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38. Reutlinger Mundart-Wochen finden vom 1. bis 16. März statt

"Em Folg uffs Maul gugga": Das tut Wilhelm König seit 38 Jahren als Gastgeber der Mundart-Wochen. Vom 1. bis 16. März steigen in der Volksbank und im Spitalhofsaal wieder sieben Veranstaltungen.

JÜRGEN SPIESS | 0 Meinungen

Ohne ihn gäbe es keine Mundart-Wochen (seit 1976) und in Bad Schussenried kein zentrales Württembergisches Mundart-Archiv (seit 1999). Auch „schwädds“, die Zeitschrift für Mundartliches (seit 1980) und die Mundartgesellschaft Württemberg (seit 1978) sind Kinder von Wilhelm König.

Der Ermstäler Mundart-Lyriker verliert seine Lust auch im fortgeschrittenen Alter nicht, dem Leben Verse abzutrotzen, ohne sich in Verzweiflung oder Zynismus zu verlielen. Stattdessen spiegelt er in seiner Mundart-Reihe unverdrossen den Reichtum der schwäbischen Sprachgewalt und die Buntheit der Narrengesellschaft Menschheit wider. Gerade als unermüdlicher Organisator der Mundart-Wochen ist sein Enthusiasmus ungebrochen: „Das ist die älteste Mundart-Reihe im deutschsprachigen Raum und versteht sich nach wie vor als ein Entdecker-Festival“, verkündet der 77-Jährige stolz.

Nicht ohne Grund, denn neben Lokalgrößen wie Eckhard Grauer und Christoph Sonntag haben sich auch bundesweit bekannte Kabarettisten wie Bruno Jonas und Matthias Richling hier ihre ersten Sporen verdient. Mittlerweile hat sich die Reihe fest im Kulturkalender der Stadt etabliert, auch Dank des langjährigen Sponsors Volksbank, der nicht nur finanzielle und ideelle Unterstützung leistet, sondern auch bei sechs von sieben Veranstaltungen als Gastgeber auftritt: „Ohne die langjährige Hilfe der Volksbank gäbe es die Reihe nicht mehr“, so König und bedankt sich ebenso bei der Stadt und dem Regierungspräsidium für deren Unterstützung.

Los gehen die 38. Mundart-Wochen am 1. März um 20 Uhr mit Blechblasmusik aus Oberschwaben und Baden. Während das Quartett Heilixblechle neben Schlagermelodien und Turmbläsermusik auch Swing und Ragtime spielt, verwandelt die „symbadische Kultband“ d’Gälfiäßler die Volksbank-Bühne in eine tönende Sperrmüllhalde. Die vier Musiker der badischen Band beherrschen sage und schreibe 150 Instrumente und stehen damit sogar im Guinness-Buch der Rekorde. Tags darauf kommen mit Ernst & Heinrich zwei alte Bekannte nach Reutlingen und stellen ab 19 Uhr mit „Schwäbisch isch gsond“ ihr neues Programm vor – ein Mix aus Comedy, Liederabend, multimedialen Spielszenen und skurrilen Parodien. Das Völkerverständigungs-Duo Helge & Udo demonstriert am 7. März, 20 Uhr, in „Sonst macht’s ja keiner“, dass ein zungenfertiger Kieler (Helge Thun) und ein ganzkörperkomischer Schwabe (Udo Zepezauer) eine ganze Menge gemeinsam haben. Am 8. März lässt Eckhard Grauer in „Leibssle würfelt. Gott nicht“ wieder seinen schwäbischen Dauerstrohwitwer auferstehen. Wie der Binnenphilosoph Leibsle gehört auch die Veranstaltung „Wein & Wort“ am 9. März um 19 Uhr zur lieb gewonnenen Tradition. Dialektal umrahmt von König und musikalisch begleitet von Günter Wölfle und Harry Häußel, verwandelt sich das Foyer des Kreditinstituts in eine gemütliche Weinstube, in der zu rotem und weißem Rebensaft und Hefekranz munter geschwäbelt wird.

Am 15. März, 20 Uhr, kommt die schwäbische Bestsellerautorin Elisabeth Kabatek in den Spitalhof-Saal und stellt ihren neuen Roman „Spätzle Blues“ vor. Musikalisch umrahmt werden die Erlebnisse ihrer chaotischen Stuttgarter Heldin Line von der Gospel- und Jazzsängerin Susanne Schempp. Den Abschluss und Höhepunkt der Mundart-Reihe bestreitet schließlich Bernd Kohlhepp mit seinem „Best off Hämmerle“. Wann? Am Samstag, 16. März, um 19 Uhr, ebenfalls in der Volksbank-Hauptstelle in der Gartenstraße 33.

Info Karten sind im Vorverkauf im Konzertbüro am Markt oder an der Abendkasse erhältlich. Seit Januar gibt es jeden ersten Mittwoch im Monat ab 19 Uhr einen öffentlichen Mundart-Stammtisch im Gartentorturm. Beim nächsten Termin am 6. März ist der Zauberkünstler André Brunet dabei.

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