Tour durchs Ermstal

Reha, Mode und Streuobstbau: Regierungspräsident Dr. Jörg Schmidt hatte gestern Gelegenheit, den Landkreis Reutlingen näher kennenzulernen.

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  • Chefarzt Dr. Frank Andres (links) erläutert das Konzept der Neurologischen Frührehabilitation Phase B, die an der Ermstalklinik beheimatet ist. Fotos: Thomas Kiehl 1/2
    Chefarzt Dr. Frank Andres (links) erläutert das Konzept der Neurologischen Frührehabilitation Phase B, die an der Ermstalklinik beheimatet ist. Fotos: Thomas Kiehl Foto: 
  • Boss-Personalchef Frederic Klumpp und Logistikchef Ralf Schneider (links) erläutern, wie Flüchtlinge im Metzinger Modekonzern integriert werden. 2/2
    Boss-Personalchef Frederic Klumpp und Logistikchef Ralf Schneider (links) erläutern, wie Flüchtlinge im Metzinger Modekonzern integriert werden. Foto: 
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Das Ermstal zeigte sich gestern Nachmittag von seiner eher abweisenden Seite: Nebel und Regen verstellten die Sicht auf den Albtrauf und die markanten Streuobstwiesen. Gleichzeitig waren so viele Autofahrer zwischen Metzingen und Bad Urach auf der B 28 unterwegs, dass ein Fortkommen zeitweise nurmehr im Schritttempo möglich war. Regierungspräsident Dr. Jörg Schmidt konnte die Verkehrsprobleme der Region also direkt und hautnah erleben.

Trotzdem hat Schmidt, der im Oktober die Nachfolge von Hermann Strampfer antrat, sicherlich einen positiven Eindruck mit zurück an seinen Tübinger Dienstsitz genommen. Schließlich präsentierte ihm Landrat Thomas Reumann einen wirtschaftlich starken, sozial innovativen und wirtschaftlich potenten Landkreis. Die Leistungskraft des Kreises stellte er unter anderem am Beispiel der Ermstalklinik unter Beweis. Dort siedelte sich vor zweieinhalb Jahren die Neurologische Frührehabilitation Phase B an, deren Konzept Chefarzt Dr. Frank Andres erläuterte. Seine Abteilung wuchs in den vergangenen Jahren kontinuierlich, wie er berichtet, aktuell umfasst sie 18 Betten, die ausgelastet sind. Die Nachfrage ist damit allerdings bei weitem nicht abgedeckt, sagt Dr. Andres. Im Moment, so schildert er dem Regierungspräsidenten, könne nicht einmal die Hälfte aller angefragten Patienten aus dem eigenen Krankenhaus aufgenommen werden. Aus den beiden weiteren Haupteinweiserkliniken Tübingen und Stuttgart können die Kurstädter momentan lediglich um die zehn Prozent der Kranken berücksichtigen. Potenzial, bedarfsgerecht und gewinnbringend weiterzuwachsen, um damit den Anforderungen gerecht zu werden, gebe es also, betont Dr. Andres.

Wer in seine Abteilung verlegt wird, hat schwerste Hirnschäden erlitten, benötigt intensive medizinische Betreuung, ist vollständig von pflegerischer Hilfe abhängig und muss speziell ernährt werden. Die vielseitigen Problemen geht das Team der Station interdisziplinär an, zahlreiche Therapeuten sind in das Konzept eingebunden. Im Durchschnitt bleiben die Patienten 60 Tage in der Abteilung, manche sind mitunter aber auch mehrere Monate auf Station. Zeigt die Behandlung die gewünschten Erfolge, wechseln die Kranken in die Rehaphase C, also etwa in die der Ermstalklinik benachbarten Fachkliniken Hohenurach. Diese Nähe, erklärt Landrat Reumann, sei auch der Grund dafür gewesen, die Phase B in der Kurstadt anzusiedeln.

Nach dem Besuch des Bad Uracher Krankenhauses ging die Reise für Regierungspräsident Schmidt weiter ermstalabwärts nach Metzingen. Beim Modekonzern Hugo Boss ging es um die Integration von Flüchtlingen. Drei Betroffene schilderten hierbei ihre diesbezüglichen Erfahrungen mit ihrer Arbeit im Metzinger Unternehmen.

Zum Abschluss durfte sich der Regierungspräsident noch den Streuobstwiesen widmen, und das nicht nur in der Theorie, sondern auch ganz praktisch: In der Brennscheuer Straßer in Dettingen wurde ihm ein Vesper mit regionalen Spezialitäten gereicht.

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