Coco spurlos verschwunden

Hohenneuffen.  Drei Wochen ist es mittlerweile her, dass die Labrador-Hündin Coco spurlos von der Burg Hohenneuffen verschwunden ist. Erika und Axel Vetter schweben immer noch zwischen Hoffen und Bangen.

Der Alltag des Pächterehepaars im Restaurant auf dem Hohenneuffen ist seit dem 13. Juni ziemlich durcheinander gekommen: "So ein Hund strukturiert ja unseren Tag", sagt Erika Vetter. Ihr Mann ist zuvor jeden Morgen um 6.30 Uhr raus, um eine erste Runde mit Coco zu drehen. Nach dem Verschwinden des Hundes ist das genauso ausgefallen wie die ausgedehnten Wanderungen und Touren durch die Natur.

Dabei haben sie wirklich alles probiert, um ihre fünfjährige Labradorhündin wieder zu finden: Zunächst haben sie sich selbst auf die Suche gemacht, den Wald um die Burg herum abgesucht, sind mit dem Auto die Umgebung abgefahren, haben die Polizei informiert, Jagdpächter angerufen, Flyer verteilt. Der Burgführer Willy Heinickel hat gar eine Rundmail im Internet versandt - die ging so ziemlich in ganz Deutschland herum. "Zunächst haben wir ja gedacht, dass Coco vielleicht verunglückt ist, irgendwo abgestürzt", sagt Erika Vetter. Doch alle Bemühungen blieben bis jetzt erfolglos.

Wie es zu dem Verschwinden kommen konnte, ist dem Ehepaar mittlerweile ziemlich klar. Es gibt nur einen Weg, dass die zutrauliche Hündin mit jemand mitgehen konnte: "Sie ist noch verfressener als andere Hunde", sagt Erika Vetter. "Wenn sich jemand am Burgkiosk ein Saitenwürstchen oder einen Landjäger holte, wich Coco nicht mehr von der Seite des Käufers", erzählt Willy Heinickel. Aber: Sollte jemand versuchen, Coco aus der Burg heraus zu locken, dann hätte sie genau gewusst, wo die Grenze ist: "Sie ging nie weiter als bis zum Schwarzen Tor."

Dennoch war die Hündin am Sonntag, 13. Juni, nach dem Hohenneuffen-Berglauf zwischen 17.15 Uhr und 17.45 Uhr plötzlich wie vom Erdboden verschwunden. Ausgeschlossen sei, dass Coco hinter anderen Tieren herjagte: "Unsere Coco konnte an drei Hasen und fünf Rehen vorbeilaufen - die interessierten sie einfach nicht", betont Axel Vetter. Und mit anderen Hunden hätte sie sich auch nie angelegt, die waren mindestens ebenso uninteressant wie die Rehe. Nur die Leckerli und die Würstchen, die setzten bei ihr wohl jegliches Denken außer Kraft. "Wahrscheinlich hat jemand sie mit einem Leckerli und einer Leine aus dem Burghof geführt und dann mitgenommen", kann sich Erika Vetter die Angelegenheit nur erklären. Es kam nämlich immer mal wieder vor, dass vertraute Personen die Hündin mit zum Laufen genommen haben, sie danach aber zuhause ablieferten.

"Aha, da ist wieder ein neuer Freund, der mich mit Leckerli und Leine nach Hause begleitet", so wird laut Erika Vetter ihre Hündin wohl vermutet haben. Doch wohin diese Person die herzensgute Coco brachte, bleibt nach wie vor im Unklaren. "Dass ihr jemand was Böses angetan haben könnte, will gar nicht in meinen Kopf", sagt die Burgherrin verzweifelt. Zumal in etwa zur gleichen Zeit von einem Pferdehof in der Nähe ebenfalls ein Hund spurlos verschwunden ist.

"Ich schaue jetzt immer im Internet, ob irgendjemand einen Labrador verkaufen will", sagt Erika Vetter. Doch auch dieses Bemühen blieb bislang ohne Erfolg. Auch die Rundmail und die Flyer hatten keinerlei Rückmeldungen gebracht. Außer Beileidsbekundungen.

Für das Pächterehepaar ist es besonders schlimm, "dass wir nicht wissen, was geschehen ist, wir konnten uns ja nicht einmal von unserem Hund verabschieden", bedauert Erika Vetter. Den Gedanken an einen neuen Hund schiebt sie weit von sich: "Den könnte ich ja gar nicht mehr hier frei herumlaufen lassen, sondern hätte immer Angst, dass das Gleiche noch einmal passiert."

So bleibt einzig die Hoffnung, dass vielleicht doch noch irgendjemand irgendwas gesehen hat, an diesem schicksalhaften Sonntag vor drei Wochen.

Info Coco trägt eine Hundemarke der Stadt Neuffen sowie Name und Anschrift darauf. Falls jemand die Labrador-Hündin irgendwo gesehen hat, oder auch Angaben zu diesem 13. Juni machen kann, besteht die Möglichkeit, sich an die Email-Adresse w.heinickel@neuffen.de zu wenden oder unter der Telefon: (0 70 25) 10 62 34 anzurufen.


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Autor: NORBERT LEISTER | 06.07.2010

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