Unglaublicher Schatz

Alte Obstsorten sollen erhalten und kartiert werden. Auch deshalb, um Biodiversität zu erhalten. Das Projekt wurde jetzt beim Kreisverband der Obst- und Gartenbauvereine in Neuhausen vorgestellt.

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Die Vorstellung des Sortenprojekts "Biodiversität und Erhalt alter Obstsorten" und die Kartierung der seltenen und regionalen Streuobstsorten waren neben der formalen Satzungsänderung Hauptthema bei einer außerordentlichen Mitgliederversammlung des Kreisverbandes der Obst- und Gartenbauvereine im Landkreis Reutlingen am Mittwoch in Neuhausen.

Die Satzungsänderung war schnell einstimmig beschlossen, denn sie war hauptsächlich wegen des Beitritts vom ehemaligen Bezirksobst- und Gartenbauverband Metzingen erforderlich, der seinen Status als Bezirksverband aufgegeben hat und als Obst- und Gartenbauverband Metzingen einen Antrag auf Mitgliedschaft im Kreisverband gestellt hat.

"Mit dieser Mitgliedschaft ist der Kreisverband der Obst- und Gartenbauvereine im Landkreis Reutlingen um einen Verein mit etwa 800 Mitgliedern größer geworden", erklärte der Vorsitzende Dietmar Bez, dass sich diese territoriale Vergrößerung um die Stadt Metzingen mit ihren Ortsteilen, die Gemeinden Riederich und Grafenberg und die Reutlinger Ortsteile Sondelfingen und Reicheneck auch in der Besetzung des Vorstandsgremiums widerspiegeln solle. Deshalb soll die Anzahl der weiteren Mitglieder von zehn auf zwölf erweitert werden. Außerdem soll die Amtszeit für Vorsitz und Stellvertretung künftig vier statt zwei Jahre betragen.

Das zweite Thema war die Vorstellung der Umsetzung Projekts Biodiversität und Erhalt alter Obstsorten, über das bereits auf der Jahreshauptversammlung informiert wurde. Als Fachleute referierten dazu Professor Dr. Christian Knüpfer von der Hochschule Nürtingen und Diplom-Ingenieur Sascha Arnold vom Planungsbüro "Stadt-Land-Fluss".

"Die Projektidee wurde geboren unter dem Eindruck unserer Obstsortenausstellung im Jahr 2010 und der Diskussion über den demographischen Wandel innerhalb unserer Vereine", erklärte Bez. Das Wissen der älteren Mitglieder über seltene, exotische und namenlose Obstbäume auf der Gemarkung solle für nachfolgende Generationen erhalten werden. Dazu hat Sascha Arnold ein kleines Programm für Smartphones geschrieben, mit dem die gesuchten Bäume erfasst werden können. Erfolgreich getestet wurde es mit Georg Lamparter aus Grabenstetten. Niemand müsse deswegen ein Smartphone bedienen können, denn es gebe sicher Verwandte und Enkel, die das sehr gerne machen und somit auch bei ihnen Interesse für Obst- und Gartenbau und insbesondere Streuobstwiesen geweckt werden könne.

"Die vielen Streuobstbäume sind ein unglaublicher Schatz", so Professor Knüpfer. Wenn der jetzt nicht dokumentiert wäre, gehe er irgendwann verloren. Das Wissen, wo welche Bäume stehen, insbesondere alte, seltene Sorten, sei notwendig für den Sortenerhalt und ein Vermarktungskonzept. Es sei ein Projekt mit Initialzündung. Die Kartierung erfolge in einer Kombination aus Fachwissen und Smartphone. So werden alte Obstsorten aufgespürt, können in den Baumschulen nachgezüchtet und damit erhalten werden. Seit den 1960er Jahren seien fast die Hälfte an Streuobstbäumen verschwunden und damit auch ganze Sorten, so Knüpfer.

Arnold zeigte die Vorgehensweise mit vier Säulen der Erfassung auf. Es werde Fachwissen und Sortenkenntnis der älteren Obstbauern abgefragt, fachkundige Obmänner werden hinzugezogen. Plausibilisierung und Qualitätscheck übernimmt die Grünflächenberatungsstelle nach der Datenaufbereitung durch das Planungsbüro. Die Daten werden sowohl über Smartphones als auch über das Internet und schriftliche Fragebogen erfasst.

"Es ist bereits fünf nach 12 Uhr", forderte Ulrich Schroefel von der Grünflächenberatungsstelle die Mitglieder zum Mitmachen auf.

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