Zum Staunen schön

Gerne Vertrautes, erstaunliche Weiterentwicklungen und ganz neue KünstlerInnen, viel Farbe und noch mehr Material, Arthealing und vielgestalte Skulpturen beim Meeting im KunstRaum in Metzingen.

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Alle zwei Jahre treffen sich die Ateliergemeinschaft und freischaffende Vereinsmitglieder im Kunst-Raum Metzingen zu einer großen, gemeinsamen Ausstellung mit Event-Charakter. Zu sehen war am vergangenen Wochenende ein aktueller Querschnitt handverlesener Werke. Die Gelegenheit, dabei mit den 25 ausstellenden Künstlern aus der näheren Umgebung direkt in Kontakt zu kommen, wird immer wieder gerne genutzt.

Neuling Wolfram Bier passt perfekt ins eigene Sacco. Der Balinger konstruiert am Standort Metzingen nicht nur preisverdächtige Fashion sondern auch seinen eigenen künstlerischen Style in der "Auseinandersetzung des Individuums mit sich selbst. Als Reisender in der eigenen Existenz." Eine großformatige Welt mit deutlichem Design-Akzenten. Anna Köhler aus Metzingen ist frische 20 Jahre alt, im dritten Semester Studentin der Kunst-Therapie an der Hochschule in Nürtingen und seit zwei Monaten Teil der Ateliergemeinschaft.

Ein guter Strich Neon, mal mehr, mal weniger, ist bei ihr überall im Bild. Konkretes im Detail, übertüncht und wieder zur Aussage gebracht. Dabei spielt die Hand mit Kontrasten in Acryl und Kreide, der Kopf mit dem richtigen Ausdruck. Auch Karin Handel-Daiker aus Dettingen ist neu in der Ateliergemeinschaft. Ihre Fingerübungen zu Farbkonstrukten unterschiedlichster Materialien hinterlassen zufällige Momente: "Das Fließen im Akt des Malens ist für mich Meditation."

Arthealing ist seit nahezu acht Jahren das faszinierende Spielfeld von Dorothea Pleikis und Marita Funk: "Wir arbeiten bewusst mit Farben, die heilsam auf Körper, Seele und Geist wirken und Quarzsand, der mit positiven Informationen programmiert ist."

Und das mit ganz erstaunlicher Wirkung in den unterschiedlichsten Locations und auf individuelle Gemüter. Unter den diesmal sehr farbenprächtigen Abstraktionen in Stillleben, Kompositionen, Materialschichten und geometrischen Annäherungen an große Lebensthemen fanden sich die überraschend klaren Landschaften einer Ingrid Berger aus Münsingen: Mit wenigen intuitiv gesetzten Strichen, Konturlinien und verblüffenden Farbkombinationen bewegt sie magische Landschaften. Tina Böhms formatige Linoldrucke sind klar umrissen.

Die Motive dazu findet sie in der einfachen Biologie. Eine sehr ausdrucksstarke Kombination. Ihre Fotografien sind gebannte Momente. Die krustigen Farbspiele von Heidrun Hauswald-Klein in explodierendem Rot umrahmen eine anfliegende Ente im Schilf im Stil der Kunstmaler. Der Kontrast in Technik, Stil und Aussage könnte kaum größer sein.

Die aneinander gedrängten Figuren von Barbara Kurz verschwinden im Dunst abgetönter, grasgrüner und erdbetonter Frühlingsfarben und unter aufgeschichtetem Papier. Barbara Haussmann verstärkt das Relief ihrer Collagen mit dick aufgetragenem Wachs.

Bedriye Caliskan ist in Tagträumen immer wieder auf der Spur der Nomaden und ihrer einfachen, klaren Symbolik unterwegs. Michaela Peschs wiederkehrende Bambus-Manie in Erde, Sand, abgemischtem Acryl und die sich auflösenden Kontraste spiegeln ein Thema in ungeahnter Vielseitigkeit. Dagmar Schillanek schenkt ihren "Minutenkinder" aus Syrien und dem Gaza-Krieg um einen farblosen oder grau Himmel ein kleines Lachen.

Die Keramiken aus dem "Papierofenbrand" von Petra Ruf vermitteln eine zarte, moderne Naturoptik in fertiler Form. Die archaischen Frauen-Miniaturen von Gabriele Stahl-Retz in japanischer Raku-Tonbrand-Technik mit ihrer krossen Optik sprechen von Urinstinkten. Bildhauer Erwin Götz entlockt durch seinen feinen Schliff selbst pilzdurchwachsenen Holzstrukturen eine elegante Nonchalance.

Sein bevorzugtes Material für Holz Skulpturen in raren Strukturen und figürlichen Lebensthemen stammt aus dem heimischen Wald oder von umliegenden Obstplantagen.

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