Wer ein Instrument spielt, bleibt fit

Immer auf der Höhe, immer aktuell und immer mit neuen Projekten - so präsentiert sich die Metzinger Musikschule mit ihrem Leiter Bruno Seitz.

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Da tönte und dröhnte es am Samstag rund um die Musikschule herum, da trommelte offensichtlich ein Meister seines Fachs auf den Drums im Keller, zwei Stock höher spielte jemand kunstvoll Klarinette und mitendrin versuchten sich zwei Mädchen am Cello. Zwischendrin überall Gewusel, Geklimper, Gitarrenklänge, Flötentöne und alle nur erdenklichen musikalischen Geräusche aus allen Ecken und Enden. So hörte sich der diesjährige Tag der offenen Tür der Musikschule Metzingen an. Viele kleine Kinder waren da, "wenn früher 13- bis 14-Jährige zu uns kamen, sind es heute die Sechs- bis Siebenjährigen, die zur Musikschule kommen", sagt Bruno Seitz.

Das war aber noch lange nicht alles: Natürlich gab es von den Musiklehrern auch jede Menge Informationen, Beratung und Wissenswertes mit auf den Weg. Über die zahlreichen Ensembles etwa, die sich die Musikschule leisten kann. "Für uns ist dieser Tag der offenen Tür sicherlich auch eine Werbeveranstaltung - bei der es gar nicht so sehr drauf ankommt, wie viele Interessierte da sind", sagt Seitz als Leiter der musikalischen Schule in der Sieben-Keltern-Stadt. Angenommen es wären mehr als 500 Gäste gekommen, hinterher hätte sich aber fast niemand für einen Kurs angemeldet, dann sei das natürlich weniger erfreulich. "Kämen gerade mal 200 Besucher, anschließend würde sich aber eine erkleckliche Zahl anmelden, dann hätte es sich doch gelohnt."

Ob das am Samstag der Fall gewesen ist, wird sich also in den kommenden Tagen und Wochen noch herausstellen. Eines sei aber sicher: "Wir können unsere Schülerzahlen halten", so Seitz. Und das, obwohl die Kinderzahl in der Gesellschaft deutlich zurückgeht, zudem Ganztagsschulen das zusätzlich regelmäßige Lernen eines Instruments erschwert. Wieso die Schülerzahlen nicht zurückgehen? "Das Alter verschiebt sich", erläutert der Musikschulleiter. Immer mehr Ältere wollen fern der Kinder- und Teenie-Jahre noch ein Instrument erlernen. "Unser Angebot für Erwachsene kommt gut an", so Seitz.

Dabei würden aber nicht allein die 20- bis 50-Jährigen angesprochen, sondern auch Senioren zwischen 60 und 75 sowie sogar 75plus. "Aus welcher Motivation heraus sich die Älteren anmelden, das ist völlig unterschiedlich", sagt Bruno Seitz. Anfänger seien ebenso darunter wie auch Wiedereinsteiger. "Manche Senioren sind während ihrer Berufsphase nicht zum Instrument-spielen gekommen, haben danach endlich Zeit dazu." Und andere hätten früher mal Klavier, Geige oder auch E-Gitarre gespielt, in den hektischen beruflichen Jahren aber ebenfalls nie die Zeit zum Üben gehabt. "Dabei berücksichtigen wir natürlich, dass im Alter die Finger oder auch der Mund nicht mehr so beweglich sind wie das früher mal war." In diesem Zusammenhang hege Bruno Seitz zudem einen Traum: Er würde gerne ein Seniorenorchester mit allen nur erdenklichen Instrumenten auf die Füße stellen. "Irgendwann mach ich das", ist er sich sicher und schmunzelt.

Wichtig sei an der Metzinger Musikschule aber auch die Behindertenarbeit. Immer mehr angefragt von allen möglichen Institutionen würden zudem Kooperationen. Ein passendes Angebot strickt die "Gesunde Musikschule" aber auch für Menschen nach Schlaganfall - "ein Blasinstrument kann dabei helfen, die Gesichtsmuskeln wieder in den Griff zu kriegen", berichtete Seitz.

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