Wo komm ich eigentlich her

Zu seinem 100. Geburtstag ist Thaddäus Troll, zumindest im Ländle, in aller Munde. Dabei war Dr. Hans Bayer, wie er mit bürgerlichem Namen hieß, bei weitem nicht nur der humorvolle schwäbische Schriftsteller.

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„Deutschland Deine Schwaben“, ist das Werk, mit dem Thaddäus Troll seinen Ruhm begründet hat und ein Werk, das vom Bestseller zum Longseller anvancierte. Es hat inzwischen mit 24 Auflagen rund 500 000 verkaufte Exemplare erreicht. Vom Erfolg des Buches war Dr. Hans Bayer, alias Thaddäus Troll, selbst überrascht. Mit einem weiteren Bestseller hat sich der am 18. März 1914 in Bad Cannstatt geborene Schriftsteller sogar des heiklen Themas des schwäbischen Sex angenommen. „Wo komm ich eigentlich her“ ist ebenfalls ein Longseller geworden, dessen sich auch heute noch viele Eltern bedienen. Für viele holte der Schriftsteller Troll als erster das „Schwäbische“ aus der Schamecke der deutschen Dialekte heraus, auch wenn immer noch viele Nichtschwaben der Meinung sind, dass dieser Dialekt einzig auf einer Fehlstellung des Unterkiefers beruht. Wer meint, Troll sei sein Leben lang nur der humorvolle Schwabe gewesen, und nie etwas anderes, der muss dieses Bild zurechtrücken. Seine erfolgreichen Bücher und sein unverwechselbarer schwäbischer Humor sind die eine Seite des Dr. Hans Bayer. Er war zeitlebens aber auch ein sehr aufmerksamer politischer Mensch. Ein Mensch, der sich einmischte, kritisierte und sich nicht scheute eindeutig Stellung zu beziehen.

Ein besonders dunkles Kapitel seiner Vergangenheit ist beispielsweise die als Kriegsberichterstatter unter dem Nazi-Regime und seine bisher noch nicht abschließend geklärte Mitarbeit beim Bundesnachrichtendienst nach Kriegsende. Seine Nazi-Vergangenheit, über die er zu Lebzeiten nie ein Wort verloren hat, war wohl auch maßgeblich daran schuld, dass ihm in zunehmenden Alter schwere Depressionen geplagt haben. Am 5. Juli 1980 setzte er seinem Leben mit Schlaftabletten in seiner Stuttgarter Wohnung ein Ende. Über das äußerst facettenreiche Leben des Dr. Hans Bayer, sprechen am Montag, 28. April ab 19.30 in der Stadthalle Metzingen der Autor einer umfangreichen Troll Biografie und ehemalige Chefredakteur der SÜDWEST PRESSE Jörg Bischoff, Filmproduzent Frieder Scheiffele, der einen 45-minütigen Dokumentarfilm über Thaddäus Troll gedreht hat sowie Trolls langjährige Sekretärin Eleonore Lindenberg und Schauspielerin Monika Hirschle. Sie alle werden aus ihren Erfahrungen und Erlebnissen mit Thaddäus Troll selbst und seinen Werken berichten. Jörg Bischoff wird zusätzlich mit einer Lesung aus seinem aktuellen Buch: „ Thaddäus Troll. Eine schwäbische Seele“ den Abend bereichern.
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