Skitour in die Sackgasse

Auf der Schweizerischen Seite des Rheintals traf sich die Skizunft Metzingen zu ihrer ersten Skitour des Jahres. Und die hatte es in sich.

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Die Metzinger Skizunft war in der Schweiz.  Foto: 

Morgens noch ein malerischer Sonnenaufgang, doch bei dem aufziehenden dunklen Gewölk war klar, dass etwas kommen würde. Nur wann, das war die Frage. Deshalb wollte man schnell unterwegs sein. In zwei Gruppen aufgeteilt hatte man dazu die nötige Beweglichkeit. Schon nach wenigen Metern Aufstieg fühlte man, dass einen bester Pulverschnee erwartet. Über lang gezogene flache Hänge konnte man gut seinen Rhythmus finden. Doch bald schon trübte es sich immer mehr ein.

Bei der 2000 Meter-Marke auf einem plateauartigen Gelände trennte man sich schließlich. Die einen wollten die Traumhänge befahren, die anderen gelüstete es nach einem Gipfel. Mal schauen, was am Rosswis so geht. Also mit Fellen den Isisizgrat hinab und auf der anderen Seite wieder hoch. Nur zeigte sich bald , dass wegen Schneeeinwehungen am Gipfelhang Vorsicht angebracht war. Deshalb drehte man 100 Meter unter dem Gipfel um, fuhr ab und wurde anschließend vom immer stärker werden Wind richtig gehend zum Isisizgrat hinaufgeschoben.

Oben war kaum mehr Sicht, eine Orientierung nur noch schwer möglich. Dort weiter links könnte es sein. Doch es war eine Fehleinschätzung: Der traumhafte Pulverhang erwies sich als Sackgasse. Der Weiterweg erschien im steil abbrechenden Wald zu riskant. Deshalb blieb nur, die 400 Höhenmeter wieder retour zu gehen. Oben zurück auf dem Plateau blähte der Wind seine Backen mächtig auf und wuchs sich zum Sturm aus. Alle hatten genügend zu tun, sich halbwegs gerade auf den Latten zu halten. Schließlich fand man dann doch noch nach etlicher Sucherei die richtige Abfahrt. Bei wieder besser werdender Sicht konnte man dann auch mit großem Genuss die mäßig geneigten Zuckerhänge durchpflügen.

Auf der Hütte musste man sich nur noch den reichlichen Spott anhören. Die andere Gruppe hatte nämlich keine Orientierungsprobleme gehabt und machte aus der Not eine Tugend. Lieber keinen Gipfel anstreben und sich dafür zum Teil mehrfach die pulverigen Rosinenhänge herauspicken. Anderntags dann ein fast perfektes Wunschkonzert: Blauer Himmel, beste Sicht und Gipfelfreuden. Das alles aber bei stark verpapptem Pressschnee. Der nächtliche Regen hatte ganze Arbeit geleistet.

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