So dankbar

"Es ist ein Wunder", sagt Merita Bajrami. Die 41-Jährige aus dem Kosovo hat in den vergangenen Monaten mehrere Operationen überstanden. Und in Metzingen enorme Hilfe und Unterstützung erfahren.

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Merita Bajrami kann wieder lachen: Die schwierigen Operationen sind überstanden und viele Menschen haben der Frau aus dem Kosovo geholfen. Foto: Thomas Kiehl

Was für ein Unterschied. Ist das wirklich dieselbe Merita Bajrami, die wir im Januar besucht und über deren Schicksal wir berichtet haben? Damals war die 41-jährige schwerkranke Frau aus dem Kosovo voller Verzweiflung. Jetzt begegnet uns in Metzingen eine strahlende junge Frau. "Ich bin allen, die mir geholfen haben, so dankbar." Da sind die vielen Spender, die auf ein Spendenkonto der evangelischen Kirchengemeinde fast 10 000 Euro einbezahlt haben. Und da ist die Klinik für Urologie des Universitätsklinikums Tübingen, die die jüngsten Operationen kostenlos durchführte. Namentlich nennt Merita Bajrami in diesem Zusammenhang den Ärztlichen Direktor Dr. Arnulf Stenzl sowie Dr. Georgios Gakis, Dr. Bastian Amend und deren Teams. "Meine Schwägerin wurde so liebevoll betreut und versorgt", sagt die Metzingerin Ferizana Bajrami.

Mitte Dezember vergangenen Jahres kam Merita Bajrami nach Metzingen zu ihrem Bruder und dessen Familie. Eine Operation in Deutschland war die letzte Hoffnung für die gelernte Krankenschwester, die in einem Dialyse-Zentrum in der Stadt Gjilan im Südosten des Kosovo arbeitet. Drei Monate zuvor hatte man bei Merita Bajrami eine seltene Art von Blasenkrebs diagnostiziert. Die Krankenhäuser im Kosovo sind für eine solch komplizierte Operation nicht ausgerüstet. Doch auch in Skopje im benachbarten Mazedonien trauten sich die Mediziner den Eingriff nicht zu. Schwägerin Ferizana Bajrami, die in Metzingen wohnt, zögerte nicht lange und holte ihre Verwandte hierher.

Am Universitätsklinikum Tübingen unterzog sich Merita Bajrami dann im Dezember der ersten Operation, die rund 18 000 Euro kostete und bei der auch eine Niere entfernt werden musste. Als wegen Nierensteinen in der verbleibenden Niere weitere Operationen anstanden, war die Familie verzweifelt. "Wir wussten nicht, wie wir das finanzieren sollten", sagt Ferizana Bajrami. Denn im Kosovo gibt es keine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall.

Doch es kam Hilfe: Die evangelische Kirchengemeinde erklärte sich dazu bereit, ein Spendenkonto einzurichten. Fast 10 000 Euro wurden bislang darauf einbezahlt. Und dies war noch nicht alles. Eines Tages kam ein Anruf aus Tübingen: Das Klinikum übernehme die Kosten für die noch notwendige Operation.

Merita Bajrami und ihre Schwägerin sind von der großen Unterstützung und Hilfe überwältigt. Und wenn sie von einem Wunder sprechen und davon, dass Gott ihnen geholfen habe, dann tun sie dies nicht leichtfertig. "Die Hoffnung hat mir geholfen", sagt Merita Bajrami. "Ich habe immer gehofft, meine Kinder wieder zu sehen." Dass in Metzingen eine solch große Hilfsbereitschaft besteht, habe der ganzen Familie zudem Kraft und Mut gegeben.

Die Spendengelder werden dringend für die weitere medizinische Versorgung im Kosovo gebraucht. Aber Merita Bajrami ist zuversichtlich, dass sie nunmehr zusammen mit ihrer Familie alles stemmen kann. Und sie wolle möglichst rasch wieder ihre Arbeit aufnehmen, sagt sie. Gestern ist Merita Bajrami wieder in ihre Heimat zurück geflogen und hat nach vier Monaten Abwesenheit endlich wieder ihre Kinder in die Arme geschlossen.

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