Stadtwerke müssen sich mehr engagieren

Beeindruckt zeigten sich AKE-Mitglieder am Dienstag beim energetischen Rundgang durch das neue, Alte Rathaus. Doch Kritik folgte sogleich: Für erneuerbare Energien werde immer noch viel zu wenig getan.

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Die erste Besichtigung des sanierten Alten Rathauses war schon vorbei, als die Interessierten vom Arbeitskreis Klima und Energie Metzingen am Dienstagabend eine Sonderführung durch das Haus bekamen: Wie wurde die Renovierung energetisch umgesetzt, so lautete dabei die grundsätzliche Frage. Ulrich Neubrander als Leiter des Hochbauamtes der Stadt sowie Bauphysiker Klaus Rath gaben Auskunft über zum Teil höchst erstaunliche Neuerungen in dem Gebäude.

Ein Beispiel? In dem nagelneuen Aufzug wird beim Runterfahren durch den Bremsvorgang Wärme erzeugt, die wird dann in Strom umgewandelt und ins Netz eingespeist, wie Neubrander erläuterte. "Das ist zwar nicht viel Energie, aber immerhin geht sie nicht verloren." Natürlich gibt es obendrein (fast) im gesamten neu gestalteten Gebäude LED-Beleuchtung, die tageslichtgesteuert ist. "Alle Kaffeemaschinen und sonstigen elektrischen Geräte wurden aus den Büros verbannt", so der Hochbauamtschef. Warum? Weil sie zusätzliche Stromfresser waren. Und: Per Präsenzmelder gehen im gesamten Rathaus die Lichter aus, wenn längere Zeit niemand auftaucht. Und sogar die warme Abluft vom Serverraum verpufft nicht einfach - sie wird ins Treppenhaus geblasen.

"Laut Denkmalamt ist es ja verboten, außen Dämmung auf ein denkmalgeschütztes Gebäude aufzubringen", so Rath. Also musste sich der Fachmann einiges einfallen lassen, um die Innendämmung sinnvoll anzubringen. Um die vorgegebenen Werte des "Klimakonsens" zu erreichen, ist zudem vorgesehen, anstatt der zwei vorhandenen Gaskessel künftig die Energie von Blockheizkraftwerken zu nutzen. "Wenn dann noch eine Photovoltaik-Anlage aufs Dach kommt, können wir die CO2-Neutralität erreichen", so Neubrander. Schwierig waren nach Aussage der Fachleute aber vor allem die Auflagen des Denkmalamtes und eine energetische sowie brandschutztechnische Sanierung unter einen Hut zu bringen.

Nach dieser Führung durchs Rathaus ging es bei der Sitzung des AKE gleich munter weiter: Bei der Frage, wo Metzingen künftig seine Energie herbekomme, war Peter Reiff und Frieder Handel aufgefallen, dass Metzinger Stadtverwaltung und die Stadtwerke seit 2005 kein Projekt der erneuerbaren Energien (EE) mehr umgesetzt hatte. Zwar seien von Stadtseite "deutliche Bemühungen zur Energieeinsparung und Energieeffizienz vorangetrieben worden - aber eben nicht zum Ausbau der regenerativen Energien. Das müsse sich ändern, so Handel. "Wir haben seit 2010 die Zusage der Stadt zur Schaffung von EE-Kapazitäten - bislang hat sich aber nichts getan." Anschließend führte er zahlreiche Projekte und Möglichkeiten etwa im Bereich von Biogas, Geo- und Solarthermie oder auch bei Wind- und Wasserkraft sowie bei der Photovoltaik an. "Uns ist klar, dass bei den erneuerbaren Energien ein größerer Batzen Geld in die Hand genommen werden muss", so Frieder Handel. Ansonsten würden die Kosten in die Zukunft verlagert, kam ein Einwurf eines AKE-Mitglieds. Nur - wie könnte das EE-Thema in Metzingen vorangetrieben werden? Zuständig seien ja die Stadtwerke, so Handel, die allerdings die Anweisung des Gemeinderats benötigen, um tätig zu werden. Deshalb hatte Handel einen Antrag an alle Ratsmitglieder formuliert, der folgendermaßen lautet: "Die Stadtwerke sollen beauftragt werden, sich intensiv und anhaltend für Investitionen zur Nutzung der erneuerbaren Energien zu bemühen - eventuell mit einem neuen Betriebszweig." An der schlussendlichen Formulierung könne noch gefeilt werden, vom Inhalt her sei damit das Ziel aber klar und deutlich vorgegeben.

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