Unverwechselbares Design

Eine ganz besondere Lokalität gibt es seit kurzem in Metzingen: den Achtender. Es ist eine gut durchdachte Mischung aus Restaurant, Hotel und einem rustikalen Biergarten.

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Das Haus in der Stuttgarter Straße hat eine bewegte Geschichte hinter sich: Gebaut als allererste Fabrikantenvilla Mitte des 19. Jahrhunderts, später vom Fabrikaten Winkler übernommen. Saniert zu Wohnzwecken wurde das Haus 1986 von der Stadtverwaltung, in den letzten Jahren gammelte es eher vor sich hin. Jetzt erstrahlt es aber in neuem Glanz, das denkmalgeschützte Haus wurde vom neuen Eigentümer Angelo Procopio in relativ kurzer Zeit total umgestaltet, wobei allerdings viel alte Struktur erhalten blieb. Beispielsweise das uralte Treppenhaus aus Holz: Die neuen, elegant-grauen Wände betonen das Holzgeländer, der Boden wurde nur in Teilen bei den Zugängen zu den Zimmern mit Teppichboden ausgelegt.

Der Achtender ist Hotel, Restaurant und Biergarten, und das mitten in der Stadt. Ein gut durchdachtes Konzept zieht sich durch die ganze alte Villa, findet sich überall wieder und hört bei der Speisekarte nicht auf. Überall ist das Motiv "Achtender" in vielen Variationen sichtbar, "Branding" nennt es die Werbeagentur Hochburg aus Stuttgart. So haben die Zimmer Namen wie "Fuchsbau" oder "Adlerhorst". Auf Bildern an den Wänden finden sich stilisierte Tiere, eine Ente im Weinglas beispielsweise oder der Schlüssel mit Schwanenkopf. Diese "Keyvisuals", etwa als Schlüsselzeichen erklärbar, finden sich vielfach wieder. So heißt beispielsweise der spezielle Aperitiv - aus Ermstäler Erzeugung - "Kitz" und ist ein Apfelperlwein mit Weinbergpfirsichen.

Für die Metzinger ist der Biergarten, der "Adlergarten", leicht zu lokalisieren, schließlich heiß der dortige Spielplatz so und erinnert daran, dass der "Adler" dort in frühen Zeiten einen Ausschank hatte. Im Biergarten, der nach dem Vorbild bayrisch-schwäbischer Lokale gestaltet wurde, ist immer bei schönem Wetter geöffnet ist, gibt es im Übrigen Selbstbedienung und entsprechend andere Preise wie im Restaurant.

Besondere Hingucker sind die acht Zimmer in den beiden oberen Etagen des Hauses, die alle in einer anderen Farbe - je nach Zimmername - gestrichen wurden. Die Zimmer sind durchgestylt, eher puristisch, aber dennoch äußerst ansprechend eingerichtet und ausgestattet. Wer will, kann beispielsweise aus den beiden oberen Zimmern ein großes Familienzimmer (mit kleiner Küche) machen, eine "getarnte" Verbindungstür macht es möglich.

Das besondere Ambiente des alten Hauses setzt sich in den Gasträumen fort, in denen man sich einfach wohlfühlen kann. Da findet man freigelegtes Fachwerk, das trotz der Kombination mit schönen Holzböden nicht rustikal wirkt, die hübschen Sessel in dezentem Farbton sind nicht nur formschön, sondern auch bequem. Überall finden sich passende "Farbtupfer" oder kleine Besonderheiten, die das Design betonen. Im kleinen Gastraum ist es beispielsweise ein offener Kamin, anderen fallen eher die kleinen Kronleuchter mit ihren blauen Farbtupfern auf. Im großen Saal betonen die elegant eingedeckten Tische das edle Ambiente, die Sessel in mint- und zartgrün bieten hier wieder Hingucker. Der große Raum eignet sich hervorragend für Feiern, dazu kommt noch die überdachte Sonnenterrasse mit bis zu 50 Plätzen.

Die Küche bietet eine Mittagskarte mit günstigen Preisen für diejenigen, die hier eher eine schnelle Mahlzeit einnehmen wollen. Hakan Yasar ist der zuständige Küchenchef, der Erfahrungen in den USA, in England und der Schweiz gesammelt hat und deshalb schwäbische, aber auch internationale Gerichte anbietet. So reicht die Speisenauswahl über Kalbs-Maultaschen und Linsen mit Spätzle über Salatvariationen bis hin zu Sashimi-Tunfischfilet oder Hummerraviolo mit Zitronengras-Chilischaum. Es finden sich auf der Karte aber auch US-Prime-Beefsteaks aus bestem Fleisch. Hausgemachte Brötchen sind für den Küchenchef, der im Metzinger "Schwane" gelernt hat, eine Selbstverständlichkeit, ebenso wie die selbst gemachten Desserts oder Sorbets. Und: Bier, Weine und Säfte stammen größtenteils aus der Region, Inhaber Angelo Procopio legt Wert auf eine regionale Zusammenarbeit. Angelo Procopio, in Bad Urach geborener Italiener, ist seit mehr als 20 Jahren in der Gastronomie tätig, sein Bruder führt nun das "Mattinis" am Marktplatz. Im Übrigen wurde die Werbeagentur Hochburg, die für den passenden Style zum "Achtender" zuständig ist, für die entsprechende Homepage für den "German Design Award" nominiert.

Info Öffnungszeiten: Lokal 12 bis 23.30 Uhr, Küche 12 bis 22 Uhr. Sonntags geschlossen. Jeden letzten Sonntag im Monat Brunch. www.achtender-metzingen.de

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