Stadt greift in die Tasche

|

Der Metzinger Bahnhof ist nicht barrierefrei. Bis zum vergangenen Sommer gab es wenigstens noch den so genannten Karrenübergang. Der wurde von der Deutschen Bahn dann jedoch im Zuge der Gleisarbeiten geschlossen. Der Übergang sei gefährlich, sagte ein Bahnvertreter bei einem Vororttermin im Dezember (wir haben berichtet).

Nun stellt sich die Situation für Behinderte und mobilitätseingeschränkte Menschen so dar, dass sie die Gleise zwei und drei nicht mehr erreichen können beziehungsweise von diesen Bahnsteigen nicht mehr wegkommen. Ein Rollstuhlfahrer kann also beispielsweise nicht von Tübingen oder Reutlingen nach Metzingen fahren, weil der Ausstieg sich auf Bahnsteig zwei befindet.  Ein untragbarer Zustand, wie auch die Stadtverwaltung in den vergangenen Monaten immer wieder betont hat. „Die Situation liegt jedoch allein im Zuständigkeitsbereich der  Deutschen Bahn“, betonte Oberbürgermeister Dr. Ulrich Fiedler am Donnerstagabend im Gemeinderat. „Wir können nur versuchen, in Verhandlungen mit der Bahn voranzukommen.“

Dies scheint nun gelungen, zumindest teilweise. Fiedler äußerte große Hoffnung, dass Metzingen in den laufenden Investitionsplan aufgenommen wird. Dies könnte bedeuten, dass ab 2019 eine bauliche Veränderung am Metzinger Bahnhof greifen könnte und dass tatsächlich der Bahnhof barrierefrei wird. Dafür investiert die Stadt nun 75 000 Euro, genau die Hälfte der Kosten für die Vorplanungen. Der Gemeinderat stimmte uneingeschränkt zu. „Eine rein freiwillige Leistung um zu zeigen, wie wichtig uns dieses Thema ist“, betonte Fiedler. Dadurch hofft man in Metzingen, dass die Bahn-Verantwortlichen rasch handeln. Die Deutsche Bahn hat bereits Planungskonzepte durchgespielt. Derzeit gehen die DB-Planer davon aus, dass auf dem Mittelbahnsteig an den Gleisen 2 und 3 ein Personenaufzug eingebaut werden kann und dass für den Bahnsteig am Gleis 1 entweder ein Aufzug oder eine Rampe gebaut werden können.

Gleich mit einem zweiten ÖPNV-Thema hatte sich der Gemeinderat zu beschäftigen, mit der Regional-Stadtbahn. Denn die betroffenen Kommunen sind derzeit aufgefordert, eine Garantie für eventuell nicht fließende Bundesmittel zur Realisierung des Moduls 1 abzugeben. „Um einen Antrag abzugeben, brauchen wir diese Erklärung“, erläuterte Fiedler den Gemeinderäten die komplexe Materie. Allerdings, so Fiedler, bestehe im Kreistag und in den beteiligten Kommunen ein politischer Konsens, „dass wir das Projekt nicht realisieren wenn die Bundesmittel nicht fließen“. Klar sei jedoch auch, dass Kommunen und Kreis die Regional-Stadtbahn (Fiedler: „ein Jahrhundertprojekt“) wollen. „Denn wir brauchen Lösungen für den zunehmenden Individualverkehr.“

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Aquarelle, Adventslieder und Ausfahrten

Die Familienbildungsarbeit blickt auf ein erfolgreiches Jahr zurück. Im neuen Semester will sie mit ihrem Programm an den positiven Trend anknüpfen. weiter lesen