. Überzeugen konnte die Jury diesmal das Dorfgasthaus "bolando": Das Gasthaus in Bollschweil ist das erste genossenschaftlich geführte Dorfgasthaus in Deutschland und wurde für ihr unternehmerisches Konzept mit dem ersten Preis ausgezeichnet.

Auf dem zweiten Rang sah die Jury Daniel Lorch aus Reutlingen. Er hat einen neuartigen Gürtel für die Forstarbeit konzipiert, der Gelenke und Rücken des Trägers beim Arbeiten mit Werkzeugen im Wald entlastet. Der "Eurohub/Eurokipp", ein spezieller, universeller Anbau für landwirtschaftliche Nutzfahrzeuge, entwickelt von Friedrich Ganzmann aus Häusern, wurde mit dem dritten Platz bedacht. Mit diesem Gerät kann die Arbeitshöhe für beliebige Werkzeugaufsätze samt Kippfunktion jederzeit um bis zu zwei Meter erhöht werden, ohne dass ein Spezialfahrzeug erforderlich wird.

Die Laudatio hielt Alois Gerig MdB (CDU), Vorsitzender des Ausschusses für Ernährung und Landwirtschaft des Bundestages. In diesem Jahr waren 28 Bewerbungen aus dem ganzen Land eingegangen. Sechs Betriebe und Initiativen hatten die Juroren besucht, wobei die Bewerber jeweils etwa eine halbe Stunde Zeit hatten, ihr Konzept vorzustellen. Die Jury unter Vorsitz des Agraringenieurs Thomas Huschle bestand aus Vertretern der Landjugend-, Landfrauen- und Bauernverbände in Baden-Württemberg und der Arbeitsgemeinschaft Junger Bauern sowie aus jeweils einem Vertreter des Baden-Württembergischen Genossenschaftsverbandes BWGV, der ZG Raiffeisen und der Agrarwissenschaftlichen Fakultät der Universität Hohenheim.

Forstkoppel von Daniel Lorch aus Reutlingen

Ein Preisgeld von 1750 Euro erhielt Daniel Lorch für sein Projekt Forstkoppel in der Kategorie Landwirtschaft. Daniel Lorch aus Reutlingen ist Inhaber von DL-Forstservice, einem klassischen Forstunternehmen, das im Schwerpunkt Waldflächen betreut, die für den Einsatz von Großmaschinen nicht geeignet sind. Die Holzernte erfolgt daher in Handarbeit. Bei der Arbeit im Wald stellte Daniel Lorch fest, dass es für seine Bedürfnisse keine passenden Forstgürtel am Markt gibt. Diese konnten nicht verhindern, dass er bei der Waldarbeit von mitgeführten Werkzeugen behindert oder bei schwerem Gerät mitunter gar verletzt wurde. So setzte er sich an die heimische Nähmaschine und entwickelte die ersten Prototypen der Forstkoppel in Eigenregie. Ziel war es, die Sicherheit, aber auch die Ergonomie und den Tragekomfort gegenüber den am Markt bereits erhältlichen Forstgürteln erheblich zu verbessern.

Die patentierte Forstkoppel ist ein Gürtelsystem, das modular und skalierbar aufgebaut ist. Es ist individuell anpassbar, so dass immer genau die Werkzeuge mitgeführt werden können, die auch gerade bei der Forstarbeit gebraucht werden. Die Modultaschen der Forstkoppel nehmen die erforderlichen Forstwerkzeuge sicher auf und bieten eine hohe Bewegungsfreiheit. Durch das mittels Klett-Technik zusammengehaltene Doppelgürtelsystem aus Untergürtel und verwindungssteifen Basiskoppel ist die Forstkoppel sicher mit dem Anwender verbunden und bewirkt neben dem erhöhten Tragekomfort eine gleichmäßige Gewichtverteilung. Das zusätzliche modulare Schultertragesystem entlastet den Hüft- und Beckenbereich weiter. Dies dient dem präventiven Gesundheitsschutz.

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